Übernommen von Unsere Zeit:
In drei Wochen finden in Berlin die UZ-Friedestage der DKP statt – sie werden ein Mutmacher in Zeiten des Generalangriffs auf unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen sein, ein Mutmacher in Kriegszeiten. Sie sind der Treffpunkt für alle, die wissen: Ohne ein Nein zur Kriegspolitik, lässt sich der Generalangriff nicht abwehren.
Die UZ-Friedenstage vom 28. bis 30. August finden in einer Zeit statt, in der in Berlin ein antifaschistisches Sommerkino der DKP und der Kommunistischen Organisation (KO) verboten wird, weil es geeignet sei, „erhebliche Kontroversen“ hervorzurufen. Gezeigt werden sollte der DEFA-Klassiker „Die Fahne von Kriwoj Rog“. Da wundert es nicht, dass auch die Vorbereitung der UZ-Friedenstage nicht völlig störungsfrei verläuft. Booker Omole, dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei Kenias (Marxistisch), wurde von der deutschen Botschaft in Nairobi das Visum verweigert. Die Botschaft nennt den Zweck des geplanten Aufenthalts von Booker Omole „nicht glaubhaft“ und bezweifelt seine Rückkehrwilligkeit. Und das FMP1, der Veranstaltungsort der UZ-Friedenstage, untersagt die Teilnahme des Botschafters der Russischen Föderation, Sergej Netschajew, an einer Diskussionsrunde gegen Geschichtsverfälschung und Russophobie in seinen Räumlichkeiten. 85 Jahre nach dem Überfall der deutschen Faschisten auf die Sowjetunion will die DKP mit Netschajew über die Lehren aus der Geschichte sprechen – sie heißen Frieden mit Russland und Diplomatie statt Kriegsgetrommel. Aber einem Diplomaten wird die Teilnahme an einer Veranstaltung verweigert. Das ist an sich nicht hinnehmbar. Ein Festhalten an dieser Diskussion in den Räumen des FMP1 aber hätte die Kündigung des Vertrages zur Folge gehabt.
Die UZ-Friedenstage als Treffpunkt der Friedens- und Solidaritätsbewegung mit Kuba und Palästina, als Treffpunkt von Kommunistinnen und Kommunisten aus aller Welt, als Treffpunkt für Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern für Frieden sind zu wichtig, um ihre Durchführung zu gefährden. Die DKP hat sich deshalb entschieden, die Veranstaltung mit Sergej Netschajew im Rahmen der UZ-Friedenstage an anderem Ort durchzuführen. Sie findet am Sonntag, den 30. August, um 15 Uhr im „Raum“ (Rungestraße 20, 10179 Berlin) statt.
Drei Wochen vor den UZ-Friedenstagen überwiegt aber nicht der Ärger über politische Dummheiten, sondern die Vorfreude auf ein großes Fest. Und da gibt es immer wieder Neues im Programm: Hüseyin Dogru kommt zu den Friedenstagen, um ein Grußwort bei der großen Friedensmanifestation (Samstag, 29. August, 18 Uhr) zu halten. Der Journalist, der von EU-Sanktionen betroffen ist, die existenzbedrohend für ihn und seine Familie sind, wird auch in einer Diskussionsrunde über seinen Fall berichten. Voll und voller wird es am Freitagabend auf der Bühne bei dem Solidaritätstreffen „Viva Kuba!“ und dem Konzert für das sozialistische Kuba. Auf dem Solidaritätstreffen sprechen unter anderem Miguel Torres Tesoro, Stellvertretender Botschafter der Republik Kuba, Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, der derzeit in Kuba ist, und Armin Duttine für die „Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter für Kuba“ – und wir hören ein Grußwort von Booker Omole. Musik gibt es an diesem Abend von Tobias Thiele, Calum Baird, Pablo Miró, dem Nicky Marquez Trio und ganz neu: auch von Tony Àvila, einem der bedeutenden zeitgenössischen kubanischen Liedermacher.
Nein, das kann man sich nicht alles merken – zumal es ja nur ein Ausschnitt des Programms der UZ-Friedenstage ist: Das komplette Programm gibt es auf: friedenstage.dkp.de.
Der kommenden Ausgabe von UZ wird zudem das Programmheft beiliegen.
Quelle: Unsere Zeit

