08 | 04 | 2020

farc epDie sich neu bewaffnende FARC-EP kündigt die zeitnahe Veröffentlichung des Buches „Das Zweite Marquetalia, der Kampf geht weiter“ an. Geschrieben ist das Buch vom ehemaligen Friedensunterhändler der FARC-EP in Havanna sowie aktuellen Kommandierenden der sich neu bewaffnenden Guerilla FARC-EP. Ein Prolog, geschrieben von Jesús Santrich, der sich ebenfalls nach einer juristischen Täuschung dem Untergrund anschloss, ist bereits auf der Webseite der FARC-EP veröffentlicht. Das Buch und besonders der Prolog stellen die Ursachen für die Rückkehr zu den Waffen der sich neuformierenden FARC-EP dar, darunter vor allem als Reaktion auf die Perfidität des Staates bezüglich des unterzeichneten Friedensabkommens.

„Wenn wir vom Ziel ausgehen, den Kampf als etwas Nichtlineares, ein Zickzackkurs, voller Schwierigkeiten und des Prozesses einer ständigen Wiedergeburt zu verstehen, ist es logisch, die Kausalitäten und Umstände zu verstehen, die die Entscheidung der alten und neuen farianischen Guerilla umgaben, unter Waffen zu bleiben oder sie angesichts des terroristischen Charakters eines Regimes, das in den Wassern des unersättlichen Kapitalismus durchtränkt ist und das jetzt durch den Abgrund seiner unumkehrbaren globalen Krise eilt, wiederaufzunehmen“, so die Ankündigung der FARC-EP.

Das Buch soll eine erste Analyse der gegenwärtigen Situation in Kolumbien sein und eine ideologische und politische Debatte berücksichtigen, die hoffentlich mehr darstellen wird, als nur das Thematisieren der Wiederbewaffnung der FARC-EP. Derzeit ist die FARC-EP Zweites Marquetalia, wie sich die neue alte FARC-EP selbst in Anlehnung an den Gründungsmythos der Bauernguerilla FARC im Jahr 1964 mit der Bombardierung der Armee auf die selbstverwaltete Region Marquetalia bezeichnet, im Prozess der politischen-militärischen Konsolidierung. Kontakte gibt es unter anderem weiterhin mit den im Land verteilten dissidentischen Strukturen, zum Beispiel der 7., 27., 42. und 43. Front, die in Caquetá, Guaviare und Meta operieren.

Seit der Demobilisierung der FARC-EP im Rahmend es Friedensabkommens wurden mittlerweile zwischen 20 und 28 Gruppen bekannt, die der dissidentischen FARC-EP angehören. Verschiedene Quellen gehen von bis zu 2600 Personen unter Waffen aus, sowie von bis zu 1700 in den Milizen und Unterstützungsnetzwerken. In den letzten zwei Jahren hat sich die Anzahl der bewaffneten Guerillakräfte, vor allem wegen der Rekrutierung junger Menschen in den Regionen, in denen sie operieren, stetig erhöht. Bisher sind jedoch viele Gruppen zerstreut im Territorium tätig, oftmals ohne klare politisch-militärische Ausrichtung und geeigneter Befehlsstrukturen. Noch sind sie weit davon entfernt, die militärischen Fähigkeiten und die territoriale Macht und Kontrolle zu haben, wie sie die frühere FARC-EP hatte.

Quelle:

Kolumbieninfo – Widerstand in Kolumbien

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