19 | 08 | 2019

Die Abschlußerklärung des Gipfeltreffens der G-20 in Pittsburgh am Freitag, 25. September, erscheint unwirklich. Schauen wir uns die Schwerpunkte ihres Inhalts an:

»Wir versammeln uns inmitten des kritischen Übergangs von der Krise zur Erholung, um eine Ära der Verantwortungslosigkeit hinter uns zu lassen und eine Reihe von politischen Maßnahmen, Regelungen und Reformen vorzunehmen, die den Anforderungen der globalen Ökonomie des XXI. Jahrhunderts gerecht werden.«



»Heute verpflichten wir uns, unsere energische Antwort beizubehalten, bis eine dauerhafte Erholung gesichert ist.«

»… Wir verpflichten uns, die notwendigen politischen Maßnahmen zu ergreifen, um die Grundlagen für ein  starkes, nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum für das XXI. Jahrhundert zu schaffen.«

»Wir wollen Wachstum ohne ohne extreme Zyklen und Märkte, welche die Verantwortung unterstützen.«

»… Wir werden zusammenarbeiten, um ein starkes, nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum zu schaffen. Wir brauchen eine dauerhafte Erholung, die die Arbeitsplätze erzeugt, die unsere Völker benötigen.«

»Wir brauchen zwischen den Ländern nachhaltigeres und ausgewogeneres Wachstum und müssen unsere Ungleichgewichte reduzieren.«

»Wir verpflichten uns, extreme Zyklen von Preis-Steigerungen und –Stürzen zu vermeiden.«

»… Wir werden entscheidende Schritte zu strukturellen Reformen unternehmen, die die private Nachfrage fördern und das langfristige potenzielle Wachstum  stärken.«

»Wir werden keine Rückkehr in das gewöhnliche Verhalten im Banksektor gestatten, wo unüberlegte Handlungen und Verantwortungslosigkeit zur Krise führten.«

»Wir verpflichten uns gemeinsam zu handeln, um der Praxis einer übermäßige Risikoübernahme  ein Ende zu setzen.«

»Wir ernennen die G-20 zum Hauptforum unserer internationalen wirtschaftlichen Kooperation.«

»Wir – im Internationalen Währungsfonds – sind verpflichtet, den entstehenden dynamischen Märkten und den Entwicklungsländern wenigstens fünf Prozent als Quote zu überweisen...«

»Eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ist wesentlich, um die Armut zu reduzieren.«

Die G-20 besteht aus den sieben am meisten industrialisierten und reichsten Ländern USA, Kanada, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan sowie Rußland,  den elf wichtigsten Schwellenländern China, Indien, Südkorea, Indonesien, Südafrika, Brasilien, Argentinien, Australien, Saudi-Arabien, Türkei, Mexiko sowie der Europäischen Union. Mit zahlreichen dieser Länder unterhalten wir ausgezeichnete wirtschaftliche und politische Beziehungen. Seit drei Gipfeltreffen nehmen Spanien und Holland als Gäste daran teil.

Die große Illusion, die die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten den  Schwellenländern, die an der G-20 teilnehmen, verkaufen wollen, ist die Idee von einer kapitalistischen Entwicklung ohne Krise.

Fast alle Länder der Dritten Welt, die nicht zu den Verbündeten der USA gehören, beobachten, wie dieses Land ohne Goldreserve Papiergeld druckt, das auf der ganzen Welt als konvertierbare Devise im Umlauf ist, Aktien und  Unternehmen, natürliche Ressourcen, bewegliche und unbewegliche Güter sowie Staatsschuldverschreibungen kauft,  seine Produkte schützt, anderen Ländern ihre beste Gehirne entzieht und seinen Gesetzen exterritorialen Charakter verleiht. Dazu kommt die überwältigende Macht seiner Waffen und das Monopol über die wichtigsten Massenmedien.

Die Konsumgesellschaften sind unvereinbar mit der Einsparung von natürlichen und Energieressourcen, die für die Entwicklung und Bewahrung unserer Gattung benötuigt werden.

China, hörte dank der Revolution in einem kurzen historischen Zeitraum auf, ein halbkoloniales und halbfeudales Land zu sein und wuchs in den vergangenen zwanzig Jahren um mehr als 10 Prozent jährlich. Dadurch ist es zum Hauptmotor der Weltwirtschaft geworden. Nie zuvor hat ein riesiger, multinationaler Staat ein solches Wachstum erreicht. China besitzt heute die größten konvertierbaren Währungsreserven und ist der größte Gläubiger der Vereinigten Staaten. Der Unterschied zu den beiden am meisten entwickelten kapitalistischen Ländern der Welt, den USA und Japan, ist gewaltig. Die Schulden dieser beiden Länder summieren sich auf 20 Billionen US-Dollar.

Die Vereinigten Staaten können kein Modell für die Wirtschaftsentwicklung mehr sein.

Ausgehend von der Tatsache, daß die Temperatur des Planeten  in den letzten Jahren um 0,8 Grad Celsius gestiegen ist, verbreitete die wichtigste Presseagentur der USA am gleichen Tag, an dem das Gipfeltreffen von Pittsburgh zu Ende ging, daß die Temperatur »einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge von diesem Jahr bis zum Ende des Jahrhunderts um fast drei Grad steigen wird, selbst wenn jedes Land seine Treibhausgasemissionen wie vorgeschlagen verringert.«

»Eine Wissenschaftler-Gruppe hat die geplanten Emissionen von 192 Ländern untersucht und berechnet, was in der Zukunft mit der Globalerwärmung passieren könnte. Die Einschätzungen berücksichtigen eine  80-prozentige Schadstoffssenkung der Vereinigten Staaten und Europas für das Jahr 2050, aber diese sind nicht sicher.«

»Das Kohlendioxid,  das sich  aus der Benutzung von  fossilen Brennstoffe wie Kohle und Erdöl ergibt, ist der Hauptgrund der Erderwärmung, die die Sonnenenergie in der Atmosphäre zurückhält (…), die Welttemperatur ist um 0,8 Grad Celsius gestiegen«, wird  wiederholt.

»Einen großen Anteil an dieser Steigerung haben die Entwicklungsländer, die keine wirksame Maßnahmen getroffen haben, um ihre Gas-Emissionen zu reduzieren, zeigten letzten Donnerstag Wissenschaftler in einer Pressekonferenz auf.«

»Wir erleben zunehmende Veränderungen auf unserem Planeten« sagte Achim, Direktor des Umwelt-Programms der UNO.

Andererseits hat Robert Corell, ein wichtiger US-Klimaexperte, hervorgehoben, dass, »wenn die Entwicklungsländer ihre Emissionen um 80 Prozent reduzierten und sie im Jahr 2050 auf die Hälfte zurückschrauben, die Welt noch einen Anstieg von 1,7 Grad Celsius haben wird.«

»Es wird einen Anstieg von 2,7 Grad Celsius der Welt-Temperatur für das Ende des Jahrhunderts geben, sagte Corell. Die europäische Präsidenten und Staatschefs und der US-Präsident Barack Obama haben sich das Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf einige Grade zu begrenzen.«

Was sie nicht erklärt haben ist, wie sie dieses Ziel erreichen werden, wie hoch der Beitrag des BIP sein wird, um in den armen Ländern zu investieren und den Schaden auszugleichen, der durch die Menge unweltverschmutzender Gase, die die industrialisiertesten Ländern in die Atmosphäre ausgestossen haben, verursacht wurde. Die weltweite öffentliche Meinung muss solide über den Klimawandel  ausgebildet werden. Auch wenn es keinen Rechenfehler gäbe, landet die Menschheit fast in der Hölle.

Als Obama sich in Pittsburgh mit seinen G-20 Gästen  traf, um über die Genüsse von Capua zu sprechen, begann auf der Insel Margarita das Gipfeltreffen der Staatschefs der Union Südamerikanischer Nation (UNASUR) und des Organisation für Afrikanische Einheit. Dort kamen mehr als 60 Präsidenten, Premierminister und hohe Vertreter aus den Ländern Südamerikas und Afrikas zusammen. Anwesend waren dort auch Lula, Cristina Fernández und der Präsident von Südafrika, Jacob Zuma, die aus Pittsburgh gekommen waren, um einen wärmeren und herzlicheren Gipfel zu genießen, bei dem mit großer Offenheit die Probleme der Dritten Welt behandelt wurden. Der Präsident der Bolivarischen Republik Venezuela, Hugo Rafael Chávez, strahlte und vibrierte bei diesem Gipfel. Ich hatte die angenehme Gelegenheit, die Stimmen von Bekannten und bewährten Freunden zu hören.

Kuba dankt für die Unterstützung und die Solidarität, die von diesem Gipfel ausging, bei dem nichts in Vergessenheit geraten ist.  

Komme was komme, die Völker werden sich ihrer Rechte und Pflichten immer mehr bewusst werden!
Was für eine große Schlacht wird sich in Kopenhagen geliefert werden!

Fidel Castro Ruz
27. September 2009, 18:14 Uhr

Quelle: Botschaft der Republik Kuba / RedGlobe

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