Dienstag, 22. August 2017
Solidaritätsanzeige

Letzte Ausgabe der Norte am 2. April 2017Letzte Ausgabe der Norte am 2. April 2017Am 23. März wurde in der nordmexikanischen Stadt Ciudad Juárez die 54jährige Journalistin Miroslava Breach ermordet. Gut eine Woche später entschied der Herausgeber der Tageszeitung »Norte«, für die Breach gearbeitet hatte, das Blatt einzustellen. In Mexiko gebe es keine Sicherheitsgarantien für einen »kritischen Journalismus«, begründete Oscar Cantú seine Entscheidung auf der Titelseite der letzten Ausgabe, die am 2. April erschien und die Überschrift »¡Adiós!« trug. Der Tod der Kollegin habe ihn dazu bewogen, über die Bedingungen nachzudenken, unter denen Journalisten in Mexiko arbeiten müssen, »und unter denen ein hohes Risiko zu den wichtigsten Bestandteilen gehört«.

Forum von São PauloForum von São PauloVom 29. Juli bis 2. August tagte in Mexiko-Stadt das XXII. Treffen des Forums von São Paulo. In der Abschlusserklärung dieser jährlichen Diskussionsveranstaltung, die 1990 auf Initiative der brasilianischen Arbeiterpartei (PT) gegründet wurde, solidarisierten sich die Vertreter linker Parteien und Bewegungen aus 23 Ländern mit den »legitimen und demokratischen Regierungen von Ecuador, Brasilien, El Salvador und Venezuela« gegen die von der Rechten und dem Imperialismus betriebene Destabilisierung. Begrüßt wurde die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den USA und Kuba. Solidarische Grüße gingen auch an das griechische Volk, das »in diesen Tagen darunter leidet, dass ihm ein neuer Austeritätsplan in Schuldenform aufgezwungen wird, der darauf zielt, neue Schulden zu machen und zu bezahlen. Dort in Europa werden ganze Familien (aus ihren Wohnungen) geräumt, während private Banken mit öffentlichem Geld gerettet werden.«

Enrique López Gutiérrez. Foto: El ComunistaEnrique López Gutiérrez. Foto: El ComunistaEin führendes Mitglied der Kommunistischen Partei Mexikos (PCM) ist offenbar Opfer eines Verbrechens geworden. Wie die Pressestelle der Partei mitteilte, wurde Enrique López Gutiérrez am vergangenen Samstag in seinem Haus von einer Gruppe Bewaffneter überfallen und verschleppt. Die PCM vermutet politische Gründe hinter dem Angriff, denn López Gutiérrez gehörte als Kandidat dem Zentralkomitee der Partei an und hat sich in seiner Heimatregion Tampico und Altamira auch einen Namen als Gewerkschafter in der Föderation Unabhängiger Arbeiter (FIT) sowie in der Revolutionären Linksfront (FIR) gemacht. Aktiv war er zudem in der studentischen Bewegung für eine Senkung der Studiengebühren an der staatlichen Universität von Tamaulipas.

Solidaritätsaktion im März in Berlin. Foto: Montecruz Foto / flickr (CC BY-SA 2.0)Solidaritätsaktion im März in Berlin. Foto:
Montecruz Foto / flickr (CC BY-SA 2.0)
Mit einer Kundgebung haben am vergangenen Sonntag in Stuttgart Angehörige der 43 »verschwundenen« Lehramtsstudenten aus Mexiko gegen die Verzögerung der Ermittlungen gegen die Rüstungsfirma Heckler & Koch durch die Staatsanwaltschaft protestiert. Bei dem seit mehr als fünf Jahren laufenden Verfahren geht es um den Verkauf von Tausenden Sturmgewehren des Typs G-36. 30 dieser Gewehre wurden bei den Ermittlungen über das Schicksal der im vergangenen Jahr verschleppten Studenten konfisziert.

Bericht von France 24 aus MexikoBericht von France 24 aus MexikoIn Mexiko sind weitere Studenten »verschwunden«. Nach dem bekannten Fall der 32 Lehramtsstudenten, die seit August vermisst werden, wurde nun nach Recherchen des französischen Fernsehsenders »France 24« ein weiterer Fall bekannt, im selben Ort. Mehr als 30 Schüler einer Oberschule in Cocula seien am 7. Juli, dem letzten Tag vor den Sommerferien, am hellichten Tag entführt worden, so der Sender. Seit diesem Zeitpunkt gibt es kein Lebenszeichen mehr von den Jugendlichen. Wie der lateinamerikanische Sender »TeleSur« berichtete, hat der Gouverneur des betroffenen Bundesstaates Guerrero, Rogelio Ortega, inzwischen die Aussage eines Zeugen im Wesentlichen bestätigt, der die Entführung der Schüler beobachtet hat.

Subcomandante MarcosSubcomandante MarcosIn den frü­hen Mor­gen­stun­den des 25. Mai 2014 gab Sub­co­man­dan­te Mar­cos be­kannt, dass er von nun an nicht wei­ter exis­tie­ren wird. Mar­cos, der be­kann­te Spre­cher der re­bel­li­schen, in­di­ge­nen Be­we­gung der Za­pa­tis­tas und mi­li­tä­ri­scher Lei­ter der za­pa­tis­ti­schen Gue­ril­la, er­klär­te dies ge­gen­über Ver­tre­ter_in­nen al­ter­na­ti­ver Me­di­en bei einer Pres­se­kon­fe­renz, die wäh­rend der Ge­denk­fei­er für den Za­pa­tis­ta Ga­lea­no ab­ge­hal­ten wurde. José Luis Solís López, ge­nannt Ga­lea­no, wurde am 2. Mai bei einem pa­ra­mi­li­tä­ri­schen Über­fall auf den za­pa­tis­ti­schen Ver­wal­tungs­sitz La Rea­li­dad er­mor­det. Mar­cos sagte: „Wenn Sie mir er­lau­ben, die Figur Mar­cos zu de­fi­nie­ren, dann sage ich Ihnen ohne Um­schwei­fe, dass es ein Kar­ne­vals-​Kos­tüm war.“

Kommunistische Partei MexikosKommunistische Partei MexikosMehrere führende Mitglieder der Kommunistischen Partei Mexikos (PCM) werden mit dem Tod bedroht und sind Opfer von Angriffen geworden. Da allein im vergangenen Jahr drei Aktivisten der PCM ermordet wurden, sind diese Drohungen sehr ernst zu nehmen. Das Zentralkomitee der Partei hat sich deshalb mit einem dramatischen Appell an die Öffentlichkeit gewandt, den wir nachstehend in eigener Übersetzung dokumentieren.

Die Kommunistische Partei Mexikos klagt an

Als revolutionäre Partei hat die Kommunistische Partei Mexikos ihre Ideen, Vorschläge und Ziele öffentlich bekanntgemacht. Auf diese Weise hat sie immer agiert. Die kommunistischen Kader arbeiten offen im Licht des Tages und geben öffentlich Erklärungen über die Ziele ab, die wir verfolgen und darüber, wie wir diese erreichen wollen.

Subcomandante MarcosSubcomandante MarcosVor 20 Jahren, am 1. Januar 1994, überraschte der Aufstand der Zapatistas in Mexikos südlichstem Bundesstaat Chiapas Mexiko und die Welt. Die Mächtigen rieben sich verwundert die Augen: Unerhört! Eine linke Guerilla, getragen von den scheinbar Machtlosesten, den indigenen SelbstversorgungsbäuerInnen aus einem verarmten, scheinbar rückständigen Winkel dieser Welt, versaut die Feierlaune, mit der das kapitalistische System nach dem »Ende der Geschichte« sich selbst als einzigen Überlebenden feiern wollte.

Auch viele linke Bewegungen, die sich nach dem Zusammenbruch des »real existierenden Sozialismus« eher orientierungslos und in der Defensive fühlten, waren verblüfft – allerdings meist auch begeistert. Viele von ihnen gab der Aufstand neuen Mut und neue Ideen. Bis heute erstaunt dieser damals völlig utopisch scheinende Aufstand. Denn er brach nicht nach kurzer Zeit zusammen, die Zapatistas führen ihre Revolution vielmehr bis heute fort. Seit 20 Jahren leben sie nun in ihren über 1.000 Gemeinden eine auf Gleichberechtigung, Basisdemokratie und Solidarität basierende gesellschaftliche Alternative, die ihre Lebenssituation deutlich verbessert hat. Nicht ohne Stolz luden sie nun mehrere tausend AktivistInnen linker Basisbewegungen aus der ganzen Welt ein, eine Woche lang mit ihnen in ihren Gemeinden zu leben und aus ihrer Praxis zu lernen.

Luis OlivaresLuis OlivaresAm vergangenen Wochenende sind im mexikanischen Bundesstaat Guerrero erneut zwei Genossen der Kommunistischen Partei Mexikos (PCM) ermordet worden. Luis Olivares Enríquez, ein führendes Mitglied der Bauernorganisation OPPCG, und seine Frau Ana Lilia Gatica Rómulo wurden in ihrem Haus erschossen. Die Siedlung war vor mehr als zehn Jahren von Olivares mitbegründet worden. In ihr leben Menschen, die den Mitte der 90er Jahre von der Regierung gegen die Bauernbewegung entfesselten Krieg überlebt haben. Zuletzt organisierte er er eine Demonstration zur Erinnerung an das am 28. Juni 1995 verübte Massaker von Aguas Blancas. Unterstützt wurde er dabei von den Aktivisten Rocío Mesino und dem örtlichen PCM-Generalsekretär Raymundo Velázquez, die beide bereits vor Wochen ermordet wurden.

Real time web analytics, Heat map tracking

Regeneración Radio

rompeviento

 

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.