Übernommen von Unsere Zeit:

Erneut haben heute über 50.000 Schülerinnen und Schüler gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht gestreikt. Am zweiten bundesweiten Aktionstag am 5. März beteiligten sich Schüler in 150 Städten, deutlich mehr als am ersten Schulstreik-Tag am 5. Dezember vergangenen Jahres. Die Schüler demonstrierten trotz Repressionen, und obwohl das sogenannte „Wehrdienstmodernisierungsgesetz“ bereits vom Bundestag verabschiedet wurde.
Die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ zeigt sich zufrieden über diesen großen Erfolg. Die Schulstreiks richten sich gegen die Maßnahmen der Bundesregierung, die auf die Einführung einer flächendeckenden und vollumfassenden Wehrpflicht zielen. Sie wollen an jeder Stelle Sand ins Getriebe streuen. Lehrer, Eltern, Gewerkschaften und insbesondere politische Jugendorganisationen unterstützen die Streiks.
Lisa Alexander, 18 Jahre alt und aktive Schülerin aus Itzehoe, erklärte: „Wir haben heute klar gemacht: Die Bewegung gegen die Wehrpflicht wird bleiben und wachsen! In 150 Städten wird gestreikt! Die Proteste gehen so lange weiter, bis wir das Wehrdienstmodernisierungsgesetz, die Einführung von Wehrpflicht und anderen Zwangsdienste zu Fall gebracht haben.“
Wie schon am 5. Dezember 2025 gab es auch am heutigen Streiktag Druck von Schulleitungen und Versammlungsbehörden. So führte das Friedrichsgymnasium in Kassel für den 5. März eine Attestpflicht ein. Die Schulleitung der Carl-Schulz-Schule in Frankfurt am Main ließ die Türen von innen abschließen, um die Schüler daran zu hindern, am Streik teilzunehmen. Die Schülerinnen und Schüler ließen sich nicht einschüchtern – die Schüler in Kassel etwa besuchten den Streik dennoch.
Hannes Kramer von der Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ skizzierte die geplanten nächsten Schritte der Bewegung: „Das Ziel muss jetzt sein, den Kampf gegen die Wehrpflicht mit allen, die es ehrlich meinen, weiterzuführen. Das heißt, in den Schulen, auch abseits der bundesweiten Aktionstage, aktiv zu werden gegen Bundeswehrauftritte und für ein Lernen für den Frieden, das heißt, die Streikbewegung zu stärken und natürlich auch überall, wo wir merken, dass zu wenig Geld für unsere Bildung ausgegeben wird, klarzumachen: Das Geld ist da, es fließt aber in Rüstung und Krieg statt in unsere Zukunft– holen wir es uns zurück!“
Die Initiative will sich am 18. April in Essen auf der zweiten Schulstreikkonferenz gegen die Wehrpflicht weiter vernetzen. Der dritte bundesweite Streiktag findet am 8. März statt, dem 81. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Faschismus.
Quelle: Unsere Zeit

