19 | 11 | 2019
Dem französischen Rechtsanwalt und Sprecher des französischen „Komitees gegen Berufsverbote und für Meinungsäußerungsfreiheit in der BRD“, Pierre Kaldor, wurde in dieser Woche aus Anlass seines 95. Geburtstages vom Pariser Bürgermeister in einem Festakt der Hilfsorganisation „Secour populaire francais“ im Pariser Rathaus der Orden „Ritter der Ehrenlegion“ verliehen.

Dazu gratulieren ihm seine deutschen Freunde ganz herzlich: "Über 60 Jahre lang hat sich Pierre Kaldor für die politischen Freiheitsrechte eingesetzt: Für die Vertreter antikolonialistischer Befreiungsbewegungen ebenso wie in der Resistance, für deutsche Berufsverbote-Betroffene ebenso wie für streikende Gewerkschafter. Es kommt nicht oft vor, dass dieser Kampf von den Herrschenden als preiswürdig anerkannt wird." Steht Pierre Kaldor als „Ritter der Ehrenlegion“ doch nun in einer Reihe mit J. W. Goethe, Marlene Dietrich, Otto Hahn, Simon Wiesenthal, Daniel Barenboim, Beate Klarsfeld, J. B. Tito, aber auch R. Zola und Eduard Manet, die u. a. vor ihm den 1802 von Napoleon gestifteten höchsten französischen Orden erhielten.

"Das zeigt auch den Unterschied zwischen Frankreich und der BRD: Während hierzulande den vom Berufsverbot Betroffenen seit 35 Jahren die politische Rehabilitation verweigert wird, ehrt Frankreich deren Anwalt mit dem höchsten Orden des Landes," erklärt Horst Bethge , Sprecher der Initiative "Weg mit den Berufsverboten". "In Baden-Württemberg endete gerade erst nach jahrelanger politischer und juristischer Auseinandersetzung ein Berufsverbotsverfahren mit der Einstellung des Lehrers. Anlass, erneut die Bereinigung dieses Reliktes aus den Zeiten des 'kalten Krieges' anzumahnen.“

Am 15. Mai 2007 beging Pierre Kaldor seinen 95. Geburtstag. Seit 1935 als Anwalt zugelassen war er Protagonist der deutsch-französischen Freundschaft, Teilnehmer der Resistance, Befreier des französischen Justizministeriums von Vichy-Leuten und Nazi-Besatzern, Aktivist der Solidaritätsbewegung mit den afrikanischen Befreiungsbewegungen, Strafverteidiger von angeklagten Befreiungskämpfern aller französischen Kolonien, Star aufsehenerregender Strafprozesse vor Militärgerichten während des Algerienkrieges,  Kommunist, juristischer Berater vieler linksregierter Kommunen, Übersetzer der Briefe Dimitroffs aus dessen Haft wegen des Reichstagsbrand- Prozesses, Beistand in zahlreichen Berufsverboteverfahren vor deutschen Verwaltungsgerichten, Sachverständiger im Berufsverbote- Untersuchungsverfahren vor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf und vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg, Redner auf nationalen und internationalen Anti- Berufsverbotekonferenzen und –demonstrationen, Gründer und Organisator des französischen „Komitees für die Meinungsäußerungsfreiheit in der BRD“, Initiator von Ferienaufenthalten und Geschenkpaketen für die Kinder der vom Berufsverbot Betroffenen. Die Liste der Aktivitäten von Pierre Kaldor ist lang. Aber immer war er Anwalt für die Freiheit der Menschen. Und immer hat er sich um das persönliche Leben der Menschen gekümmert.
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