Am gestrigen Tag berichtete die Partei FARC über den erneuten Mord an einem ihrer Mitglieder. Damit wurden bisher 217 ehemalige Kämpfer der FARC seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens ermordet. Letztes Opfer ist der 32 Jahre alt gewordene Fredy Fajardo Ávila, der in der Gemeinde La Uribe in der Provinz Meta lebte. Er befand sich im Prozess der Wiedereingliederung in das zivile Leben. Wie viele andere auch wurde er in der zurückliegenden Zeit von Unbekannten bedroht.

Immer wieder machte die Partei FARC deutlich, dass genügend Schutz für ihre sich dem Frieden hergebenden Mitglieder hergestellt werden müsse. Auch internationale Organisationen verweisen auf den Prozess der systematischen Beseitigung der FARC, ihrer Mitglieder und Sympathisanten. So machte auch die Partei FARC mehrmals deutlich, dass Präsident Iván Duque eine Mitschuld an der Ausrottung trägt. Bereits 33 Morde gab es in diesem Jahr.

Die Provinz Meta zählt zu den gefährlichsten Provinzen für FARC-Mitglieder. Obwohl der Süden eine Bastion der ehemaligen Guerilla war, so gab es seit jeher auch starke paramilitärische Kräfte vor Ort. Aktuell sind eine Vielzahl an bewaffneten Gruppen aktiv, von staatlichen Sicherheitskräften und ihrer teilweise verbündeten paramilitärischen Gruppen bis hin zu dissidentischen Strukturen der unter Waffen stehenden FARC-EP.

Neben den systematischen Morden durchlebt die Provinz Meta zusätzliche Gewalt durch militärische Operationen der Sicherheitskräfte in Bezug auf die gewaltsame Zerstörung von Koka-Plantagen und Angriffe auf die Zivilbevölkerung. Immer wieder haben lokale Organisationen gefordert, das Friedensabkommen umzusetzen, statt das Drogenproblem militärisch zu lösen. In den vergangenen Jahrzehnten sorgten paramilitärische Gruppen für die heimliche Arbeit der Armee in der Beseitigung von unliebsamen Personen oder bei der Verbreitung von Terror und Angst.

Quelle:

Kolumbieninfo – Widerstand in Kolumbien