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Friedensorganisationen verurteilen erneuten Einsatz russischer Mittelstreckenwaffe

Netzwerk Friedenskooperative

Übernommen von Netzwerk Friedenskooperative:

Forderung nach sofortigen Rüstungskontroll- und Abrüstungsverhandlungen

Pressemitteilung der Kampagne "Friedensfähig statt erstschlagfähig." vom 9.1.2026

Die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ verurteilt den gestrigen erneuten Einsatz der russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik auf ukrainisches Gebiet. Dieser zweite Einsatz eines ballistischen landgestützten Raketensystems mittlerer Reichweite, das sowohl konventionelle wie nukleare Sprengköpfe tragen kann, stellt eine weitere massive Eskalation der bestehenden Kriegsdynamik dar und bedroht die Sicherheit ganz Europas.

Die Entscheidung Wladimir Putins, solche Waffen nach dem erstmaligen Einsatz im November 2024 erneut auf Ziele in der Ukraine zu richten und – laut russischem Verteidigungsministerium – seit Ende Dezember 2025 auch in Belarus zu stationieren, unterstreicht, wie schnell die Welt in ein gefährliches Wettrüsten abzurutschen droht, wenn verbindliche Rüstungskontrolle und Abrüstung nicht mit höchster Priorität vorangetrieben werden.

Jede Stationierung und Verwendung von Mittelstreckenwaffen – gleich ob konventionell oder potenziell nuklearfähig – erhöht unweigerlich das Risiko von Fehlkalkulationen, unkontrollierten Eskalationen und unermesslichem menschlichem Leid. Statt auf Drohkulissen und Gewalt zu setzen, braucht Europa jetzt ein starkes Signal für Diplomatie, Rüstungskontrolle und Abrüstung“, so Angelika Wilmen, Sprecherin der Kampagne.

„Das Wettrüsten mit destabilisierenden Mittelstreckenwaffen in Europa ist enorm riskant und gefährlich. Der INF-Vertrag verbot diese Waffen aus guten Gründen. Wir fordern alle Staaten auf, die Entwicklung und den Einsatz dieser Waffen zu beenden! Und wir appellieren an die Bundesregierung, die Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu stoppen und keine Mittelstreckenwaffen zu kaufen oder selbst zu entwickeln! Das Ziel muss ein INF-Folgeabkommen sein und keine Schaffung eigener Erstschlagfähigkeiten“, betont Simon Bödecker, Sprecher der Kampagne.

In der zivilgesellschaftlichen Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig“ setzen sich mehr als 55 Organisationen und Gruppen für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen ein.

 

Pressekontakt:
Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!
E-Mail:
info [at] friedensfaehig [dot] de (info[at]friedensfaehig.de)

Web: https://friedensfaehig.de/

Quelle: Netzwerk Friedenskooperative

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