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Es wird wieder gestreikt

Übernommen von Unsere Zeit:

Am vergangenen Wochenende hat in Essen die dritte bundesweite Schulstreikkonferenz der Bewegung „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ stattgefunden. Auf der Konferenz kamen über 200 Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Land zusammen, um in Workshops über Themen wie Kriegsdienstverweigerung, bundeswehrfreie Schulen und die Verknüpfung der Schulstreiks mit der Arbeit in Schülervertretungen zu beraten.

Zentraler Bestandteil der Konferenz war die Diskussion über eine gemeinsame Abschlussresolution. Alle Streikkomitees konnten vorab über einen Entwurf diskutieren und Änderungsanträge einreichen, die dann vor Ort in Essen diskutiert und abgestimmt wurden. Nach ausführlichen Beratungen wurde am Ende ein Dokument angenommen, in dem die nächsten Schritte der Bewegung festgehalten sind. So wurde der Termin für den nächsten Schulstreik auf den 25. September gelegt. Dieses Datum ist aus verschiedenen Gründen bedeutend. Der Streik findet kurz nach dem Weltfriedenstag am 21. September statt und kurz vor dem zentralen Aktionstag des DGB gegen Sozialkürzungen am 26. September. Die Konferenz hat diese Kürzungen der Bundesregierung mit großer Mehrheit verurteilt und sucht den Schulterschluss mit den Gewerkschaften. Einen weiteren Ansporn, an diesem Tag zu demonstrieren, bietet das parallel in Hamburg stattfindende NATO-Manöver „Red Storm Charlie“, bei dem konkret für den Krieg geübt wird.

Die Teilnehmenden der Schulstreikkonferenz machten in ihren Redebeiträgen immer wieder deutlich, dass die Wehrpflicht ein Teil der Kriegsvorbereitung in diesem Lande ist und dass der Widerstand dagegen größer werden muss. Denn die Maßnahmen schreiten voran. Während alle männlichen 18-Jährigen derzeit „nur“ gezwungen werden, verpflichtende Fragebögen zur Wehrerfassung auszufüllen, sollen im Juli 2027 die verpflichtenden Musterungen beginnen.

Mit Blick auf die Zukunft sagte ein Schüler aus dem Streikkomitee Essen in seinem Grußwort: „Ich bin 15 Jahre alt. Früher habe ich mich auf meinen 18. Geburtstag gefreut, heute habe ich Angst davor.“ Vielen dürfte es ähnlich ergehen. Umso entschlossener sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz, alles zu geben, um den Kampf gegen die Wehrpflicht zu vergrößern. Während bei den letzten drei bundesweiten Schulstreiks jeweils knapp 50.000 Menschen auf die Straße gingen, wurden viele Schülerinnen und Schüler noch nicht erreicht. Diese gilt es nun anzusprechen und für den gemeinsamen Kampf für ein Leben in Frieden zu gewinnen.

Die nächste bundesweite Schulstreikkonferenz wird im November stattfinden.

Quelle: Unsere Zeit

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