ostermarsch2Das Netzwerk Friedenskooperative zieht eine positive Bilanz der diesjährigen virtuellen Ostermärsche. Auch wenn die in mehr als 80 Städten angedachten traditionellen Ostermärsche aufgrund der gegenwärtigen Corona-Krise nicht stattfinden konnten, haben Friedensbewegte zahlreiche kreative Wege gefunden, um ihren Protest in die Öffentlichkeit zu tragen. Als großer Erfolg wird gewertet, dass sich die Ostermärsche im 60. Jahr ihres Bestehens in Deutschland noch einmal vollkommen neu erfinden konnten. Zentrale Forderungen waren bei den Ostermärschen 2020  Abrüstung, eine atomwaffenfreie Welt und die Beendigung der katastrophalen humanitären Situation an der EU-Außengrenze. Insbesondere die Forderung „Gesundheit statt Rüstung“ wurde bei den diesjährigen Ostermärschen vielfach von Aktivist*innen gefordert.

Protest auf innovativen Wegen im 60. Jahr der Ostermärsche in Deutschland
Die Corona-bedingten Einschränkungen beim Versammlungsrecht haben in diesem Jahr zu einem Innovationsschub bei den Ostermärschen geführt. Statt die Ostermärsche ausfallen zu lassen, wurden alternative Aktionsformen geschaffen, an denen sich Aktive von zu Hause aus oder virtuell beteiligen konnten.

Über die Ostertage dekorierten zahlreiche Friedensbewegte ihre Fenster und Balkone mit Bannern sowie Friedensfahnen und verbreiteten Fotos davon in den Sozialen Medien. Die verschiedenen Online-Angebote wurden tausendfach genutzt. So füllten Friedensbewegte auf der Aktionswebseite www.ostermarsch.de ein virtuelles Peacezeichen aus. Außerdem organisierten verschiedene Friedensorganisationen am Ostersamstag  per Youtube-Stream den ersten rein virtuellen Ostermarsch in der Geschichte der Friedensbewegung. 

In Baden-Württemberg flog am Ostersamstag ein Flugzeug mit einem Werbebanner mit der Forderung „Abrüstung jetzt!“ über Schwäbisch Hall, Tübingen und Stuttgart. Außerdem organisierten etliche lokale und regionale Ostermarschbündnisse Kundgebungen via Videokonferenzen oder schalteten Anzeigen mit ihren Aufrufen in Lokalzeitungen.   In einzelnen Städten wie Gronau, Jagel oder Schwerin fanden Ostermarschaktionen im öffentlichen Raum unter Einhaltung von behördlichen Auflagen statt.

„Nicht einmal die Corona-Krise konnte die Ostermärsche im sechzigsten Jahr ihres Bestehens stoppen. Wir sind begeistert von der regen Beteiligung an den kreativen Aktivitäten rund um die diesjährigen Ostermärsche! Das war der mit Abstand beste virtuelle Ostermarsch, den es je gegeben hat!“, erklärt Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative.

Forderungen der Ostermärsche 2020
„Die Forderung nach Abrüstung war in diesem Jahr bei vielen Oster-Aktivitäten der Friedensbewegung im Mittelpunkt. Angesichts der Corona-Krise zeigt sich, dass die drastische Erhöhung der Rüstungsausgaben eine Fehlinvestitionen war. Seit Jahren fordert die Friedensbewegung, dass das viele Geld besser in Bereichen wie dem Gesundheitswesen investiert wäre. Die aktuelle Situation zeigt, wie sehr die Friedensbewegung mit der Forderung Gesundheit statt Rüstung Recht hat.“, so Philipp Ingenleuf vom Netzwerk Friedenskooperative.

Auch die Forderung nach nuklearer Abrüstung war in diesem Jahr im Fokus zahlreicher Oster-Aktivitäten. „Die Friedensbewegung fordert den Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbot und den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland.“, so Marvin Mendyka vom Netzwerk Friedenskooperative. Besonders aktuell ist die Forderung in diesem Jahr vor dem Hintergrund der Anschaffung eines neuen atomwaffenfähigen Flugzeuges für die Bundeswehr.

Ebenfalls bei zahlreichen Oster-Aktivitäten der Friedensbewegung wurde die katastrophale humanitäre Situation an der EU-Außengrenze, speziell im griechischen Flüchtlingslager Moria, skandalisiert. „Es ist inakzeptabel, dass die Friedensnobelpreisträgerin EU hier nicht handelt! Menschenrechte sind universell und lassen sich durch Corona nicht aussetzen. Menschen, die unter anderem auf der Flucht vor Kriegen sind, verdienen unseren Schutz.“, so Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative.

Quelle: Netzwerk Friedenskooperative