Sonntag, 24. September 2017
Solidaritätsanzeige

Sprechblasen auf vier Kanälen (CC0 Creative Commons)Sprechblasen auf vier Kanälen (CC0 Creative Commons)Das angeblich »mit Spannung erwartete« und von den vier wichtigsten deutschen TV-Sendern live übertragene »Duell« zwischen der amtieren Kanzlerin und deren Möchtegern-Herausforderer ist wie erwartet abgelaufen. Statt sich in kontroversen Debatten gegenseitig den Schneid abzukaufen, wie es in früheren Zeiten durchaus üblich war, bewarfen sich die »Kontrahenten« mit Wattebällchen, spielten sich gegenseitig den Ball zu und hinterließen den Teil der interessierten Zuschauer, die sich eine Klärung unterschiedlicher Positionen und damit eine Hilfestellung für ihre Wahlentscheidung am 24. September erhofft hatten, absolut ratlos.

Im Gleichklang: Jerusalem Post, RT deutsch und Berliner Morgenpost. Screenshot: RedGlobeIm Gleichklang: Jerusalem Post, RT deutsch und Berliner Morgenpost. Screenshot: RedGlobeIn einigen deutschen Medien herrscht Aufregung über eine angebliche Kandidatur der »Volksfront für die Befreiung Palästinas« (PFLP) bei der Bundestagswahl. Hintergrund ist, dass die diesmal als »Internationalistische Liste« antretende MLPD in ihren Wahlkampfmaterialien auch »Sympathisanten der PFLP« als Unterstützer der Kandidatur aufführt. Das fiel der »Jerusalem Post« auf, und prompt sprang eine seltene Allianz von Grünen und RT deutsch bis zur Springer-Presse auf diesen angeblichen Skandal an. Ob die PFLP in Palästina selbst überhaupt etwas von ihrer »Kandidatur« weiß, ist unklar – auf ihren Internetseiten findet sich keinerlei Hinweis auf das Bündnis mit der MLPD.

Linksunten Indymedia am SamstagLinksunten Indymedia am SamstagTrotz seiner markigen Worte ist es Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit dem gestrigen Verbot der Internetseite linksunten.indymedia.org offenbar nicht gelungen, die Kontrolle über das linke Portal zu gewinnen. Nachdem auf der Seite gestern zunächst nur der Hinweis zu sehen war, dass man derzeit offline sei, heißt es heute unter der verbotenen Adresse: »Wir sind bald wieder zurück...«

junge WeltVor seinem 80. Geburtstag an diesem Sonntag (19.3.2017) hat der frühere SED-Generalsekretär und DDR-Staatsratsvorsitzende Egon Krenz der Tageszeitung »junge Welt« ein ausführliches Interview gewährt. In dem Gespräch, das »junge Welt« an diesem Wochenende veröffentlicht, blickt Krenz selbstkritisch auf sein politisches Wirken zurück.

Revue 70 Jahre junge Welt. Foto: RedGlobeRevue 70 Jahre junge Welt. Foto: RedGlobeMit einem Mammutprogramm im Berliner Kino International haben hunderte Menschen am Sonnabend den 70. Geburtstag der linken Tageszeitung »junge Welt« gefeiert. Der Saal des Lichtspielhauses aus DDR-Zeiten war komplett ausverkauft. Die rund 500 Zuschauer erlebten zunächst eine mehr als zweistündige Revue, die sieben Jahrzehnte Geschichte der Zeitung passieren ließ – durchaus mit der gelegentlich nötigen Selbstironie, aber doch voller Stolz auf das erreichte. Als wäre dieses Programm, durch das die bekannte Brecht-Interpretin Gina Pietsch führte, noch nicht genug gewesen, begeisterten anschließend der Liedermacher Daniel Viglietti und der Hamburger Schauspieler Rolf Becker das Publikum.

junge Welt 1947 und 2017. Grafik: Verlag 8. Maijunge Welt 1947 und 2017. Grafik: Verlag 8. MaiAm Sonntag feiert die in Berlin erscheinende überregionale Tageszeitung »junge Welt« 70 Jahre alt. Dabei schien bereits im April 1995 das Ende der einst auflagenstärksten Zeitung der DDR besiegelt. Mittlerweile ist es der Zeitung gelungen, die verkaufte Auflage wieder auf 20.000 Exemplare zu steigern und ihren Verlag auf ökonomisch stabile Grundlagen zu stellen. Verlagsgeschäftsführer Dietmar Koschmieder führt das nicht nur auf die Inhalte der Zeitung, sondern auch auf die besonderen Eigentumsverhältnisse der Zeitung zurück.

»Der deutsche Geheimdienstbericht zu russischen Aktivitäten im Cyberraum bleibt unter Verschluss. Die Überprüfung dort gesammelter Behauptungen ist Abgeordneten unmöglich. Angesichts eines heraufziehenden digitalen Kalten Krieges ist diese Aushöhlung der parlamentarischen Kontrolle nicht hinnehmbar«, kritisiert der europapolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Andrej Hunko.

Der Deutsche Journalisten-Verband steht den am Freitag bekannt gewordenen Plänen des Bundesinnenministeriums zur Einrichtung eines Abwehrzentrums gegen Desinformation ablehnend gegenüber. »Das riecht nach Zensur«, kritisiert DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. »Es ist unbestritten«, so Überall, »dass der öffentliche Diskurs nicht dauerhaft durch Fake News Schaden nehmen darf. Aber es darf doch nicht eine Behörde darüber entscheiden, was wahr ist und was nicht.«

Für die Beschäftigten der künftigen Berliner Newsroom GmbH, in der zukünftig die Publikationen »Berliner Zeitung« und »Berliner Kurier« produziert werden, wird zeitnah über den Abschluss eines Haustarifvertrags verhandelt. Bei einem Sondierungsgespräch zwischen den Geschäftsführungen von Berlin Newsroom GmbH, Berlin24 Digital GmbH und der Hauptstadtredaktion (DuMont Redaktionsgemeinschaft GmbH) einerseits und den Gewerkschaften ver.di/dju Berlin-Brandenburg und den regionalen DJV Verbänden JVBB und dem DJV Berlin andererseits wurde vereinbart, am 16. Januar 2017 die Gespräche über eine einheitliche Gestaltung der Arbeitsbedingungen und Vergütungen zu beginnen. Gemeinsames Ziel ist eine Regelung in Anlehnung an die jeweils geltenden Flächentarifverträge für Redakteure und Angestellte in Tageszeitungsverlagen.

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