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Der Gewerkschafter und Antifaschist Werner Pfennig ist tot- VVN-BdA nimmt Abschied von Vorsitzendem | Drucken |  E-Mail
Antifa
Samstag, den 02. Februar 2008 um 21:13 Uhr
Am 29. Januar 2008 verstarb nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren der Vorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Werner Pfennig.

Die Erfahrungen mit den Schrecken der Nazizeit in seinem familiären Umfeld begründeten seine lebenslange eindeutige Haltung gegen Faschismus und Krieg. Mit Beginn seiner Lehre als Schriftsetzer wurde er schon als Sechzehnjähriger Mitglied in der IG Druck und Papier. Als politisch bewusster Gewerkschafter wirkte er in der außerparlamentarischen Opposition und der 68er Bewegung mit. Anfang der 70er Jahre arbeitete er an der gewerkschaftlichen Bildungsstätte in Springen und für die Hans-Böckler-Stiftung, bevor er Mitarbeiter im Hauptvorstand der IG Druck und Papier wurde.

Große Anerkennung erwarb er sich bei seinen Kollegen und in der Gewerkschaft als gewählter Landesbezirksvorsitzender der IG DruPa in Baden-Württemberg und später im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG Medien. Er verband tarifliche Auseinandersetzungen überzeugend mit gesellschaftspolitischen Fragen. Und immer wieder ergriff er in aller Klarheit Partei für Frieden und die antifaschistische Sache.

1995 ging Werner Pfennig in den Ruhestand. Diesen nutzte er - neben ehrenamtlichen Aufgaben in seiner Gewerkschaft - für ein stärkeres Engagement in der VVN-BdA. Als gewählter Landessprecher und Bundessprecher war er in der politischen Aktion als profilierter Antifaschist präsent - bei Aktionen gegen Naziaufmärsche, in den Protesten der Friedensbewegung gegen die Militarisierung der Bundesrepublik und ihrer Außenpolitik.

In diesen Jahren unterstützte er den komplizierten Prozess der Vereinigung der antifaschistischen Verbände in Ost und West. Als es nach dem Einigungskongress darum ging, zwei gleichberechtigte Vorsitzende zu wählen, stellte sich Werner Pfennig als Vertreter der alten VVN-BdA zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr nutzte er seine Erfahrungen und Kontakte, um die Kampagne „NoNPD“ zu einer gesellschaftlichen Debatte und Auseinandersetzung zu machen. Er hatte großen Anteil daran, dass das ehrgeizige Ziel von 100.000 Unterschriften im November 2007 weit übertroffen werden konnte.

Quelle: VVN-BdA / RedGlobe
 

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