Mittwoch, 19. Dezember 2018
Solidaritätsanzeige

Die ermordeten KurdinnenAm gestern Abend sind in Paris die kurdischen Politikerinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Söylemez in den Räumen des Kurdischen Informationsbüros in der Nähe des Nordbahnhofes der französischen Hauptstadt heimtückisch ermordet worden. Wie das Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. (CENÎ) mitteilt, wurden Cansız und Doğan mit Kopfschüssen, Söylemez mit Schüssen in den Kopf und den Bauch gezielt hingerichtet. Der oder die Täter benutzten Waffen mit Schalldämpfern. Einem Bericht der kurdischen Nachrichtenagentur FIRAT zufolge handelte es sich bei Sakine Cansız um eine Mitbegründerin der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), während Fidan Doğan den Kurdistan Nationalkongress in Paris vertrat.

 

CENÎ erklärt dazu: »Wir verurteilen den Mord an dem PKK-Gründungsmitglied Sakine Cansız, der Vertreterin des Kurdischen Nationalkongresses KNK in Paris, Fidan Doğan, und der jungen Kurdin Leyla Söylemez auf das Schärfste. Die Föderation kurdischer Vereine in Frankreich (FEYKAR) hat für den heutigen Tag zu Protesten gegen den Mord in Paris aufgerufen. Wir rufen alle Menschen, insbesondere Frauen und Frauenorganisationen auf, sich an den Protesten zu beteiligen. Sakine, Fidan und Leyla leben in unserem Kampf für Freiheit und Frauenbefreiung weiter!«

Zu den Hintergründen des Verbrechens wollte sich die französische Polizei zunächst nicht äußern. Der Tatort lege den Gedanken nahe, dass es sich um eine gezielte Hinrichtung gehandelt habe, sagte ein Polizeisprecher gegenüber französischen Journalisten, doch man müsse die Untersuchungen abwarten, um die genauen Umstände erkennen zu können. Frankreichs Innenminister Manuel Valls verurteilte das Verbrechen und machte sich selbst am Ort des Geschehens ein Bild von der Lage. »Diese Morde sind nicht zu tolerieren, und ich hoffe, dass die Entwicklungen schnell vorankommen. Doch lassen Sie uns die Ermittlungsbehörden ihre Arbeit machen«, sagte der Minister im französischen Rundfunk France-Info.

In Deutschland verurteilte die Linke-Politikerin Sevim Dagdelen das Verbrechen. »Vieles weist darauf hin, dass die Friedensgespräche in der Türkei durch ein Attentat des "Tiefen Staates" torpediert werden sollen«, so die Bundestagsabgeordnete. »Es muss sichergestellt werden, dass solche Morde nicht auch hier verübt werden können. In der Türkei muss endlich Frieden einkehren. Gewalt und Unterdrückung müssen ein Ende haben. Versöhnung statt Rache ist das Gebot der Stunde. In diesem Sinne hoffe ich, dass die Verhandlungen jetzt nicht abgebrochen werden.«

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