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Putschisten-General: Ziel war Ermordung Zelayas. Costa Ricas Präsident soll vermitteln | Drucken |  E-Mail
Honduras
Dienstag, den 07. Juli 2009 um 22:00 Uhr
Kurz vor seiner Abreise nach Washington hat der rechtmäßige Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, heute in Managua informiert, dass der von ihm abgesetzte und von den Putschisten wieder eingesetzte Generalstabschef Romeo Vásquez ihm gegenüber zugegeben habe, dass am Tag des Staatsstreichs, 28. Juni, die Absicht bestanden habe, ihn zu ermorden. Der General habe jedoch im letzten Augenblick entschieden, den Präsidenten nach Costa Rica zu schicken. »Diese Gruppe ihrer Gegner wollte, dass Sie eliminiert werden«, zitierte Zelaya den General.

Nach diesen Erklärungen begab sich Zelaya nach Washington, wo er mit US-Außenministerin Hillary Clinton zusammentraf. Nach der Begegnung erklärte Clinton, die US-Administration werde eine »internationale Vermittlung« durch den Präsidenten von Costa Rica, Oscar Arias, unterstützen. Der Ministerin zufolge sollen sowohl Zelaya als auch der von den Putschisten eingesetzte »Übergangspräsident« Roberto Micheletti dieser Vermittlung zugestimmt haben. Eine Pressekonferenz Zelayas wird in Kürze erwartet.

Auch heute demonstrieren Tausende von Menschen in Tegucigalpa gegen die Putschisten. Vor dem Gebäude der honduranischen Staatsanwaltschaft stehen sie schwer bewaffneten Soldaten und Polizisten gegenüber, denen sie »Mörder, Mörder« entgegenrufen. Unter den Demonstranten befindet sich auch Zelayas Ehefrau Xiomara Castro, die erklärt hat, sie könne nicht emigrieren oder sich verstecken, wenn das Volk zur Verteidigung der Demokratie auf die Straße gehe.

Der mit den Putschisten verbundene Präsident des Obersten Gerichtshofes von Honduras, Jorge Alberto Rivera, überraschte unterdessen mit dem Vorschlag, der Kongress solle eine »Amnestie« für Zelaya beschließen. Dadurch könne der von den Putschisten-Behörden erlassene Haftbefehl aufgehoben werden, wodurch dem rechtmäßigen Präsidenten bei seiner Rückkehr nach Honduras keine Verhaftung mehr drohe. Dies könne seiner Ansicht nach eine Möglichkeit zur Lösung der »Krise« sein, so der Putschistenrichter. Unter den Aktivisten der Widerstandsbewegung wird dieser Vorschlag eher als »schlechter Scherz« gehandelt.

Eine weitere Schlappe erlitten die Putschisten bei Interpol, die den Antrag des Regimes auf Erlass eines internationalen Haftbefehls zurückgewiesen hat. Die Internationale Polizeibehörde wies darauf hin, dass die von den Putschisten erhobenen Anklagen rein politisch seien und deshalb nicht von Interpol verfolgt werden können. Weiter argumentiert die Organisation, dass die Putschisten selbst am Sonntag eine Rückkehr Zelayas nach Honduras verhindert haben. Nach einer Landung seiner Maschine hätte ein nationaler Haftbefehl vollstreckt werden können. Da dies verhindert wurde, gäbe es offensichtlich kein wirkliches Interesse an einer Verhaftung des rechtmäßigen Präsidenten.


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