Am Freitag Proteste an den großen Flughäfen in Deutschland

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft hat am heutigen Donnerstag (18. Juni) ihr Luftverkehrskonzept für den Neustart des Luftverkehrs nach der Covid-19-Krise vorgelegt und ruft für den morgigen Freitag (19. Juni) zu bundesweiten Protestaktionen der Beschäftigten der Branche für Arbeitsplatzsicherheit, Beschäftigungs- und Einkommensschutz auf. An den Aktionen nehmen Beschäftigte von Bodenverkehrsdiensten, Flughäfen, Airlines und Technikdiensten teil; Aktionen unter Berücksichtigung der Covid-19-Auflagen finden an den Flughäfen München, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Berlin und Düsseldorf (dort auch mit Beschäftigen aus Hannover) statt.

„Wir setzen mit unserem Luftverkehrskonzept einen konkreten Kontrapunkt zur bisherigen Form des Luftverkehrs. Die Prägung durch Deregulierungen sowie einen ruinösen Wettbewerb auf Kosten von Umwelt und Beschäftigten muss beendet werden“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Mit dem Konzept lege ver.di konkrete Forderungen und Sichtweisen aus Beschäftigtenperspektive vor. „Mit dem Konzept zeigen wir, dass die angeblichen Gegensätze von guten Arbeitsbedingungen, Klimaschutz, Beschäftigung und Nachhaltigkeit im Luftverkehr versöhnt werden können.“

Angesichts des ungewissen Neustarts des Luftverkehrs müssten die Politik, die Unternehmen und die Gewerkschaften gemeinsam die Weichen neu stellen, so Behle weiter. Einen erfolgreichen Neustart des Luftverkehrs könne es nur mit den Beschäftigten geben. Diese fühlten sich jedoch angesichts der aktuellen Entwicklungen und Marktanpassungen abgehängt. Angst, Unruhe und Empörung machten sich breit, weil Unternehmen, denen staatliche Hilfen in Milliardenhöhe gewährt werden, im selben Atemzug Beschäftigungsabbau und Gehaltskürzungen ankündigten.

In der Luftverkehrsindustrie arbeiten in Deutschland rund 300.000 Beschäftigte. Rund 240.000 davon befinden sich derzeit in Kurzarbeit.

Quelle:

ver.di

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