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Gezielt gegen Zivilisten

Übernommen von Unsere Zeit:

Am 10. Juli hat eine vom russischen Außenministerium organisierte Videokonferenz zur terroristischen Politik der Ukraine in der Oblast Cherson stattgefunden, bei der UZ vertreten war.

Hauptberichterstatter war Rodion Miroschnik, Sonderbotschafter des Außenministeriums Russlands, zuständig für Fragen von Kriegs- und Terrorverbrechen der Ukraine und des Westens und die Verletzung der Menschenrechte von Seiten der Ukraine. Miroschnik stammt aus Lugansk und vertrat die Lugansker Volksrepublik bis 2022 bei den Verhandlungen im Rahmen der Minsker Vereinbarungen.

Die Oblast Cherson ist eine der durch ein Referendum am 20. September 2022 neu der Russischen Föderation beigetretenen Regionen. Nur die Gebiete auf der linken Seite des Dnjepr, etwa 70 Prozent, sind bisher unter Kontrolle der Oblast-Regierung. Die übrigen, einschließlich der Hauptstadt Cherson, sind noch ukrainisch besetzt. Provisorische Hauptstadt ist deshalb Melitopol. Im September 2023 fanden Parlamentswahlen statt. Die absolute Mehrheit erhielt die russische Regierungspartei „Einiges Russland“, die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF) mehr als 10 Prozent.

An der Videokonferenz nahmen über 200 Menschen aus der gesamten Welt teil, aus Afrika, Asien, Lateinamerika, am schwächsten vertreten waren westliche Länder.

Rodion Miroschnik berichtete über die Situation, die durch seit mehreren Jahren andauernde Angriffe der ukrainischen Armee auf Cherson entstanden ist. Er erwähnte den ukrainischen Angriff 2023 auf den Damm des Wasserkraftwerks in Kachowka, der unmittelbar zu 57 Toten, großflächigen Überschwemmungen und weitreichenden ökologischen Folgen führte.

In Cherson starben durch ukrainische Angriffe bereits mehr als 540 Zivilisten, darunter 20 Kinder. 100 Kinder wurden verletzt. Es wurden bisher vor allem durch Drohnenangriffe knapp 20 Krankenwagen zerstört, viele Ärzte starben. Ein typisches Vorgehen der ukrainischen Armee ist es laut Miroschnik, zunächst eine zivile Einrichtung anzugreifen, und in der Folge auf Feuerwehr, Rettungskräfte oder Reparaturbrigaden einen erneuten Angriff auszuführen.

Cherson ist ein stark landwirtschaftlich geprägtes Gebiet. Die Ernte könne in diesem Jahr gut sein, aber die Felder werden durch Drohnenangriffe bewusst in Brand gesetzt. Miroschnik verglich dies mit dem Vorgehen der deutschen Faschisten im Großen Vaterländischen Krieg.

Miroschnik führte als konkretes Beispiel die Kleinstadt Aljoschki an, in der fast täglich Drohnenschläge erfolgen. Am 1. Mai 2025 gab es dort einen Drohnenangriff der ukrainischen Streitkräfte auf einen gut besuchten Markt, bei dem acht Zivilisten starben und 19 verletzt wurden. Später gab es weitere Drohnenangriffe auf Märkte in dieser Stadt.

Zahlreiche Krankenwagen wurden in Aljoschki angegriffen. In der Videokonferenz berichtete der leitende Arzt des örtlichen Krankenhauses darüber, Wladimir Charlan, der dort mit weit über 70 Jahren weiterhin tätig ist. Sie behandeln dort täglich verletzte Zivilisten. Oft kommen Krankenwagen kaum durch, weil viele Gebiete vermint sind. Auch das Krankenhaus selbst wird ständig angegriffen. Laufend werden Reparaturen durchgeführt, damit überhaupt gearbeitet werden kann.

Auch der Gouverneur der Oblast Cherson, Wladimir Saldo, auf den es bereits mehrere Anschläge gab, nahm an der Videokonferenz teil. Er stammt selbst aus Cherson. Er berichtete, dass viele Menschen trotz der Angriffe und der ständigen Stromausfälle bleiben wollten. Trotz der Lage wird in den befreiten Gebieten schon am Wiederaufbau gearbeitet, an Schulen, Krankenhäusern sowie der Energie- und Wasserversorgung. Materielle Unterstützung für die Bevölkerung wird organisiert. Es gibt aber ebenso die Möglichkeit der Evakuierung.

Im Rahmen der Videokonferenz berichteten eine Reihe von Einwohnern der Oblast Cherson in von Miroschnik aufgezeichneten Videos über die Angriffe. Eine direkte Zuschaltung konnte aufgrund der schwierigen Stromversorgung nicht organisiert werden.

Der Militärkorrespondent Michail Swintschuk erläuterte schließlich, dass die Drohnenoperateure genau sehen, was sie angreifen, es seien keine Zufälle oder Irrtümer. Auch ukrainische Zivilisten leiden unter russischen Schlägen, das ist in einem Krieg nicht zu vermeiden. Anders als Russland greife die Ukraine systematisch zivile Infrastruktur und Zivilisten an.

Miroschnik informierte weiter, dass die Russische Föderation versuche, diese Informationen regelmäßig im Rahmen der UNO zu vermitteln. Dies wurde durch die Beauftragte der Russischen Föderation für Menschenrechte, Jana Lantratowa, ergänzt. Sie wies auf Konventionen und UN-Resolutionen hin wie einen Zusatz zur Genfer Konvention aus dem Jahr 1977 über den Schutz von Zivilisten in bewaffneten Konflikten, gegen die die ukrainische Armee offen verstoße, ohne dass dies zu einer Reaktion des Westens führe.

Diese Videokonferenz war nicht die erste über den Terror des Kiewer Regimes gegen die Zivilbevölkerung. Die Oblast Cherson ist derzeit besonders stark betroffen. Aber die gleiche Politik erfolgt gegen viele Regionen Russlands, sowohl gegen die neuen Föderationssubjekte, als auch gegen andere Regionen, vor allem im Westen des Landes.

Quelle: Unsere Zeit

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