Übernommen von Internationaler Gewerkschaftsbund:
Der IGB begrüßt Oxfams Forderung nach radikalen, sofortigen Veränderungen, um die rasante Untergrabung demokratischer Institutionen, die durch die zunehmende Anhäufung von Reichtum und Macht aufseiten einer kleinen Gruppe von Milliardären vorangetrieben wird, zu stoppen und umzukehren.
In einem neuen Oxfam-Bericht zur sozialen Ungleichheit, Resisting the Rule of the Rich Resisting the Rule of the Rich, heißt es, dass eine Elite der Superreichen die extreme Konzentration von Reichtum in ihren Händen dazu nutzt, um demokratische Systeme zu vereinnahmen, indem sie Gesetze, Medien, Technologie, Steuerpolitik und Staatstätigkeit zu ihren Gunsten gestaltet.
„Dieser Bericht bestätigt das, wovor der IGB im letzten Jahr mit seiner Forderung nach einem Stopp des Putsches der Milliardäre Stopp des Putsches der Milliardäre gewarnt hat. Wir erleben einen abgestimmten Putsch der Milliardäre gegen die Demokratie. Extremer Reichtum wird gezielt in politische Macht umgewandelt, um demokratische Institutionen und Arbeitnehmerrechte zu untergraben.“ Luc Triangle, Generalsekretär des IGB
In dem IGB-Dokument zum Trump–Musk-Modell Trump–Musk-Modell wird aufgedeckt, wie extremer Reichtum, die Kontrolle über digitale Plattformen und autoritäre Politik verschmelzen, um demokratische Kontrollmechanismen direkt zu untergraben.
„Während sich Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft in Davos zum Weltwirtschaftsforum versammeln, macht dieser Bericht deutlich, welche wirtschaftlichen und politischen Kosten die immer stärkere Konzentration von Reichtum und Macht für arbeitende Menschen mit sich bringt. Das Vermögen der Milliardäre wächst dreimal so schnell wie die Weltwirtschaft, während Millionen Menschen in Armut leben. Das Wachstum wird vereinnahmt, nicht geteilt. Milliardäre beschränken sich nicht mehr darauf, Regierungen nur zu beeinflussen, sondern versuchen, direkt zu regieren, Institutionen zu umgehen, arbeitsrechtliche Schutzmaßnahmen zu schwächen und die Aushöhlung demokratischer Normen, wie etwa der Gewerkschaftsrechte, zu normalisieren.
Aber das muss nicht zwangsläufig so sein. Wir haben die Wahl und können dies rückgängig machen. Wir müssen für die Demokratie kämpfen, damit sie arbeitenden Menschen zugutekommt und von ihnen gesteuert wird“, betont Luc Triangle.
Der Bericht zeichnet ein düsteres Bild:
- Inzwischen gibt es mehr als 3.000 Milliardäre, während im Jahr 2022 3,83 Milliarden Menschen (48 Prozent der Weltbevölkerung) in Armut lebten. Von 2015 bis 2024 ist die Zahl der Menschen, die von Ernährungsunsicherheit betroffen waren, um 42,6 Prozent auf 683 Millionen gestiegen, darunter 92 Millionen in Europa und den USA.
- Die zwölf reichsten Menschen der Welt besitzen jetzt mehr Vermögen als die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung.
- Frauen leisten täglich 12,5 Milliarden Stunden unbezahlte Sorgearbeit und tragen damit mindestens 10,8 Billionen US-Dollar zur Weltwirtschaft bei.
- Einhundert amerikanische Milliardärsfamilien haben ein Sechstel aller Wahlkampfausgaben finanziert.
- In Ländern mit größerer Ungleichheit ist die Wahrscheinlichkeit einer Untergrabung der Demokratie bis zu siebenmal höher, da Regierungen auf Ungleichheit zunehmend mit Repression statt Umverteilung reagieren.
- Große Technologiekonzerne ermöglichen diesen Putsch der Superreichen, da Milliardäre mehr als die Hälfte der globalen Medien kontrollieren, darunter neun der zehn größten Social-Media-Unternehmen und acht der zehn größten KI-Unternehmen.
„Wie aus dem Bericht hervorgeht, ist die Stärkung der Macht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das beste Mittel, um diese Anhäufung politischer Macht aufseiten der Superreichen einzudämmen. Gewerkschaften sind das Fundament starker, freier und demokratischer Gesellschaften. Wo Tarifverhandlungen und Vereinigungsfreiheit respektiert werden, haben die Beschäftigten Macht, nimmt die Ungleichheit ab, sind demokratische Institutionen stärker und die Volkswirtschaften stabiler. Als weltweit größte sozialdemokratische Bewegung werden die Gewerkschaften für die Verteidigung und Ausweitung dieser Grundrechte kämpfen.
Steuergerechtigkeit ist heute mehr als nur ein fiskalisches Instrument – sie ist eine demokratische Absicherung. Extremer Reichtum muss besteuert werden, um seinen politischen Einfluss zu begrenzen. Eine faire und progressive Steuerpolitik, einschließlich Vermögens-, Erbschafts- und Mindestunternehmenssteuern, ist für soziale Gerechtigkeit und zur Finanzierung des sozialen Fortschritts mehr denn je erforderlich.
Wir dürfen nicht zulassen, dass extremer Reichtum die Demokratie untergräbt und das Vertrauen zerstört. Die Gewerkschaften liefern einen Fahrplan für die Etablierung eines neuen Sozialvertrages: universeller Sozialschutz, solider sozialer Dialog, Gleichstellung, faire Besteuerung und gerechte Löhne als einzige nachhaltige Grundlage für Frieden, Resilienz und Wohlstand,“ betont Luc Triangle, Generalsekretär des IGB
Die Zukunft muss von den Menschen gestaltet werden und nicht von den Superreichen.

