Dienstag, 7. Juli 2015
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Ermordet von den marokkanischen BesatzernMarokkanische Soldaten haben am Sonntag in der besetzten Westsahara einen 14 Jahre alten Jungen erschossen und sieben weitere Menschen verletzt. Die Opfer gehörten zu einer Gruppe von Saharauis, die sich einem Protestcamp anschließen wollten, mit dem bis zu 20 000 Menschen seit mehr als zwei Wochen gegen die erbärmlichen Lebensbedingungen protestieren, denen sie in ihrer Heimatstadt El Aaiún ausgesetzt sind. Ein Kontrollposten der marokkanischen Armee hielt die Gruppe auf und verweigerte ihnen die Weiterfahrt. Als die Saharauis ihre Fahrt dennoch fortsetzen wollten, eröffneten die Soldaten das Feuer.

Der blutige Zwischenfall ereignete sich zwei Kilometer von der Zeltstadt entfernt, in der seit dem 10. Oktober Tausende Menschen gegen die Unterdrückung protestieren, die sie in den Städten der von Marokko besetzten Westsahara erleiden müssen. Bereits am Freitag hatte die Befreiungsfront Polisario gewarnt, dass die Blockade des Lagers durch marokkanische Truppen zu einer Katastrophe führen könne. Die Besatzer verhinderten die Versorgung der campierenden mit Trinkwasser und Lebensmitteln, außerdem versuche Marokko, die dort Ausharrenden durch ständige Überflüge mit Hubschraubern zu zermürben.

Nach dem Rückzug Spaniens aus seiner ehemaligen Kolonie hatte Marokko die Westsahara 1975 besetz und annektiert. Seither verschleppt das Königreich eine von der UNO betriebene Volksabstimmung über die Zukunft der Demokratischen Arabischen Republik Sahara. Die Befreiungsfront Polisario hat wiederholt angedroht, dass sie sich gezwungen sehen könnte, den bewaffneten Kampf gegen die Besatzung wieder aufzunehmen.

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