Den nachstehenden Beitrag haben wir aus der deutschsprachigen Online-Ausgabe der kubanischen Tageszeitung Granma übernommen.

Der Präsident Russlands Wladímir Putin nahm die Einladung seines kubanischen Kollegen Miguel Díaz-Canel zu einem Besuch in Kuba an, gab der russische Botschafter in Havanna Andrej Guskow gegenüber Sputnik bekannt.

Das Datum für diesen Besuch „wird entsprechend der Agenda des Staatschefs sowie dem des Zeitplans für bilaterale Kontakte auf höchster Ebene festgelegt“, fügte Guskow hinzu.

Bei seiner Reise nach Russland im Oktober vergangenen Jahres hatte Díaz-Canel den russischen Präsidenten zu einem Besuch in Kuba eingeladen. Putin versicherte ihm, er werde ganz sicher dieser Einladung nachkommen

Moskau und Havanna haben eine politisch-wirtschaftliche Beziehung, die von ihren höchsten Führern als strategisch bezeichnet wird und die sich in den letzten Jahren durch große russische Investitionen in verschiedenen lebenswichtigen Sektoren der kubanischen Wirtschaft noch vertieft hat.

Die Darlehen, die Russland Kuba gewähren will, um gemeinsame Projekte durchzuführen, könnten sich über eine Milliarde Euro belaufen, sagte der russische Botschafter in Havanna.

In dem Interview führte der Diplomat weiter aus, dass unter den neuen russischen Krediten, die Kuba gewährt würden, um diverse gemeinsame Projekte durchzuführen, besonders der Vertrag zur Modernisierung der Infrastruktur für die kubanische Eisenbahn herausrage.

„Ein wichtiger Teil dieser Finanzierung – fast 900 Millionen Euro – läuft über Handelskredite russischer Banken“, sagte er.

Laut dem Botschafter wurde mit den Arbeiten zum Entwurf des Vertragsrahmens zur Modernisierung der Eisenbahn Kubas im Januar begonnen.

Die Regierung Kubas und die Eisenbahngesellschaft Russlands RZD unterzeichneten im Oktober vergangenen Jahres einen Vertrag zur Restaurierung und Modernisierung der Infrastruktur des kubanischen Schienennetzes. Dieser Vertrag über 1.880 Millionen Euro ist der „größte, der jemals mit Kuba in der Geschichte des modernen Russlands unterzeichnet wurde“.

„Es handelt sich um ein Megaprojekt für eine Infrastruktur, die nicht nur von großer wirtschaftlicher sondern auch von sozialer Bedeutung für Kuba ist“, betonte Guskow.

Der Diplomat versicherte, dass Russland weiter „mit allen Mitteln“ dieses Projekt unterstützen werde, das den Entwurf, die Reparatur und die Modernisierung von über 1000 km Eisenbahn Infrastruktur der Insel mit russischer Ausrüstung und russischem Material vorsieht.

Er sagte ebenfalls, dass man „bereit ist, mögliche Vorschläge der (kubanischen) Partner zur Verstärkung der Verteidigungskapazität der Republik Kuba zu überprüfen“.

Der Diplomat erinnerte daran, dass die technisch-militärische Zusammenarbeit „eines der wichtigsten Bereiche der Interaktion zwischen beiden Ländern“ sei. „Die Revolutionären Streitkräfte Kubas sind zum großen Teil mit Waffen und Ausrüstung sowjetischer Herstellung bestückt, wozu auch die Luftabwehr- und Raketenabwehrsysteme und die Küstenartillerie gehören“.

Außerdem seien beide Länder dabei weitere Projekte wie „die zweite Phase der Modernisierung des Stahlunternehmens José Martí, die Erneuerung von 10 Einheiten zur Stromerzeugung von 100 MW in kubanischen Wärmekraftwerken, den Wiederaufbau von Fabriken der Textilindustrie Kubas, die zweite Phase der Übergabe von Lokomotiven des Unternehmens Sinara Transport Machines und den Aufbau von Fabriken zur Montage der Unternehmensgruppe GAZ in Kuba in Angriff zu nehmen“, führte er weiter aus.

Moskau und Havanna würden eine Roadmap zur Modernisierung des energetischen Systems in Kuba in Gang setzen, um so die Abhängigkeit des Landes von importierten fossilen Brennstoffen zu reduzieren, sagte der russische Botschafter.

Der Diplomat erinnerte an die Roadmap des Programms „Entwicklung des Sektors für Kraftstoff und Energie und der Stärkung der energetischen Sicherheit der Republik Kuba“, die bei einem Treffen des russisch-kubanischen Zwischenstaatlichen Ausschusses für die Zusammenarbeit im Bereich Wirtschaft und Handel und Wissenschaft und Technik im September letzten Jahres unterzeichnet wurde.

Zur Zeit ist Russland der zweitgrößte Handelspartner Kubas in Europa und der fünftgrößte beim Handel Kubas mit der Welt.

Was die Beziehungen zwischen beiden Ländern angeht, die in den letzten 20 Jahren noch nie so gut waren wie jetzt, so hatte der Präsident der Republik Miguel Díaz-Canel ihre Bedeutung hervorgehoben, als er sie als strategisch bezeichnete. Er betonte ebenfalls die Beteiligung Russlands an den Plänen der sozioökonomischen Entwicklung der Insel bis 2030.

Quelle:

Granma Internacional