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Mit Sippenhaft gegen Pressefreiheit

Übernommen von Unsere Zeit:

Mittelalter statt Meinungsfreiheit: Die comdirect-Bank hat zwei Konten der Mutter des Journalisten Hüseyin Doğru gesperrt. Die Bank begründet diese offenkundig rechtswidrige Sperrung mit den EU-Sanktionen gegen Hüseyin Doğru – es bestehe ein „Kontrollverhältnis“ über die Guthaben durch den Sohn, behauptet das Unternehmen. Doğrus Mutter ist Rentnerin.

Ende März waren die Konten von Doğrus Ehefrau gesperrt worden. Der Journalist hat seitdem gar keine Möglichkeit mehr, seine drei Kinder zu ernähren.

Weder Doğru noch seiner Ehefrau noch seiner Mutter werden Straftaten vorgeworfen. Niemand hat Sanktionen gegen seine Frau oder seine Mutter verhängt. Seine Familie werde bewusst in den finanziellen Ruin getrieben, erklärte Doğru in seinem Telegram-Kanal. „Es scheint, als sei der einzige ‚Beweis‘ für diese außergerichtliche finanzielle Zerstörung die Tatsache, dass sie Mitglieder meiner Familie sind“, schreibt er dort.

Hüseyin Doğru ist deutscher Staatsbürger und Gründer von red.media. Er wurde am 20. Mai 2025 von der EU mit Sanktionen belegt. Ihm wird unterstellt, „systematisch falsche Informationen über politisch kontroverse Themen zu verbreiten, mit der Absicht, unter seinem überwiegend deutschen Zielpublikum ethnische, politische und religiöse Zwietracht zu säen“ – so die „Begründung“ der EU. Belege dafür gibt es nicht. Die Strafmaßnahmen wurden ohne Anhörung verhängt, ohne Anklage, ohne Prozess, ohne Urteil.

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di lässt Doğru im Stich. Für ihn setzt sich der Verein für Rechtsstaatlichkeit ein.

Quelle: Unsere Zeit

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