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Gedenken zum 25. Jahrestag des blutigen Gefängnis-Massakers in der Türkei

Kommunistische Gewerkschaftsinitiative - International

Übernommen von KOMintern:

Am Freitag – 19.12., 17.00 Uhr vor dem Parlament (Dr.-Karl-Renner-Ring, Wien) – gedenkt das Solidaritätskomitee für politische Gefangene den 132 Toten des Gefängnis-Massakers des Jahres 2000 in der Türkei.

Vor 25 Jahren, am 19. Dezember 2000 stürmten auf Befehl der türkischen Regierung Ecevit Polizeieinheiten die türkischen Gefängnisse, um den Hungerstreik linker, revolutionärer, politischer Gefangener gegen ihre Verlegung in die berüchtigten Typ-F-Isolationsgefängnisse zu brechen. Ein von Tausenden getragener Widerstand. Die brutalen türkischen Gefängnisbedingungen der 1990er Jahre sind ebenso berüchtigt, wie die Typ-F Isolationshaft, von Menschenrechtsorganisationen als „weiße Folter“ bezeichnet. 132 linke, politische Insassen und Revolutionäre fielen der Polizeibrutalität zum Opfer und wurden massakriert, Dutzende und Aberdutzende weitere in den 21 angegriffenen Gefängnissen verletzt. Zahlreiche Überlebende des Gefängnissturms wurden im Anschluss schwer misshandelt und gefoltert. Selbst eine vom türkischen Justizministerium berufene Expertenkommission prangerte „schwere Übergriffe“ der Sicherheitskräfte an – ohne dass allerdings je Verantwortliche oder Täter dafür zur Rechenschaft gezogen wurden.

Ein Vierteljahrhundert später zeichnen noch drastischere, von den Gefangenen „Brunnen-“ bzw. „Grubentypgefängnis“ genannte, SRY-Typ-Gefängnisse die Lage. Sükriye Akar, die Ehefrau eines der zahlreichen Gefangenen die sich seit Längerem im Hungerstreik gegen diese unmenschlichen Kerker und ihre Verlegung in „Nicht-Grubengefangenschaft“ befinden, zeichnet in einem Interview die Verhältnisse in den „Grubentypgefängnissen“: „Keine Sonne, keine Luft, kein Mensch. Sie sind 23 Stunden ganz allein in der Zelle, ohne einen einzigen Menschen zu sehen. Nicht mal den Wärter, mit dem kommuniziert man über eine Gegensprechanlage. Es gibt nur eine Stunde Hofgang, wobei man dem Wetter ausgesetzt ist. Das Recht auf Hofgang wird dann zur Strafe. In der Zelle findet keine Luftzirkulation statt. Es kommt keine Sonne rein.“

Das Gedenken zum 25. Jahrestag des blutigen Gefängnis-Massakers gilt damit zugleich dem Kampf gegen die menschenwidrigen „Brunnengefängnisse“ und deren systematischen Folterverhältnisse in der heutigen Türkei.

Bild: ANF

Quelle: KOMintern

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