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60 Jahre Berliner VVN - Festveranstaltung und Konferenz am 19./20. Januar 2008 | Drucken |  E-Mail
Berlin
Donnerstag, den 17. Januar 2008 um 18:14 Uhr
Am 16./17. Januar 1948 gründete sich der Berliner Verband als letzter Landesverband der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Heute – nach nunmehr 60 Jahren antifaschistischen Engagements – gehört die VVN zum festen Bestandteil demokratischer zivilgesellschaftlicher Strukturen und antifaschistischer Bündnisse.



In ihr sind weit mehr als 60 Jahre Erfahrungen antifaschistischen Kampfes unter Bedingungen aufgehoben, die unterschiedlicher kaum sein können: Verfolgung und Widerstand unter den extremen Bedingungen des Nazi-Regimes, demokratischer Neubeginn im Kalten Krieg, zivilgesellschaftlicher Protest in der Bundesrepublik, Gestaltung eines neuen Deutschland im Osten samt Fehlern und Versäumnissen und dessen Niedergang – und dann ein erneuter Neubeginn im vereinten Deutschland.

Wir nehmen den 60. Geburtstag der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes zum Anlass, genau diese vielfältigen Erfahrungen – Erfolge, Rückschläge, daraus folgende Lernprozesse und Fortentwicklung eigener Positionen – zu reflektieren und für die Herausforderungen künftigen antifaschistischen Engagements fruchtbar zu machen.

Auf einer Konferenz unter dem Motto "Für eine Welt des Friedens und der Freiheit" werden wir diese Fragen aufwerfen. Sie findet statt am 20. Januar 2008 von 10 bis 18 Uhr im Blauen Salon, Franz-Mehring-Platz 1, in Berlin-Friedrichshain.

Am Vormittag steht in Podiums-Gesprächen die Geschichte der VVN im Mittelpunkt:

Für ein Gespräch über die VVN im sich teilenden Berlin steht Dr. Elke Reuter zur Verfügung. Über das Verhältnis der VVN zur Jüdischen Gemeinde gibt Dr. Peter Kirchner, der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Ostberlin, Auskunft.

Daran anschließend wird Prof. Dr. Hans Lauter als Zeitzeugen über die (Hinter)Gründe der Auflösung der VVN in der DDR berichten. Last but not least wird Ulrich Schneider zum großen Teil aus eigenem Erleben die lange Geschichte der VVN in der Bundesrepublik zwischen Repression, Selbstbehauptung und Öffnung veranschaulichen.

Der Nachmittag steht ganz im Zeichen künftiger "Antifaschistischer Perspektiven in Europa". In zwei Podiumsdiskussionen werden wir diesen nachgehen.

Zunächst diskutieren der Politikwissenschaftler und Zeithistoriker Dr. Harald Schmid von der Universität Kiel, der Generalsekretär der F.I.R., Dr. Ulrich Schneider und der Europaabgeordneten der Linken, Tobias Pflüger, moderiert von Michael Klundt, über die Frage: "Im Zeichen der Totalitarismustheorie? Erinnern und Gedenken an die Opfer des Naziregimes im vereinten Europa".

Im Anschluss daran werden sich die Europaabgeordnete der Grünen, Elisabeth Schroedter, die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Gudrun Hentges von der Hochschule Fulda und der Publizist Carsten Hübner, moderiert von Dr. Gideon Botsch, mit "Nazismus und Rassismus im Zeichen der Globalisierung" auseinandersetzen.

Am Vorabend – am Samstag, dem 19. Januar 2008 – findet von 18 bis 21 Uhr eine Festveranstaltung im Bernhard-Letterhaus-Saal des Abgeordnetenhauses zu Berlin in der Niederkirchnerstraße 5 den 60. Geburtstag der VVN feiern. Mit Grußworten von Heidi Knake-Werner, Walter Momper, Andreas Nachama, Petra Rosenberg, Christine Fischer-Defoy, musikalischer Umrahmung mit Gina Pietsch, Bettina Wegner, Karsten Troyke und Ehrung von Widerstandskämpfern und Überlebenden der NS-Verfolgung.

Sowohl die Konferenz als auch die Festveranstaltung sind öffentlich, der Eintritt ist frei, die Veranstaltungsorte sind behindertengerecht.

Quelle: VVN-BdA / RedGlobe 

 
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