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Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend

"Schule des Sozialismus" | Drucken |  E-Mail
China
Donnerstag, den 07. August 2008 um 13:46 Uhr
Das verheerende Erdbeben vom 12. Mai, das weite Teile der Provinz Sichuan verwüstet und viele Todesopfer gefordert hat, hat die Welt erschüttert. Staatliche Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen gingen daran, die Hilfe für die Opfer und den Wiederaufbau zu organisieren und zu unterstützen. Unter den Organisationen, die an diese Aufgabe gingen, befand sich auch der Chinesische Kommunistische Jugendverband (CKJV), die wichtigste Massenorganisation der chinesischen Jugend. Bereits 24 Stunden nach dem Beben überwies die Zentrale des Verbandes 13 Mio. Yuan an die betroffenen Gebiete.

Aber die Hilfeleistungen des Jugendverbandes beschränkten sich nicht auf Spendenzahlungen der Leitungsgremien. In enger Zusammenarbeit mit anderen Massenorganisationen wurde die Mitgliedschaft mobilisiert. Die Jugendlichen sammelten Spenden und bildeten Stoßbrigaden, um die verschiedensten Arbeiten zur Hilfeleistung zu beschleunigen. Unzählige freiwillige Helfer fuhren in die betroffenen Gebiete, um an Rettungsarbeiten teilzunehmen und die Opfer zu unterstützen. Einen vorläufigen Höhepunkt fanden die Aktivitäten am 1. Juni, dem Internationalen Kindertag. Der Kommunistische Jugendverband und die von ihm angeleitete Kinderorganisation, die Chinesischen Jungen Pioniere, führten im ganzen Land Spendensammlungen durch und sammelten Schultaschen mit kleinen Geschenken für die vom Erdbeben betroffenen Kinder. Dass die kommunistische Jugend in der Lage ist, Hilfsleistungen in großem Maßstab zu organisieren, hatte sie zuletzt während der Schneekatastrophe im Januar bewiesen: Über 4,5 Millionen Freiwillige mobilisierte die Kommunistische Jugend zur Unterstützung von Zehntausenden, die unter anderem von unterbrochenen Verkehrsverbindungen betroffen waren. Und für die Olympischen Spiele wurden insgesamt 1,5 Millionen Freiwillige mobilisiert.

Das gesellschaftliche Engagement Jugendlicher zu fördern und zu organisieren – das ist eine wichtige Aufgabe des CKJV, nicht nur in Krisenzeiten. Auch im Rahmen des „Plan West“ werden Jugendliche zu freiwilliger Arbeit aufgerufen. Der „Plan West ist ein Programm, das Jugendliche mit einem Bachelor-Abschluss für ein bis zwei Jahre zur Arbeit in rückständigen Gebieten im Westen Chinas mobilisiert. Im Gegenzug werden die Freiwilligen bei der Vergabe von weiterführenden Studienplätzen oder Arbeitsplätzen in staatlichen Betrieben und Organen bevorzugt behandelt. Somit leistet der Verband auch einen Beitrag, um den zunehmenden Schwierigkeiten städtischer Jugendlicher bei der Suche nach einem Arbeitsplatz zu begegnen.

In der Schule

Auch in der Beijinger Mittelschule Nr. 3 hat der CKJV Spenden gesammelt. Zweimal organisierten die Schüler Versammlungen, und bereits eine Woche nach dem Erdbeben hatten sie 60 000 Yuan (etwa 6000 Euro) für die Opfer der Katastrophe in der ganzen Schule gesammelt. Darüber hinaus gab es an der Schule einen Gesangswettbewerb und weitere Veranstaltungen für die Solidarität mit den Betroffenen.

An den Schulen gibt es oftmals einen besonders hohen Anteil von Mitgliedern des CKJV. Dies mag auch an der tatkräftigen Unterstützung der Lehrer für den Jugendverband liegen. Chen Haidong, Chemielehrer an der 3. Mittelschule, berichtet, dass in den höchsten Klassenstufen bis zu 80 Prozent der SchülerInnen beim CKJV sind. Er ist verantwortlich für die Arbeit des Jugendverbandes an der gesamten Schule.

Zu den Aufgaben des CKJV an der Schule gehört es insbesondere, die Schülervereinigung anzuleiten. Die Schülervereinigung vertritt die Interessen der Schüler, organisiert gemeinsam mit dem Jugendverband Freizeitaktivitäten und beteiligt sich an der Organisation der Schule und des Unterrichts. Sie hat also vieles mit den deutschen Schülervertretungen gemein. „Die Schülervereinigung ist der kleine Helfer der Lehrer“, so drückt es Hu Ziyan aus. Sie ist in der Schülervereinigung der 3. Mittelschule verantwortlich für die Vorbereitung von Veranstaltungen und Aktivitäten und Sekretärin des CJVC in ihrer Schule. Die Funktionäre der Schülervereinigung sind Mitglieder des CKJV. Jin Tianmei, die Vorsitzende der Schülervereinigung der 3. Mittelschule, ist daher auch die erste Sekretärin des Verbandes in ihrer Klasse.

In jeder Klasse wählen die Mitglieder des Verbandes drei Sekretäre: Einen Ersten Sekretär, einen Organisationssekretär und einen Sekretär für Öffentlichkeitsarbeit. Die wichtigste Aufgabe von diesem ist die Betreuung der Wandzeitung, die es in jeder Klasse gibt. Sie behandeln ein breites Spektrum von Inhalten: Neben aktuellen Mitteilungen gibt es Artikel zu den verschiedensten Themen, zum Beispiel Verkehrssicherheit oder auch Veränderungen im Unterricht. Und natürlich spielen auch in den Wandzeitungen die Olympischen Spiele eine wichtige Rolle.

Um die Jugendlichen politisch zu bilden und sie an die Kommunistische Partei heranzuführen, führt die Zelle der Partei eine „Parteischule“ durch. Die teilnehmenden Schüler werden mit den theoretischen Grundlagen, aber auch mit den Rechten und Pflichten der Parteimitglieder vertraut gemacht. Sobald sie volljährig werden – und wer die Oberstufe besucht, wird das noch als Schüler – können sie die Aufnahme in die Partei beantragen. In der „Parteischule“ kommen die Teilnehmer in Kontakt mit Parteimitgliedern aus der Umgebung und diskutieren ihre eigenen Vorstellungen und Gedanken.

„Sich selbst entwickeln“

Wer in den CKJV eintreten will, muss sich zuerst einmal bewerben. Dann aber wird gründlich geprüft, ob der Bewerber auch geeignet ist. Er muss zwei Unterstützer aus dem Verband vorweisen können und in Gesprächen mit dem eigenen Lehrer und dem Leiter des Jugendverbandes zeigen, dass er den Anforderungen an ein Mitglied des CKJV genügen kann. Aber auch die gesamte Klasse wird gefragt. Hier geht es nicht nur um politische Auffassungen, sondern auch darum, wie sich der Bewerber gegenüber seinen Mitschülern verhält oder ob er ein guter Schüler ist. Wenn nichts dagegen spricht, nimmt der CKJV nach diesem Prozess sein neues Mitglied auf. Dieses legt unter der Fahne des Verbandes den feierlichen Eid der Mitglieder des Jugendverbandes ab.

Es ist also nicht ganz einfach, in den CKJV zu kommen. Für Jin Tianmei und Hu Ziyan, die beiden Sekretäre an der 3. Beijinger Mittelschule, lohnt es sich trotzdem: „Im CKJV habe ich die Möglichkeit, mich selbst abzuhärten“, so Jin Tianmei. „Und mich selbst zu entwickeln.“, fügt Hu Ziyan hinzu.

„Gewerkschaft für Jugendliche“

Natürlich spielt auch in den Betrieben die Organisation von Freizeitaktivitäten für Jugendliche eine wichtige Rolle. Die jungen Beschäftigten, die im CKJV organisiert sind, gehen gemeinsam schwimmen oder treffen sich zu Spieleabenden. Aber schließlich steht der wirtschaftliche Aufbau im Zentrum der Verbandsarbeit, der Verband sieht es als seine Aufgabe an, die Modernisierung des Sozialismus voranzutreiben. Damit muss natürlich auch die betriebliche Arbeit eine wichtige Rolle spielen. Zu den Aufgaben des CKJV in den verschiedenen Abteilungen der Verlagsgruppe CIPG (China International Publishing Group) gehört es, dass sich die jugendlichen Mitarbeiter, die in unterschiedlichen Bereichen mit derselben Sprache arbeiten, in Themengruppen treffen und untereinander austauschen. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie der Jugendverband zur Erhöhung der Qualität der Arbeit beiträgt.

Darüber hinaus vertritt der Verband die besonderen Interessen Jugendlicher gegenüber der Betriebsleitung, da die Gewerkschaften keine eigene Jugendarbeit betreiben. Insofern ist er also auch eine „Gewerkschaft für Jugendliche“, wie es Hu Yue, die Sekretärin des Verbandes beim Magazin „China heute“, formuliert.

Helfer und Reserve


„Der Chinesische Kommunistische Jugendverband ist die Massenorganisation der fortschrittlichen Jugend unter der Führung der Kommunistischen Partei Chinas. Er ist die Schule, in der die breite Masse der Jugend in der Praxis den Sozialismus chinesischer Prägung und den Kommunismus studiert. Er ist der Helfer und die Reserve der Kommunistischen Partei.“ So beschreibt der Verband in seinem Statut seine gesellschaftliche Rolle und allgemeinen Aufgaben.

Mit diesem Anspruch muss natürlich die politische Schulung ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Verbandes sein. Dementsprechend machen sich die Mitglieder mit dem Marxismus-Leninismus, den Mao Zedong-Ideen, der Deng Xiaoping-Theorie und den „Wichtigen Gedanken des Dreifachen Vertretens“ sowie dem wissenschaftlichen Entwicklungskonzept vertraut. Diese bilden die theoretische Grundlage der politischen Auffassungen des CKJV und der Kommunistischen Partei. Darüber hinaus finden zu aktuellem Anlass besondere Versammlungen statt, um die Politik von Partei und Regierung zu studieren und darüber zu diskutieren. Zum Beispiel nach dem Parteitag im letzten Jahr oder nach den jährlichen Tagungen des Volkskongresses und der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes.

Außerdem gibt es auch weiterführende Aktivitäten zur moralischen Erziehung der Jugend. Auf dem XVI. Kongress des Chinesischen Kommunistischen Jugendverbandes, der vom 10. Juni bis zum 13. Juni 2008 in Beijing stattfand, wurden neue Anforderungen an die Jugend von heute formuliert. Sie sollen an ihren Idealen und Überzeugungen festhalten, sich intensiv dem Lernen widmen, Mut für neue und schwierige Projekten aufbringen und eine hohe Moral entwickeln. Diesen Anforderungen entsprechend wird der Jugendverband, gemeinsam mit anderen Massenorganisationen, dazu beitragen, dass die Erziehung der Jugend nicht auf technische Ausbildungsinhalte beschränkt wird, sondern auch das Zusammenleben in der Gesellschaft mit berücksichtigt.

Der CKJV ist damit ein wichtiger Bestandteil im Leben der Jugendlichen in China und der ganzen chinesischen Gesellschaft. Dies hat der Verband immer wieder eindrucksvoll bewiesen – ganz besonders in Krisensituationen wie dem Erdbeben in Sichuan.  

Von Olaf Matthes
Quelle: China heute / RedGlobe
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