Dienstag, 1. September 2015

Gasexplosion in AmuayBei einer Gasexplosion in der größten Raffinerie Venezuelas in Amuay (Punto Fijo, Bundesstaat Falcón) sind am Samstag morgen 39 Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere verletzt worden. Zunächst war von 26 Opfern ausgegangen worden, doch Vizepräsident Elías Jaua gab am späten Samstag abend (Ortszeit) die höhere Zahl bekannt. 18 Opfer seien Angehörige der Nationalgarde gewesen, viele weitere deren Angehörige, die sich in den nahegelegenen Unterkünften aufgehalten hätten.

Wie Erdölminister Rafael Ramírez dem staatlichen Fernsehen VTV sagte, habe die Detonation Feuer in zwei Tanks verursacht und nahegelegene Häuser zum Einsturz gebracht. Inzwischen sei die Lage wieder unter Kontrolle, die Raffinerie könne ihre Arbeit »innerhalb von maximal zwei Tagen« wieder aufnehmen. Energieknappheit sei im Land nicht zu befürchten, da Venezuela über genügend Reserven verfüge. Präsident Hugo Chávez verhängte eine dreitägige Staatstrauer und ordnete eine eingehende Untersuchung der Ursachen an.



Die Untersuchung der Katastrophe hat die Staatsanwaltschaft übernommen. Eine Expertenkommission ist an den Ort des Geschehens entsandt worden, um Beweise zu sichern.

Ein für diesen Sonntag geplanter Testlauf für die Präsidentschaftswahl wurde vom Nationalen Wahlrat (CNE) wegen der Ereignisse auf den 2. September verschoben. Unter den Opfern der Katastrophe befinden sich CNE-Präsidentin Tibisay Lucena zufolge auch zwei Angehörige der Nationalgarde, die gerade dabei waren, Unterlagen für den Testlauf in die Umgebung des Unglücksortes zu bringen.

Nicht wenige Venezolaner vermuten hinter dem Unglück einen Sabotageakt, um das Land im Vorfeld der Wahlen vom 7. Oktober zu destabilisieren. Die Publizistin Eva Golinger äußerte etwa, man könne zwar noch keine Schlussfolgerungen über die Tragödie von Amuay ziehen, »aber es wäre nicht das erste Mal, dass es vor Wahlen zu Sabotage gegen den Staat kommt«. Das Internetportal La Iguana wies zudem darauf hin, dass ein ebenfalls zu verzeichnender Hackerangriff auf drei Internetpräsenzen venezolanischer Institutionen praktisch zeitgleich zu der Explosion in Amuay erfolgt sei.

 

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