Übernommen von Unsere Zeit:

Die DKP Soest/Hamm und das Generalkonsulat der Russischen Föderation haben am 22. Juni gemeinsam eine Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Zwangsarbeit in Werne anlässlich des 85. Jahrestags des Überfalls Deutschlands auf die Sowjetunion organisiert. In der Grabstätte ruhen die sterblichen Überreste von mehr als 100 sowjetischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Sie waren unter unmenschlichen Bedingungen etwa in den Kohlebergwerken des Ruhrgebiets ausgebeutet worden.
In seiner Ansprache erinnerte Vizekonsul Alexander A. Fedulov daran, dass die Beweise für die furchtbaren Verbrechen der deutschen Faschisten gegen die Bürger der Sowjetunion der ganzen Welt seit Langem bekannt sind. Als eines der grausamsten Beispiele des Völkermordes nannte er die Blockade Leningrads. Während der fast 900 Tagen dauernden Blockade starben mehr als eine Million Bewohner der Stadt. Die faschistische Wehrmacht vernichtete sie gezielt durch Aushungern und Beschuss.
Dr. Herbert Klein, Historiker und Mitglied der DKP, schilderte die Verhältnisse, unter denen Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Werne leiden mussten. Er informierte zudem über Veränderungen an der Gedenkstätte, die vorgenommen wurden, ohne diplomatische Vertretungen der Russischen Föderation zu konsultieren. Jetzt ist in der Gedenkstätte nur noch von „Zwangsarbeit“ die Rede. Die Toten werden nicht mehr als Opfer des Völkermords an der Bevölkerung der Sowjetunion bezeichnet. So werden die Verbrechen der Nazis verharmlost. Nach dem Zwei-plus-Vier-Vertrag sowie dem Vertrag über den Erhalt und die Pflege der etwa 4.000 sowjetischen Grabstätten in der BRD von 1992 ist die Konsultation diplomatischer Vertretungen Russlands vor Veränderungen an den Stätten Pflicht.
Der Sprecher der DKP Soest/Hamm, Paul Georg Lisztewink, verlas abschließend ein Grußwort von Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP. Köbele mahnte an, Lehren aus Krieg und Faschismus zu ziehen und den Kampf gegen Russophobie, Hochrüstung und Kriegsvorbereitungen und gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und der Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland zu führen.
Quelle: Unsere Zeit

