20 | 06 | 2019

Der Gang des Friedensprozesses in Kolumbien und die Überprüfungsmission der UNO sind die zentralen Themen, die heute den Sicherheitsrat beschäftigen.

Der kürzlich ernannte Leiter des UNO Teams in Kolumbien Carlos Ruiz Massieu gibt einen Bericht zur aktuellen Situation ab, die von dem Angriff auf eine Polizeiakademie in Bogotá geprägt ist, der von der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) beansprucht wird.

Der Kommandeur der Guerilla ELN Pablo Beltrán bestritt heute jegliche Verbindung der Mitglieder seiner Verhandlungsdelegation mit dem Angriff, der am 17. Januar in Bogota etwa zwanzig Tote hinterließ.

„Unsere Aufgabe in Kuba ist es, die Tagesordnung der Gespräche voranzubringen. Von den Ereignissen in Kolumbien wissen wir nichts. Weder haben wir sie beeinflusst noch sonst irgendetwas mit ihnen zu tun“, sagte der Anführer der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) in einer Erklärung an Prensa Latina.

In einem Brief an den Präsidenten Kolumbiens, Iván Duque, warnte der Vorsitzende der ehemaligen Guerilla und heutigen Partei FARC, dass die Entscheidung, den Verhandlungstisch mit der ELN zu verlassen, nur in mehr Gewalt münden werde. Indirekt bot Timochenko dem Präsidenten Hilfe an, Frieden zu erreichen.

„Der Krieg ist letztlich eine Katastrophe für ein Land und ein Volk. Noch mehr, wenn er mit inneren Kräften konfrontiert ist, Söhne des gleichen Landes, vereinte Brüder für Jahrhunderte der Geschichte“, so der Brief von Timochenko an Präsident Duque.

„Ich verurteile den blutigen Bombenanschlag von gestern auf dem Gelände der Polizeischule ‚General Santander‘ im Süden von Bogotá aufs Schärfste. Dies ist ein Anschlag auf die Friedenshoffnungen der Menschen in Kolumbien. Die Hintergründe des Attentats müssen schnellstmöglich aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Vorverurteilungen sind Gift für die dringend benötigten Friedensverhandlungen”, erklärt Heike Hänsel, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE.

FARC neuDer Nationale Politische Rat der Alternativen Revolutionären Kraft des Volkes, der sich derzeit trifft, verurteilt nachdrücklich den Autobombenanschlag auf die Einrichtungen der Polizeischule Genral Santander im Süden der Hauptstadt, der das Leben von mindestens 8 Personen und einer Vielzahl von Verwundeten kostete.

In Anbetracht der Schwere des Geschehens und seiner Auswirkungen ist es notwendig, dass die Behörden in kürzester Zeit und mit aller Klarheit die Verantwortlichen festsetzen.

Vom 14. bis 16. Dezember fand die dritte nationale Plenartagung des Volkes statt, ein sogenanntes Gremium der aus der aufständischen Bewegung FARC-EP heraus entstandenen Partei FARC von gewählten Mitgliedern, welches die Leitlinien für das neue Jahr 2019 herausgab. Im Folgenden wollen wir, als Solidaritätsnetzwerk Kolumbieninfo, eine kurze politische Analyse unsererseits durchführen, bezogen auf bereits veröffentlichte Artikel zur Plenartagung und als Zusammenfassungen für das zurückliegende Jahr. Deutlich soll unsere kritische und oppositionelle Sichtweise werden.

Wieder einmal zeigt sich das Sicherheitsproblem von ehemaligen Guerillakämpfern der FARC, die sich nun in dem Prozess der Wiedereingliederung befinden. Diesmal fand ein Mord an dem Genossen Lidier Alexander Astros Heredia in der Wiedereingliederungszone (ETCR) Jaime Pardo Leal im Dorf Colinas in der Gemeinde San José del Guaviare, Provinz von Guaviare, statt. Es ist der erste Mord an einem FARC-Mitglied in dieser Provinz. Als ehemaliger politischer Gefangener befand er sich in der Wiedereingliederungszone in Colinas in seinem Prozess zum Übergang in das zivile Leben.

Mit einer vom 27. Dezember datierten Neujahrsbotschaft wendet sich das höchste Gremium der Partei der Alternativen Revolutionären Kraft des Volkes (FARC), der Nationale Politische Rat, an die Mitglieder und die Öffentlichkeit. Botschaften mit einem Rück- und Ausblick stehen in der Tradition von revolutionären und linken Bewegungen in Kolumbien und Lateinamerika.

Marcha Patriótica [Patriotischer Marsch] wünscht allen Zugehörigen der Basis und Mitgliedern, seinen Freundinnen und Freunden im Land und in der Welt ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr voller Siege für soziale Gerechtigkeit. Mit tiefer Emotion begrüßen wir all jene Menschen und Organisationen, die in unserem Amerika und anderen Breitengraden ihre Hand der Solidarität auf dem schwierigen Weg der Friedenskonsolidierung ausgebreitet haben.

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