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Friedensbewegung pocht auf Einhaltung des Völkerrechts und kritisiert Aufrüstung und Wehrpflicht

Netzwerk Friedenskooperative

Übernommen von Netzwerk Friedenskooperative:

Pressemitteilung des Netzwerk Friedenskooperative vom 1. April 2026

Thema

Friedensbewegung
Iran
Ostermarsch
Völkerrecht

Die Ostermärsche starten am Gründonnerstag mit ersten Aktionen in Erfurt, Jena, Regensburg und Königs Wusterhausen. Die Hauptaktionstage werden Karsamstag und Ostermontag sein. Mit Demonstrationen, Kundgebungen, Fahrradtouren und weiteren Aktionsformen wird die Friedensbewegung auch 2026 ihre Themen in die Öffentlichkeit bringen. Bei den mehr als 100 dezentral organisierten bundesweiten Ostermärschen werden die Kriege in Nahost und der Golf-Region, in der Ukraine, der Protest gegen Aufrüstung und die Reaktivierung der Wehrpflicht im Fokus stehen. Die Friedensbewegung fordert von der Bundesregierung diplomatische Initiativen zur Beendigung der Kriege, eine Stärkung des Völkerrechts und Einsatz für die Leidtragenden der Kriege.

„Wir rechnen mit Zehntausende, die rund um Ostern für Frieden und Abrüstung auf die Straße gehen werden. Gründe dafür gibt es im Moment leider mehr als genug. Insbesondere der völkerrechtswidrige Krieg der USA und Israels gegen den Iran treibt viele Menschen um.“, so Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative. Das Netzwerk Friedenskooperative warnt davor, bei der Beurteilung von Kriegen mit zweierlei Maß zu messen. „Wir fordern von der Bundesregierung, die Völkerrechtswidrigkeit dieses Krieges endlich genauso klar zu benennen wie beim russischen Angriff auf die Ukraine. Zudem muss sie die USA und Israel dazu auffordern, den Krieg zu beenden, und jegliche militärische Unterstützung einstellen.“, so Golla weiter.

Sowohl der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages als auch der Bundespräsident Steinmeier haben die Völkerrechtswidrigkeit des Kriegs gegen den Iran bestätigt. Ein Beispiel könne sich die Bundesregierung an Spanien nehmen. Das Land hat seinen Luftraum für US-Flugzeuge gesperrt, die in den Krieg gegen den Iran involviert sind. Denn der Wissenschaftliche Dienst erklärt weiter, dass die Nutzung der US-Militärbasen in Deutschland als Beihilfe nicht ausgeschlossen werden kann.

Ablauf der Ostermärsche 2026
Nach dem Auftakt am Gründonnerstag, folgen am Karfreitag Ostermärsche u.a. in Chemnitz, Gronau, Biberach, Bruchköbel und Jagel. Am Karsamstag finden in rund 70 Städten Aktionen der Friedensbewegung statt, darunter Stuttgart, Wiesbaden, Bremen, Köln, Flensburg und Berlin. Den Abschluss der Ostermärsche bilden die rund 30 Aktionen, die am Ostermontag u.a. in Frankfurt am Main, Ulm, Dresden, Hamburg, Nürnberg und Büchel stattfinden.

Hinweis: Bitte beachten Sie zur Vermeidung von Fehlern bzgl. der Rolle des Netzwerk Friedenskooperative bei den Ostermärschen unser Presse-FAQ. Die Ostermärsche werden in lokaler und regionaler Verantwortung organisiert. Nicht das Netzwerk Friedenskooperative organisiert die Ostermärsche in den Städten, sondern die Veranstalter*innen vor Ort. Das Netzwerk Friedenskooperative stellt diese Informationen der Ostermarsch-Veranstalter*innen gesammelt zur Verfügung. In den lokalen Aufrufen gibt es häufig diverse eigene Themen und Forderungen sowie unterschiedliche Schwerpunktsetzungen.

Themen der Ostermärsche 2026:
Die diesjährigen Ostermärsche stehen ganz im Zeichen der sich zuspitzenden globalen Konfliktlage, wobei neben den verheerenden Kriegen in der Ukraine, im Südlibanon und Gaza, im Sudan und in der DR Kongo besonders die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen im Iran das Geschehen bestimmen. Die Friedensbewegung richtet dabei eine deutliche Forderung an die Bundesregierung, diplomatische Initiativen für Frieden zu forcieren und das Völkerrecht konsequent statt selektiv anzuwenden. In diesem Zusammenhang werden sowohl der russische Angriff auf die Ukraine als auch die jüngsten Schläge der USA und Israels gegen den Iran sowie die US-Intervention in Venezuela als völkerrechtswidrig scharf kritisiert.

Ein massiver Kritikpunkt bleibt die voranschreitende globale Aufrüstung, die nach Ansicht der Demonstrierenden ein enormes Eskalationsrisiko birgt und dringend benötigte finanzielle Mittel für den Klimaschutz, das Bildungswesen sowie den Sozial- und Gesundheitssektor bindet. Besonders die für 2026 geplante Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland sowie die entsprechenden Gegenmaßnahmen Russlands in Belarus werden als gefährliches Wettrüsten abgelehnt. Die Bewegung spricht sich zudem entschieden gegen die Entwicklung eigener Mittelstreckensysteme durch EU-Staaten aus und fordert stattdessen eine Wiederbelebung der Rüstungskontrolle. Angesichts der anhaltenden Gefahr eines atomaren Konflikts und der Debatten um einen europäischen Nuklearschirm bekräftigen die Teilnehmenden ihre Forderung nach einer vollständigen nuklearen Abrüstung. Dies schließt den Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbot sowie den Abzug der in Büchel stationierten US-Atombomben explizit ein.

Ein weiteres zentrales Anliegen der diesjährigen Proteste ist die strikte Ablehnung der Wehrpflicht, da die Zwangsverpflichtung junger Menschen zum Dienst an der Waffe als fataler Schritt hin zu einer weiteren Militarisierung der Gesellschaft betrachtet wird.

Pressekontakt
Das Büro des Netzwerk Friedenskooperative beantwortet gerne Presseanfragen zu einzelnen Terminen und vermittelt Interviewpartner*innen. Das Büro ist über Ostern durchgehend erreichbar.

Gerne können Sie uns mitteilen, wer aus Ihrer Redaktion Dienst hat, damit wir Sie gezielt mit allen Presseinfos rund um die Ostermärsche versorgen können.

Für weitere Informationen und Presseanfragen steht Ihnen zur Verfügung:

Kristian Golla, Netzwerk Friedenskooperative
Tel.: 0228 / 692904
E-Mail: info [at] friedenskooperative [dot] de

Quelle: Netzwerk Friedenskooperative

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