Donnerstag, 29. September 2016
Solidaritätsanzeige

Medien

Tageszeitung junge Welt»Der Bau der Mauer war notwendig, sonst hätte es Krieg gegeben«. Mit diesen Worten beurteilt Margot Honecker in einem Interview, das die Tageszeitung »junge Welt« in ihrer Mittwochausgabe veröffentlicht, die Schließung der DDR-Grenze im August 1961. In dem ausführlichen Gespräch äußert sich die ehemalige DDR-Ministerin für Volksbildung und Witwe von Erich Honecker, dem langjährigen SED-Generalsekretär und DDR-Staatsratsvorsitzenden, zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder von ihrem selbstgewählten chilenischen Exil aus. Sie geht auf Fragen zur jüngeren deutschen Geschichte, zu aktuellen Problemen der Weltpolitik, aber auch zu ihrer persönlichen Situation ein.

Braune Tonne oder Altpapier?Wieder einmal hat »Bild« unzählige Haushalte mit unerwünschtem Analog-Spam belästigt. Viele haben das Zeug direkt entsorgt - einige ordnungsgemäß im Altpapier, andere wegen des Inhalts in der braunen Tonne. Nun hat eine RedGlobe-Leserin uns jedoch auf eine andere Möglichkeit hingewiesen, was mit dem Müll getan werden kann. Denn für die Entsorgung des Altpapiers zahlen wir ja Gebühren. Warum also nicht einfach den Müll zurück an den Absender schicken? Die Leserin hat auch gleich ein Streifband vorbereitet, damit der Dreck auch wirklich beim Verursacher ankommt. Einfach die PDF-Datei öffnen, ausdrucken, um die Sonderausgabe kleben und dann ab damit in den nächsten Briefkasten. Sollen sie doch selbst für die Entsorgung bezahlen!

Da haben sich Kai Diekmann und seine »Bild« ein ziemliches Ei gelegt: Nach dem FC St. Pauli haben inzwischen vier weitere Vereine ihre Teilnahme an der von dem Hetzblatt und anderen Unternehmen gesponserten Werbeaktion »Wir helfen« abgesagt. Dabei beziehen sich einige Clubs ganz ausdrücklich auf die Ausfälle Diemanns gegen den FC St. Pauli. Der »Bild«-Chef hatte den Kiezkickern unterstellt, bei ihnen seien Flüchtlinge nicht willkommen. Nach der Empörung vieler Fans über diesen Angriff rückte er seine Kritiker über Twitter sogar noch in die Nähe von Brandstiftern und maskierten Militanten. Als Reaktion darauf bröckelt nun jedoch die ganze Aktion.

Es gibt viel Unsinn, der über den Hamburger Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli verbreitet werden könnte. Aber dass er und seine Anhänger kein Herz für Flüchtlinge hätten und sich nicht gegen Rassismus engagieren würden, gehört sicherlich nicht dazu. Und doch meinte »Bild«-Chef Kai Diekmann am heutigen Mittwoch, den Kultverein anpinkeln zu müssen. »Darüber wird sich die AfD freuen: Beim FC St. Pauli sind Refugees not welcome« und »Kein Herz für Flüchtlinge: Schade eigentlich, FC St. Pauli! St. Pauli boykottiert ›WIR HELFEN‹« verbreitete er über den Internetdienst Twitter.

Der Generalbundesanwalt hat Ermittlungen gegen die beiden Journalisten Andre Meister und Markus Beckedahl wegen des Verdachts des Landesverrats aufgenommen. Grundlage für dieses erste derartige Verfahren seit der »Spiegel-Affäre« 1962 sind Strafanzeigen des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Den Journalisten wird vorgeworfen, mit zwei Artikeln über den Geheimdienst auf der Internetseite Netzpolitik.org Staatsgeheimnisse der Bundesrepublik Deutschland verraten zu haben. Im Fall einer Verurteilung drohen den Journalisten Haftstrafen von mindestens einem Jahr.

Viel Spaß beim Einbinden: RedGlobe-Videos auf YoutubeGute Nachricht für die Betreiber von Internetseiten, auch für RedGlobe: Wie heute offiziell bekannt wurde, hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am 21. Oktober 2014 eine Entscheidung getroffen, die Auswirkungen auf jeden Internetnutzer haben dürfte. Die Richter entschieden, dass das Einbinden eines Youtube-Videos auf einer anderen Webseite grundsätzlich keine Urheberrechtsverletzung darstellt. Hintergrund des Urteils war die Klage des Unternehmens »BestWater International«, das Wasserfiltersysteme herstellt und vertreibt. Diese Firma hatte zu Werbezwecken einen etwa zwei Minuten langen Film zum Thema Wasserverschmutzung herstellen lassen, der auf »YouTube« abrufbar war. Dort eingestellt worden sei das Video ohne ihre Zustimmung, machte »BestWater International« geltend und verklagte ein Konkurrenzunternehmen, dass das Filmchen auf der eigenen Seite eingebettet hatte. Vergeblich – selbst unter diesen Umständen ist das Einbetten des Videos legal gewesen.

Unterschiedliches Layout, gemeinsame Inhalte: Beilage zum Ersten Weltkrieg, hier in den Versionen von junge Welt und Arbejderen»Wir sind weit davon entfernt, die Gespenster des Imperialismus und der kapitalistischen Krise gebannt zu haben. Rosa Luxemburgs Warnung, dass wir vor der Wahl zwischen 'Sozialismus oder Barbarei' stehen, war nie spürbarer wahr«, schreibt der Chefredakteur der britischen kommunistischen Tageszeitung »Morning Star« im Editorial einer Beilage, die heute der deutschen Tageszeitung »junge Welt« beiliegt. Am Wochenende erscheint das Supplement auch in dem in London erscheinenden Blatt sowie in der Luxemburg »Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek« sowie in der dänischen »Arbejderen«. Die vier marxistischen Blätter haben sich aus Anlass des 100. Jahrestags des Beginns des Ersten Weltkriegs zu dieser Kooperation zusammengefunden – erster sichtbarer Ausdruck einer sich entwickelnden Zusammenarbeit.

ArbeiterfotografieWir dokumentieren nachstehend einen offenen Brief der Berliner Fotografin Gabriele Senft an den Vorstand des Verbandes der Arbeiterfotografie e.V. Die Verfasserin reagiert damit auf eine im Onlineportal »Neue Rheinische Zeitung« erschienene Fotoreportage von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann über die »Montagsmahnwachen«, die am 23. Juni erschien (http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20469).

Es ist an der Zeit, diesen Schritt zu tun!
An den Vorstand des Verbandes der Arbeiterfotografie e.V., hallo Anneliese, Andreas und Senne,

seit einiger Zeit habe ich meine Zusammenarbeit mit euch sozusagen »auf Eis« gelegt. Das ist mir schwer gefallen; ich brauchte diese Zeit, weil ich um die Form rang, durchaus vorhandene Argumente für meine Verhaltensweise einleuchtend zu äußern.  Auch hatte ich von euch viel freundschaftliches Entgegenkommen erfahren in den Jahren, seit wir uns durch das Engagement gegen die Kriegspolitik der BRD kennenlernten. Signale, wie das Weggehen des Antifaschisten Jochen Vogler, wie des Sohnes und Enkels von Walter Heilig, René und Dominique, auch die Querelen mit   xxx , das betrachtete ich darum etwas unkritisch aus eurer Sicht und ordnete es unter »persönliche Differenzen« ein, wo ich mich rauszuhalten suchte.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert angesichts eines erneuten Falles von großflächigem Identitätsdiebstahl betroffene Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Die Staatsanwaltschaft Verden (Aller) hat dem BSI einen Datensatz mit rund 21 Millionen E-Mail-Adressen und Passwörtern zur Verfügung gestellt. Nach technischer Analyse und Bereinigung durch das BSI verblieben rund 18 Millionen von Identitätsdiebstahl betroffene E-Mail-Adressen, darunter rund 3 Millionen deutsche E-Mail-Adressen. Die Inhaber der E-Mail-Adressen werden vom BSI in Zusammenarbeit mit den Online-Dienstleistern Deutsche Telekom, Freenet, gmx.de, Kabel Deutschland, Vodafone und web.de informiert. Zudem stellt das BSI wieder einen webbasierten Sicherheitstest zur Verfügung.