Übernommen von Netzwerk Friedenskooperative:
Gegen Wehrpflicht und Kriege, für das Völkerrecht
Am heutigen Karsamstag finden bundesweit in rund 70 Städten Ostermärsche statt, u.a. in Berlin, Bonn, Bremen, Duisburg, Köln, Leipzig, München sowie Stuttgart, aber auch in kleineren Städten wie Düren, Plauen und Traunstein. Der Karsamstag ist der Hauptaktionstag der Ostermärsche mit den meisten Veranstaltungen.
Unter dem Eindruck des Krieges im Iran, des anhaltenden Leids in Gaza und des nun über vierjährigen Krieges Russlands gegen die Ukraine mobilisiert die Friedensbewegung zu lautstarkem Protest. Zentrale Forderungen sind die universelle Einhaltung des Völkerrechts, sofortige diplomatische Initiativen, das Ende des Aufrüstungskurses der Bundesregierung sowie die Ablehnung der Wehrpflicht.
Bereits am Gründonnerstag und Karfreitag haben die Ostermärsche eine gute Beteiligung erfahren. Für den heutigen Karsamstag und die verbleibenden beiden Aktionstage bis Montag rechnet das Netzwerk Friedenskooperative ebenfalls mit einer guten Resonanz.
Noch nie erlebte Fülle an Themen zu Ostern
Kristian Golla, der seit Anfang der 1990er-Jahre die Informationsarbeit zu den Ostermärschen beim Netzwerk Friedenskooperative leitet, erklärt: „Es ist wichtig, dass so viele Menschen für Frieden auf die Straße gehen. Denn die Themen werden nicht weniger, ganz im Gegenteil. In bald 40 Jahren Ostermarscharbeit habe ich es noch nie erlebt, dass es zu Ostern so eine große Fülle an Krisen auf der Welt gibt. Das stimmt mich sehr nachdenklich, aber es zeigt auch, wie wichtig das Engagement für Frieden ist.“
Iran und Nahost: Flächenbrand stoppen, Völkerrecht ohne Doppelstandards verteidigen
Ein alles überschattendes Thema auf den diesjährigen Kundgebungen ist der Krieg im Iran und der Golfregion sowie die andauernde Gewalt in Israel, Palästina und Libanon. Die Friedensbewegung fordert einen sofortigen Waffenstillstand. Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran, ebenso wie der Militäreinsatz Israels im Libanon und in Palästina, müssen sofort gestoppt werden.
„Die Bundesregierung muss sich für die Einhaltung und Wahrung des Völkerrechts viel stärker und ohne jegliche Doppelstandards einsetzen“, insistiert Kristian Golla. „Die täglichen Bombardements und Raketenangriffe – ob im Libanon, im Iran, in Israel, im Sudan oder in der Ukraine – müssen enden. Wir fordern unmissverständlich: Deutschland darf sich an dem Krieg gegen den Iran weder direkt noch indirekt beteiligen. Jegliche logistische Unterstützung militärischer Schläge über US-Stützpunkte in Deutschland, wie Ramstein, muss ausgeschlossen werden. Außerdem muss der Luftraum für US-Militärflugzeuge über Deutschland geschlossen werden.“
Wehrpflicht-Debatte verhilft Friedensbewegung zu Generationswechsel
Ein zentrales Thema der diesjährigen Ostermärsche ist die Wehrpflichtdebatte. Das Netzwerk Friedenskooperative rechnet mit mehr jungen Menschen bei den Ostermärschen. Bei vielen Ostermärschen treten junge Menschen, die durch die Wehrpflicht-Debatte politisiert wurden, selbst als Redner*innen auf. „Junge Menschen dürfen unter keinen Umständen zum Dienst an der Waffe gezwungen werden. Wir lehnen alle Pläne für eine neue Wehrpflicht entschieden ab“, erklärt Kristian Golla. Das Netzwerk stellt sich solidarisch hinter den Protest der Jugend. „Dass sich die Jugend nun vermehrt gegen diese Militarisierung wehrt, gibt der Friedensbewegung Auftrieb. Dieser gemeinsame Protest ist ein starkes Signal und treibt den wichtigen Generationswechsel in der Friedensbewegung spürbar voran“, so Kristian Golla weiter.
Ukraine: Waffenstillstand und Verhandlungen jetzt
Auch die Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine ist zentraler Bestandteil der Aufrufe. Die andauernden Angriffe auf Zivilist*innen machen erneut die Dringlichkeit einer friedlichen Lösung deutlich. „Nach über vier Jahren Krieg und unzähligen Opfern zeigt sich, dass der Weg zum Frieden für die Menschen in der Ukraine nicht über immer mehr Waffen führt, sondern über ernsthafte Verhandlungen“, erklärt Golla weiter. „Von der Bundesregierung erwarten wir, dass sie diplomatische Initiativen proaktiv fördert und auf einen nachhaltigen Frieden hinwirkt, der für alle Beteiligten tragfähig ist.“
Nein zu US-Mittelstreckenwaffen und europäischen „Atomschirm“-Debatten
Das traditionelle Thema der Ostermärsche, die nukleare Abrüstung, steht 2026 angesichts der aktuellen Bedrohungslage besonders im Fokus. Das Netzwerk lehnt die Debatten um einen europäischen Atomschirm ab. „Diese Diskussionen sind leichtfertig und brandgefährlich. Nur eine atomwaffenfreie Welt ist eine sichere Welt! Wir fordern das Ende der nuklearen Teilhabe, den Abzug der US-Atombomben aus Büchel sowie den sofortigen Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag.“
Die Friedensbewegung kritisiert ebenso scharf die ab diesem Jahr geplante Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland. „Durch die Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen wird Deutschland im Ernstfall zur Zielscheibe. Wir lehnen alle Mittelstreckenwaffen in Europa – ob amerikanische oder russische – grundsätzlich ab“, warnt Kristian Golla.
Geld für Soziales statt für Rüstung
„Die Ostermärsche fordern mit Nachdruck von der Bundesregierung, dass Deutschland friedensfähig statt kriegstüchtig wird“, so Kristian Golla, der über Ostern Ansprechpartner beim Netzwerk Friedenskooperative für die Presse ist. „Statt den Rüstungsetat auf Kosten sozialer Bereiche immer weiter aufzublähen und das 5-Prozent-Ziel der NATO blind zu verfolgen, sind eine kluge Diplomatie und Abrüstungsverträge gefragt.“
Weiterer Verlauf der Ostermärsche bis Ostermontag
Im Gegensatz zum Hauptaktionstag am Karsamstag finden am Ostersonntag weniger Ostermärsche statt. Der Ostermarsch Rhein-Ruhr macht Halt in Gelsenkirchen, Bochum, Essen, Herne und Wattenscheid. Ein weiterer Ostermarsch findet am Sonntag in Frankfurt/Oder statt. Zum Abschluss am Ostermontag steigt die Zahl der Veranstaltungen noch einmal deutlich mit Aktivitäten in über 20 Städten, so etwa mit großen Abschlusskundgebungen in Dortmund, Frankfurt/Main, Hamburg, Nürnberg und am Fliegerhorst in Büchel, wo die Friedensbewegung traditionell für den Abzug der US-Atombomben demonstriert.
Nützliche Hinweise:
- Alle Ostermarsch-Termine: https://www.friedenskooperative.de/termine?thema=69
- Ostermarsch-Termine für die einzelnen Tage gibt es hier: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026/termine
- Ostermarsch-Termine nach Bundesland: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026/termine
- Die Reden, bei denen wir um Berücksichtigung der Sperrfristen bitten, sind zu finden unter: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026/reden
- Aufrufe, Pressesplitter und alle weiteren Informationen sind zu finden unter: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026
- Der Aufruf des Netzwerk Friedenskooperative kann hier nachgelesen werden.
Bitte beachten Sie zur Vermeidung von Fehlern bzgl. der Rolle des Netzwerk Friedenskooperative bei den Ostermärschen unser Presse-FAQ. Die Ostermärsche werden in lokaler und regionaler Verantwortung organisiert. Nicht das Netzwerk Friedenskooperative organisiert die Ostermärsche in den Städten, sondern die Veranstalter*innen vor Ort. Das Netzwerk Friedenskooperative stellt diese Informationen der Ostermarsch-Veranstalter*innen gesammelt zur Verfügung. In den lokalen Aufrufen gibt es häufig diverse eigene Themen und Forderungen sowie unterschiedliche Schwerpunktsetzungen.
Pressekontakt
Das Büro des Netzwerk Friedenskooperative beantwortet gerne Presseanfragen zu einzelnen Terminen und vermittelt Interviewpartner*innen. Das Büro ist über Ostern durchgehend erreichbar.
Gerne können Sie uns mitteilen, wer aus Ihrer Redaktion Dienst hat, damit wir Sie gezielt mit allen Presseinfos rund um die Ostermärsche versorgen können.
Für weitere Informationen und Presseanfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Kristian Golla, Netzwerk Friedenskooperative
Tel.: 0228 / 692904
E-Mail: info [at] friedenskooperative [dot] de
Quelle: Netzwerk Friedenskooperative

