Übernommen von Unsere Zeit:

Für den 24. März hatte ver.di die Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Nordrhein-Westfalen zu einem landesweiten Warnstreiktag und drei Demonstrationen in Köln, Bochum und Herford aufgerufen. Rund 2.500 Kolleginnen und Kollegen aus Kindertagesstätten und dem Offenen Ganztag (OGS), der Pflege- und Seniorenarbeit, der Teilhabe- und Inklusionsdienste, der Jugend- und Familienhilfe, der sozialen Beratung sowie aus Verwaltung und Service gingen auf die Straße, um ihren Forderungen in der aktuellen Tarifrunde Nachdruck zu verleihen.
Nachdem die ersten drei Verhandlungen ergebnislos verlaufen waren, ist eine vierte Verhandlungsrunde für den 30. und 31. März angesetzt. „In 20 Jahren hat es bei der AWO keine vierte Verhandlungsrunde gegeben. Das zeigt, wie wichtig den Beschäftigten eine gerechte Entgelterhöhung ist – insbesondere mit festen Beträgen für alle. Deshalb erhöhen wir jetzt noch einmal den Druck auf die Arbeitgeber und setzen landesweit ein klares Zeichen für faire Löhne in sozialen Berufen“, erklärt Susanne Hille, Verhandlungsführerin von ver.di NRW, im Vorfeld des Streiktages.
ver.di fordert für die 35.000 Kolleginnen und Kollegen einen Festbetrag von 500 Euro monatlich mehr für alle Beschäftigten und 300 Euro mehr für Auszubildende. Zusätzlich erwarte man drei zusätzliche freie Tage für ver.di-Mitglieder. Die Gegenseite bezeichnete diese Forderungen als völlig überzogen.
Nachdem die AWO in den ersten beiden Verhandlungsrunden ein Angebot verweigert hatte, legte sie in der dritten immerhin ein Angebot vor, das prozentuale Erhöhungen in drei Stufen vorsieht. ver.di bezeichnete dieses Angebot als „weit von unserer Forderung entfernt“. Denn einen Festbetrag für alle lehnt die AWO weiterhin kategorisch ab. Die Gewerkschaft verweist darauf, dass von einem Festbetrag vor allem die Kolleginnen und Kollegen profitieren würden, die weniger verdienen. Die von der AWO angebotenen prozentualen Steigerungen sind dagegen für die oberen Entgeltgruppen von Vorteil.
ver.di hatte im November 2025 eine Beschäftigtenbefragung zu den Tarifforderungen durchgeführt, an der sich rund 1.700 Kolleginnen und Kollegen beteiligt hatten. Die Forderungen spiegeln laut ver.di die Meinung der breiten Mehrheit der Belegschaften in den Einrichtungen der AWO NRW wider.
Quelle: Unsere Zeit

