Übernommen von KOMintern:
Die Einsicht in die unauflösliche Verschränkung der Klassen- und Geschlechterfrage und deren notwendiger politischer Verbindung ist untrennbar mit Flora Tristan (1803 – 1844), der Pionierin der frühsozialistischen Frauenbewegung, sowie mit der ihr noch vorhergehenden Claire Lacombe (1765 – unbekannt), Gründerin und Kopf des „Clubs der Revolutionären Republikanischen Bürgerinnen“ in der Französischen Revolution verbunden. Entsprechend wollen wir beide zum heurigen Frauentag denn auch in einem 2-teiligen, chronologisch aufbauendem Portrait namentlich in Erinnerung rufen.
Ist schon Flora Tristan nur mehr wenigen wirklich ein Begriff,so kann Claire Lacombe als historisch noch verschütteter gelten. Handelt es sich um die Anfänge der Frauenbewegung, um deren geistige und politische Impulse wird (nach ersten geistigen Impulsen durch die Enzyklopädisten, namentlich Condorcets) in der Regel fast ausschließlich auf Olympe de Gouges (bzw. parallel noch Mary Wollstonecraft) verwiesen. Dabei betrat Lacombe, diedem Gros der Forschungsstränge zufolgeschon den Brotmarsch tausender Frauen nach Versailles Anfang Oktober 1789 anführte, mit dem Ludwig der XIV. zum Verlassen seines Schlosses und Umzug nach Paris gezwungen wurde, mit jeweils regelrechten Paukenschlägen die politische Bühne wie zweite Phase der Revolution. Zogen die Frauen 1789 auch akustisch weithin hörbar aus Paris nach Versailles – unter ihnen die bewaffneten Frauen aus der sogenannten „Brigade der Bäckerinnen“ –, so warf Lacombe angesichts der konterrevolutionären Gefahr Ende Juli 1792 auch den Männern des Konvents einen Stein der mit der Revolution auf die Straßen herabgestiegenen „Hälfte des Himmels“, sprich: weiblichen Massen der Volksbewegung, in den Garten.
Die „Erstürmerin der Tuilerien“ und der Konvent
„Am 25. Juli 1792 stellte sich eine junge Frau im Konvent als ‚Französin und Künstlerin ohne festen Wohnsitz‘ vor“, so Birgit Schönberger, „und überraschte die Abgeordneten mit einer ungewöhnlichen Petition: ‚Gesetzgeber, da ich dem Vaterland nicht mit finanziellen Mitteln zu Hilfe kommen kann, so will ich ihm wenigstens mit meiner Person dienen… Geboren mit dem Heldenmut einer Römerin und mit einem Hass auf alle Tyrannen, würde ich mich glücklich schätzen, etwas zur Vernichtung der Tyrannen beitragen zu können.‘ Und sie fuhr fort: ‚Was zögert ihr noch, La Fayette zu verhaften?… Wollt ihr warten bis die Feinde, denen ihr täglich unsere Städte ausliefert, in den Senat kommen und ihn mit Axt und Feuer zerstören?‘ Den Herren Abgeordneten verschlug es die Sprache. Die junge Frau, die dem Vaterland ihre wohlgemerkt bewaffneten Dienste antrug und sich erdreistete, den führenden Revolutionären Zimperlichkeit im Umgang mit den Anhängern der Monarchie vorzuwerfen, war Claire Lacombe, eine 27jährige Schauspielerin aus Südfrankreich (… ) Die Antwort auf ihre Petition fiel, wie zu erwarten, höflich desinteressiert aus. ‚Madame, Sie sind eher dazu prädestiniert, die Tyrannen zu besänftigen als sie zu bekämpfen.‘ Doch Claire Lacombe, entschlossen, sich ins revolutionäre Geschehen einzumischen, ließ sich durch derlei Kommentare nicht beirren. Wenige Wochen später, am 10. August, stellte sie ihren ‚Römerinnen -Mut‘ unter Beweis und tat sich als besonders wagemutig bei der Erstürmung der Tuilerien hervor. Sie wurde dafür ebenso wie Théroigne de Méricourt mit der Bürgerkrone ausgezeichnet.“
Der Frauenclub der Revolutionären Republikanischen Bürgerinnen
Im Mai 1793 gründeten Claire Lacombe und Pauline Léon den „Club der Revolutionären Republikanischen Bürgerinnen“. Nicht zuletzt mit dem ausgewiesenen Zieldie „inneren Feinde“ der Revolution (Girondisten, Gemäßigte und Konterrevolutionäre) zu bekämpfen. Mit Claire Lacombe und ihrer Mitstreiterin Pauline Léon, sowie auch Théophile Leclerc, brach sich (noch über Olympe de Gouges hinaus) bereits in der Französische Revolution von 1789 nicht nur der historisch breiter aufkeimende Gedanke der Gleichheit der Geschlechter über den politisch-juristischen Überbau hinaus Bahn, sondern erhoben die als Protagonistinnen der Bewegung der Frauen die Revolution sowohl aktiv mitgetragen wie mit ihren Aktionen mannigfach auch weitergetrieben habenden, in Gestalt der weiblichen Sansculottinnen ebenso die Forderung der organisierten Bewaffnung der Frauen zu einem ihrer wesentlichsten Anliegen. Schon an diesen beiden Aspekten scheinen bereits an der Wiege der modernen Frauenbewegung unterschiedliche Theorietraditionen auf.
„Die Frauen“ der Französischen Revolution – keine homogene Einheit
Denn, mit Dominique Godineau formuliert: „Die Frauen waren keine homogene Einheit. Wenn sie ihre Lage als Frau miteinander verband, so trennten sie politische und soziale Unterschiede.“ Zumal die weiblichen Sansculottinnen von den sog. „Damen der Salons“ und Gegnerinnen de Revolution.Oder in maximal durchsichtiger Weise anhand personifizierter Widerspruchspole wieLacombe und Léon auf der einen, Königin Marie-Antoinett oder auch Charlotte Corday, die Mörderin Marats, auf der Gegenseite.Aus dieser sozialen Konstellation wie politischem Koordinatensystem erschließt sich auch die harte Auseinandersetzung nicht nur mit Königin Marie-Antoinett, sondern dergleichen mit Olympe de Gouges.Die Autorin der „Deklaration der Frauenrechte“ stand für Lacombe, obwohl de Gouges die Revolution mitgetragen hatte, gleichwohl abseits der realen Frauenwelt, wie sie auf den Straßen von Paris und in der Provinz zu finden war. Mehr noch als so manch ambivalente Forderungen, monierte und erregte Claire Lacombe die Widmung der „Deklaration“ und der Appell an Marie-Antoinett sich der Frauenrechte auf Grundlage des ‚gleichen Geschlechts‘ anzunehmen. Als ob die Königin Frankreichs nicht vorrangig ihrem ‚Herrscher- oder genealogischen Geschlecht‘ verpflichtet war. Für die Frauen der Bewegung der Enragés war sie denn auch nicht oder nicht in erster Linie eine „Frau“, gar „Schwester“, sondern Verkörperung der absoluten Monarchie. Und de Gouges eine Gestalt abseits der wogenden Revolution, die sich eine eigene Existenz abseits des weiblichen Aufbruchs auf den Straßen, der revolutionären weiblichen Volksbewegung aus den breiten und unteren Schichten des Volkes (über den Rahmen weniger, privilegierter Frauen hinausgehend) aufbauen wollte und die Vermittlung suchte, während Claire Lacombe und die Frauen auf den Straßen die Revolution weitertreiben wolltenund die Hinrichtung Marie-Antoinetts forderten.Analoges galt im Bezug auf das Ancien Régime freilich umso mehr noch für direkt restaurative Wegscheiden wie bspw. der propagandistischen Zusicherung royalistischer Kräfte, die den Frauen noch im Revolutionsjahr 1789 versprachen, dass es bei Wiederherstellung der Allmacht des Königs Brot geben werde. Dieser antworteten die Frauen der Revolution, dass sie zwar Brot wollen, „aber nicht um den Preis der Freiheit“.
Eine Bruchlinie in der Frauenbewegung (die sich neben de Gouges auch auf jeweilige Weise gegen so herausragende Frauen wie Theroigne de Mericourt oder Etta Palm-Aelders entspann) und sich geschichtlich späterin den – gelinde gesagt – teils schroffen Auseinandersetzungen Clara Zetkins und Alexandra Kollontaismit der bürgerlichen Frauenbewegung (trotz gleichzeitig existierender gemeinsamer Interessen, Forderungen und diesbezüglicher Möglichkeiten auf Aktionseinheit)auf höherer historischer Stufegegen bürgerliche und kleinbürgerliche, sozial indifferente Mann-Frau-Dichotomienwiederholen wird. Ja, in der Verhandlung des jeweiligen zentralen Ausgangspunktes und der konkreten Bestimmung des Verhältnisses von Gemeinsamkeit der Klasse und der Gemeinsamkeit des Geschlechts die Frauenbewegung durch ihre Geschichte und maßgeblichen Wellen begleiten wird. Dass,um auch Unterschiede innerhalb der subalternen weiblichen Volksbewegung anzutippen,auch die sog. „Fischweiber“ und die „Hallenweiber“ keineswegs dieselben politischen Ansichten vertraten, wiewohl sie sich natürlich als Subjekt der Revolution verstanden und auch als solches handelten, sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Unterstreicht aber seinerseits nur noch einmal die verkürzte Rede von „den Frauen“ in der Französischen Revolution.
Der linke Flügel der Frauenbewegung – „Unten, wo das bürgerliche Leben konkret ist“ (Hegel)
Jedenfalls, so nochmalsBirgit Schönberger: „Was die Mehrzahl der Frauen bei Olympe de Gouges als einen abstrakten, zu weit von ihrer eigenen Lebensrealität entfernten Feminismus empfanden, übersetzte Claire Lacombe in praktische konkrete Forderungen“ und fand in ihren schwungvollen öffentlichen Auftritten sowie in der Verknüpfung der Gleichberechtigung der Frau mit dem Kampf um allgemeine Volksrechte und der Brot- und Versorgungsfrage den richtigen Ton, um Frauen quer durch die Schichten massenhaft mitzureißen und für ihre frauenspezifischen und sozialen Ideen zu begeistern.
Bereits Mitte August 1793, drei Monate nach seiner Gründung, stellte sich der Club unter dem Einfluss Claire Lacombes und Pauline Léons – gegen einige innere Widerstände – denn auch überhaupt offen auf die Seite der Enragés, den Wütenden und Zornigen. Unter Mottos wie „keine dienenden Frauen, keine Haustiere, sondern eine Phalanx zur Vernichtung der Aristokratie“ zu sein, kämpfte der Club um die Revolution, beteiligte sich an der Seite der Sansculotten am allgemeinen Kampf um die Volksrechte, trieb die Forderungen nach Gleichberechtigung der Geschlechter voran und focht um den politischen Brotpreis.
Entscheidend für Lacombes Wirken und Erfolg war sonach, dass sie neben der sog. Frauenfrage i.e.S. – von der Bildung von Frauenclubs, über die Forderung einer organisierten Bewaffnung der Frauen resp. das mit dem Bürgerstatus verbundene Recht Waffen zu tragen sowie des generellen Kampfes um die Gleichstellung der Geschlechter – vor allem soziale Probleme, allen voran die Versorgungs- und Lebensmittelfrage (mit)aufgriff und die Problemlagen in ihren Dimensionen vermittelte. Politisch kulminierend in der Brotfrage, da dieses angesichts der enormen Teuerung nicht nur immer unerschwinglicher wurde, sondern aufgrund der seinerzeitigen Produktionsbedingungen des Bäckerhandwerks mit seinen begrenzten Kapazitäten täglich Stunden des Schlangestehens verschlang.
Entsprechend erklärte sie, ein letztes Mal mit Birgit Schönberger, „allen Wucherern, Preistreibern und Hamsterern den Krieg und trat für die Festlegung von Höchstpreisen für die wichtigsten Grundnahrungsmittel ein. Damit verschaffte sie sich bei den ‚Frauen aus dem Volk‘, die durch die Lebensmittelknappheit vor allem mit dem täglichen Überleben ihrer Familien beschäftigt waren, großen Respekt.“
Der politische Brotpreis und die Perspektive der Gleichheit des Genusses sowie des Rechts auf ein gutes Leben
In der Französischen Revolution 1789 trat unter deren Losungen „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ an ihrem linken, vorwärtstreibenden Flügel damit zugleich – nach ersten Anfängen der „frumentatio“ unter den beiden (Volks-)Tribunen Roms Tiberius und Gaius Gracchus im 2. Jh. v.u.Z. – erstmals in der Moderne die Forderung nach der politischen Regulierung des Brotpreises, synonym für die Preisgestaltung der Grundnahrungsmittel unter staatlicher Regie sowie die bewusste Politisierung der Versorgungsfrage auf. Darin bricht sich, zur Linderung der unmittelbaren Not, zugleich ein Verständnis von Ungleichheit und Gleichheit Bahn, das über die Forderung nach gleichen Rechten und Gleichheit vor dem Staat hinausweist. Nicht nur die juristische Ungleichheit, wenngleich ein Markstein der Geschichte, gilt es zu überwinden, sondern ebenso die soziale Ungleichheit aufzuheben bzw. mindestens staatlich regulierend für eine menschenwürdige Existenz aller Sorge zu tragen.
Mehr noch: In Jean Mesliers (einem frühen gedanklichen Vorläufer des Pariser Umwälzungen) Konkretisierung, die Gleichheit durch eine allgemeine Hebung und Verallgemeinerung der Bedürfnisse in Angriff zu nehmen, steckte bereits die in der Französischen Revolution von den Enragés (der radikalsten linken Sektion der Pariser Bevölkerung) unter Anführung von Théophile Leclerc und Lepeletier entfaltete Perspektive der Gleichheit des Genusses. Ein Novum in der Geschichte, das von den Enragés noch um das verbriefte Recht auf ein gutes Leben erweitert wurde.
Jacques Roux, der führende Kopf der Enragés, schrieb in seinem „Manifest der Enragés“: „Die Freiheit ist ein leeres Gespenst, wenn eine Menschenklasse eine andere verhungern lässt, die Gleichheit ist ein leeres Gespenst, wenn die Reichen durch das Monopol über Leben und Tod der Armen verfügen.“
Im September 1793, Claire Lacombe war bereits selbst eine wesentliche treibende Kraft der Bewegung der Enragés, unterstrich die Sektion der Sansculotten, zugleich die zweite Seite der Medaille – die Einkommen miteinbeziehend – wiederrum: „Die Republik muss jedem die Mittel sichern, sich die zur Stillung der Grundbedürfnisse notwendigen Einkünfte zu sichern.“
Denn im seinerzeitigen Paris war Fleisch besserer Qualität am Vorabend der Revolution vorrangig den vornehmen Pariser Haushalten vorbehalten, während für das Volk weitgehend nur mindere Fleischware mit Knochen, Schlachtabfällen sowie Innereien erschwinglich waren. An Milchprodukten wie Käse oder Butter mangelte es den unteren Klassen und Schichten damals ebenso wie an Gemüse. Hauptnahrungsmittel war (ergänzt um je dieses oder jenes) im wesentlichen Brot. Und dessen Preis galoppierte den städtischen Volksmassen immer rasanter davon. Dazu gesellten sich noch immense spezifisch regionale und lokale Versorgungsprobleme quer durchs Land.
Eindrucksvoll zur damaligen Lage nach wie vor das Lied aus der „Proletenpassion“ der Politband „Schmetterlinge“: „Auf den Markt ging Marianne“, worin es in ihrer unübertrefflichen Weise mit Blick auf das Ganze der Markt- und Versorgungsverhältnisse heißt: „… mit der Tasche und der Kanne, kann nichts kaufen, kann nur suchen, denn die hohen Preise können nur die reichen Bürger brennen für das Brot und für den Kuchen. Marianne kann gut kochen, Suppen aus Karnickelknochen, doch auch Knochen gibt’s nicht hier…“
Entsprechend forderten die Enragés denn auch verbindliche Höchstpreise für Lebensmittel, die Beschlagnahmung von Getreidevorräten, die staatliche Kontrolle des Getreidehandels, eine entschiedene Unterbindung von Schiebern, Spekulanten, Wucherern, des Schwarzhandels und der Korruption, sowie konsequente Inangriffnahme der Versorgungsschwierigkeiten.
Unter dem Druck der Sansculotten und dem weiblichen Teil der Volksbewegung sowie auch aus jakobinisch politischem Verstand wurde im revolutionären Frankreich folglich eine allgemeine Preiskontrolle und die Lebensmittelversorgung unter staatlicher Regie eingeführt und etabliert.
Verbot der Frauenclubs und Ausschluss Lacombes et al aus dem öffentlichen politischen Leben
Ende Oktober 1793 indes, wurde der Club der Revolutionären Republikanischen Bürgerinnen (und mit ihm als führenden im Gefolge schließlich sämtliche Frauenclubs und -zusammenschlüsse) unter fadenscheinigen politischen Vorwänden und auf Grundlage und Propagierung eines tradierten, antiquierten Frauenbilds vom Konvent verboten. Die tieferen Gründe lagen, wie auch die Konventdebatte zeigt, in einem Amalgam aus politischen, taktischen Überlegungen – der politischen Position des Clubs, seine Nähe zu den Enragés und aktive, teils treibende Beteiligung an der Enragébewegung –, mit althergebrachten Vorurteilen und geschlechtsspezifischen Rollenverständnissen gegen den weiblichen Teil der Volksbewegung und reine Frauenclubs. Wie immer man die beiden Aspekte in ihrem Zusammenspiel historisch auch gewichtet, die Folge war ein Ausschluss der politisch aktiven Frauenclubs, deren politisch aktiver Frauen und der herausragendsten Köpfe unter ihnen aus dem öffentlichen politischen Leben – gepaart mit der Durchsetzung eines naturalistischen, bürgerlichen Frauenbilds auf Grundlage des „Bericht Amars“,der dem Verbot vorausging und gegen die politische Vereinigung von Frauen statuierte, dass sie „dann dazu gezwungen wären, wichtigere Aufgaben, zu denen die Natur sie ruft, dem zu opfern.“ „Diese häuslichen Aufgaben, zu denen Frauen von Natur aus bestimmt sind“, so der Bericht fortfahrend postulierend, „gehören selbst zur allgemeinen Ordnung der Gesellschaft“, zu einer angeblich „natürlichen“ Ordnung aus der Amar (s)eine soziale Ordnung ableitete.
So denn auch schon die von den Girondisten früh angezogene Propaganda gegen die Überschreitung der traditionellen Weiblichkeit, der sich nun auch immer mehr Jakobiner und plebejische Linke (etwa L’Ange) bedienten, die nun auf breiter Front gegen „Mannweiber“, die großteils „unverheiratet“ und „keine Familienmütter sind“, „sondern Abenteurerinnen, ziellos umherschweifende Weiber, emanzipierte Gören und weibliche Grenadiere“, zu Felde zog. Und allen voran gegen Claire Lacombe selbst, die man nochmals besonders zu diffamieren und zu isolieren suchte, bevor sie – nachdem sie mit Hilfe ‚ihrer‘ „Bäckerinnen“ vorübergehend aus Paris fliehen konnte – gemeinsam mit ihrer Kampfgefährtin und engen Freundin Pauline Léon sowie ThéophileLeclerc Anfang April 1794 verhaftet und der Sympathie mit dem kurz zuvor hingerichteten Führer der Hébatisten, Jacques-René Hébert, wegen verurteilt wurde. Am 20. August 1795 wurde sie schließlich nach 17 Monaten Haft freigelassen und ging nach Nantes, wo sie mindestens 3 Jahre als Schauspielerin an einem Provinztheater tätig war. Danach verlieren sich ihre Spuren. Ihre um drei Jahre jüngere Weggefährtin Pauline Léon starb 1838, ein Jahr nach Erscheinen des Werks Flora Tristans „Fahrten einer Paria“, der wir uns in Teil II widmen.
Quelle: KOMintern

