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Israelische Chemiewaffen-Einsätze deuten auf Bayer hin

Übernommen von Unsere Zeit:

Seit Jahren setzt Israel nicht nur Weißen Phosphor, sondern auch das Umweltgift Glyphosat als Waffe ein. Der Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) und der Menschenrechtsorganisation Medico International zufolge deutet einiges darauf hin, dass beide Kampfstoffe vom Bayer-Konzern stammen.

Anfang Februar dieses Jahres drangen Berichte an die internationale Öffentlichkeit, wonach die israelische Armee im Südlibanon und in den 2024 besetzten syrischen Gebieten Glyphosat versprüht haben soll. Dem libanesischen Ministerium für Landwirtschaft zufolge überschreite die Konzentration von Glyphosat in einigen Proben, die in der Region genommen wurden, „die normalen Werte um das etwa 20- bis 30-fache“ im Vergleich zu landwirtschaftlich eingesetzten Dosen. Schon der normale Gebrauch des Pestizids gilt nicht nur als höchst umweltschädlich, sondern auch als krebserregend. Libanons Präsident Joseph Aoun sprach entsprechend von einem „Umwelt- und Gesundheitsverbrechen“.

Der Vorfall betrifft Deutschland in besonderem Maße. Der Glyphosat-Hersteller Monsanto aus den USA wurde 2018 von Bayer aufgekauft. Diesen Zusammenhang verschweigen bürgerliche Medien oft, und das, obwohl der Glyphosat-Einsatz bereits im Frühjahr im Bundestag und auf einer Pressekonferenz des Auswärtigen Amtes zur Sprache kam. In beiden Fällen wurden keine Verbindungen zu Bayer hergestellt.

Organisationen wie die CBG haben darauf schon früher hingewiesen – die CBG in ihrem Aufruf zu den diesjährigen Ostermärschen. UZ berichtete. Auf der letzten Hauptversammlung des Bayer-Konzerns hatten zudem sowohl die CBG als auch mehrere Aktionäre den Bayer-Vorstand gefragt, ob der Chemie-Riese sein Pestizid an die israelische Armee liefere. Der Vorstand bestritt das.

Am vergangenen Donnerstag nun veröffentlichte Medico International gemeinsam mit seiner libanesischen Partnerorganisation Public Works (PW) einen Bericht mit dem Titel „Kartographien der Zerstörung: Israels Krieg gegen den Libanon“. Im Vorwort heißt es, „noch immer ist das erschütternde Ausmaß der Zerstörungen im Libanon durch die israelischen Streitkräfte insbesondere in Südbeirut und dem Südlibanon zu wenig bekannt.“ Neben zahlreichen Kriegsverbrechen wie Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen sowie systematische und nachhaltige Vertreibungen der Bevölkerung im Südlibanon listet der Bericht auch den wiederholten Einsatz von Weißem Phosphor durch Israel auf. Seit dem 8. Oktober 2023 seien „mehr als 397 Phosphorgeschosse auf Dutzende Gemeinden und Städte des Südlibanons abgefeuert“ worden, heißt es in dem Report.

Dass nicht nur Glyphosat, sondern auch der Weiße Phosphor mutmaßlich von Monsanto hergestellt wird, darüber sprach Jan Pehrke von der CBG auf einer anlässlich der Veröffentlichung der Untersuchung stattfindenden Pressekonferenz von Medico, PW und CBG. Amnesty International habe für das Jahr 2023 nachgewiesen, dass von Israel eingesetzte Phosphor-Munition aus US-Militärbeständen stamme. Monsanto beziehungsweise ein Tochterunternehmen betreibe im kalifornischen Soda Springs die einzige Produktionsstätte von elementarem Phosphor in den USA. Aus diesem Stoff werde sowohl Glyphosat als auch Weißer Phosphor hergestellt. Beides hatte US-Präsident Trump im Februar per Dekret als zentral für die „nationale Sicherheit“ eingestuft. Über den Monsanto-Phosphor sei zudem bekannt, dass er über einen israelischen Zwischenhändler an das US-Militär geliefert werde.

Dass die israelische Armee Weißen Phosphor seit 1982 wiederholt im Libanon, in Gaza und in der Westbank eingesetzt hat, ist relativ bekannt. Riad Othman, Nahostreferent bei Medico, wies indes darauf hin, dass auch Glyphosat 2014 im Gaza-Streifen militärisch „erprobt“ wurde.

Quelle: Unsere Zeit

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