Nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten in den USA hat der Sprecher des Vereins „Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland“, Tahir Della, die fehlende Auseinandersetzung mit Rassismus in Deutschland kritisiert. „Die Tatsache, dass Rassismus eben nicht als ein systemisches Problem wahrgenommen wird, vor allem nicht von den Verantwortlichen in Polizei, Justiz oder Politik ist sehr typisch für Deutschland“, sagt Della der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“ (Freitagsausgabe). „Es wird ständig von Einzeltätern gesprochen, obwohl offenkundig ist, dass es ein gesellschaftlich übergreifendes Problem gibt, auf verschiedensten Ebenen.“ Della fordert deshalb eine unabhängige Struktur, die bei Menschenrechtsverletzungen und rassistischen Vorfällen intervenieren und Sanktionen verhängen kann. „Aktuell muss man sich ja bei der Polizei über die Polizei beschweren. Das ergibt keinen Sinn“, so Della.

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Neues Deutschland via ots