Übernommen von Terre des Femmes:
Die Bundesregierung hat Zahlen zur Weiblichen Genitalverstümmelung (engl. female genital mutilation, kurz FGM) erhoben. Sie sind erschreckend: Rund 11.100 Mädchen in Deutschland sind von FGM betroffen, weitere 25.000 sind gefährdet. 86.500 Frauen, die in Deutschland leben, sind nach der Schätzung des Ministeriums betroffen.
„Diese Zahlen machen deutlich: Weibliche Genitalverstümmelung betrifft auch Mädchen und Frauen, die in Deutschland leben – und jede einzelne von ihnen hat ein Recht auf Schutz und Unversehrtheit“, sagt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES.
Weltweit sind laut WHO geschätzt mehr als 230 Millionen Frauen betroffen. Weitere 4 Millionen Mädchen sind jedes Jahr gefährdet. FGM wird in mindestens 92 Ländern praktiziert, auf allen Kontinenten. In Deutschland ist FGM erst seit 2013 ein eigener Straftatbestand.
„Die Zahlen des BMBFSFJ zeigen das erschreckende Ausmaß, das weibliche Genitalverstümmelung auch in Deutschland hat. Als Staat, in dem körperliche Unversehrtheit ein Grundrecht ist, müssen diese Zahlen absolut alarmierend sein, endlich effektive Maßnahmen zu unternehmen – in der Prävention, in der Aufklärung von Fachpersonal, in der Sensibilisierung von Menschen, die mit Betroffenen und bedrohten Mädchen zu tun haben“, sagt Christa Stolle weiter.
TDF arbeitet seit der Gründung des Vereins 1981 zum Thema und hat ebenfalls eine Dunkelzifferschätzung für das Jahr 2024 erstellt. Die Methodik der Schätzung ist ähnlich wie die des Bundesministeriums, und auch TDF kommt zu sehr ähnlichen Zahlen. Die Schätzung des BMBFSFJ ist ein wichtiger erster Schritt, nun müssen Maßnahmen und eine gesicherte staatliche Finanzierung folgen.
Quelle: Terre des Femmes

