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Ostermärsche fordern zum Auftakt ein Ende der Kriege und kritisieren Aufrüstung und Wehrpflicht

Netzwerk Friedenskooperative

Übernommen von Netzwerk Friedenskooperative:

Pressemitteilung des Netzwerk Friedenskooperative vom 2. April 2026

Thema

Aufrüstung
Ostermarsch
Wehrpflicht und Rekrutierung

(Bonn, 02.04.2026) Die Ostermärsche starten heute Nachmittag in Erfurt, Jena, Königs Wusterhausen und Regensburg. Hauptaktionstage werden der Karsamstag sowie der Ostermontag sein. Bei den über 100 Ostermarsch-Terminen werden die Kriege in Nahost und der Golf-Region, in der Ukraine, der Protest gegen Aufrüstung und die Reaktivierung der Wehrpflicht im Zentrum stehen.

„Neben den Forderungen nach einem Ende der weltweiten Kriege, etwa die in der Ukraine, Iran und Gaza, stellt ein zentrales Thema der diesjährigen Ostermärsche die Wehrpflicht dar.“, berichtet Kristian Golla aus dem Büro des Netzwerk Friedenskooperative, das die Informationen zum Ostermarsch bündelt. In 18 Städten gibt es Reden zu diesem Thema, wobei auch Schüler*innen selbst zu Wort kommen werden. „Junge Menschen dürfen nicht zum Dienst an der Waffe gezwungen werden, daher lehnen wir die Pläne der Wiedereinführung der Wehrpflicht entschieden ab. Das verpflichtende Ausfüllen von Fragebögen, der Zwang zur Musterung und die Pläne für eine vollumfängliche Reaktivierung der Wehrpflicht sind ein massiver Eingriff in die Freiheit junger Menschen.“, so Kristian Golla weiter. Das Netzwerk Friedenskooperative rechnet für dieses Jahr mit einer höheren Beteiligung von jungen Menschen aufgrund der Wehrpflichtdebatte.

Nach dem Auftakt am heutigen Gründonnerstag folgen am morgigen Karfreitag weitere Ostermärsche in Biberach, Bruchköbel, Chemnitz, Gronau, Gütersloh und Jagel. Am Hauptaktionstag, dem Karsamstag, finden dann in rund 70 Städten Ostermarschaktionen statt, u.a. mit dem Auftakt des Ostermarschs Rhein-Ruhr in Duisburg. Zudem sind Ostermärsche in Bonn, Bremen, Hannover, Köln, Leipzig, München, Stuttgart und vielen weiteren Städten geplant. „Traditionell bildet der Karsamstag den Schwerpunkt der Ostermarschaktivitäten. Wir erwarten eine rege Beteiligung und viele Menschen auf den Straßen, die ein Zeichen für Frieden, Abrüstung und die Einhaltung des Völkerrechts setzen werden.“, so Kristian Golla weiter.

Am Ostersonntag folgen dann weitere Veranstaltungen in Essen und Frankfurt (Oder). Am Ostermontag finden noch einmal rund 30 weitere Ostermarschaktionen statt, u.a. in Dresden, Hamburg, Frankfurt (Main), Norderney, Ulm und am Fliegerhorst Büchel.

Nützliche Hinweise:

Alle Ostermarsch-Termine:
https://www.friedenskooperative.de/termine?thema=69 

Ostermarsch-Termine für die einzelnen Tage gibt es hier: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026/termine 

Ostermarsch-Termine nach Bundesland:
https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026/termine 

Die Reden, bei denen wir um Berücksichtigung der Sperrfristen bitten, sind zu finden unter: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026/reden 

Aufrufe, Pressesplitter und alle weiteren Information sind zu finden unter:
https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2026 

Der Aufruf des Netzwerk Friedenskooperative kann hier nachgelesen werden.

Hinweis: Bitte beachten Sie zur Vermeidung von Fehlern bzgl. der Rolle des Netzwerk Friedenskooperative bei den Ostermärschen unser Presse-FAQ. Die Ostermärsche werden in lokaler und regionaler Verantwortung organisiert. Nicht das Netzwerk Friedenskooperative organisiert die Ostermärsche in den Städten, sondern die Veranstalter*innen vor Ort. Das Netzwerk Friedenskooperative stellt diese Informationen der Ostermarsch-Veranstalter*innen gesammelt zur Verfügung. In den lokalen Aufrufen gibt es häufig diverse eigene Themen und Forderungen sowie unterschiedliche Schwerpunktsetzungen.

Themen der Ostermärsche 2026:
Die diesjährigen Ostermärsche stehen ganz im Zeichen der sich zuspitzenden globalen Konfliktlage, wobei neben den verheerenden Kriegen in der Ukraine, im Südlibanon und Gaza, im Sudan und in der DR Kongo besonders die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen im Iran das Geschehen bestimmen. Die Friedensbewegung richtet dabei eine deutliche Forderung an die Bundesregierung, diplomatische Initiativen für Frieden zu forcieren und das Völkerrecht konsequent statt selektiv anzuwenden. In diesem Zusammenhang werden sowohl der russische Angriff auf die Ukraine als auch die jüngsten Schläge der USA und Israels gegen den Iran sowie die US-Intervention in Venezuela als völkerrechtswidrig scharf kritisiert.

Ein massiver Kritikpunkt bleibt die voranschreitende globale Aufrüstung, die nach Ansicht der Demonstrierenden ein enormes Eskalationsrisiko birgt und dringend benötigte finanzielle Mittel für den Klimaschutz, das Bildungswesen sowie den Sozial- und Gesundheitssektor bindet. Besonders die für 2026 geplante Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland sowie die entsprechenden Gegenmaßnahmen Russlands in Belarus werden als gefährliches Wettrüsten abgelehnt. Die Bewegung spricht sich zudem entschieden gegen die Entwicklung eigener Mittelstreckensysteme durch EU-Staaten aus und fordert stattdessen eine Wiederbelebung der Rüstungskontrolle. Angesichts der anhaltenden Gefahr eines atomaren Konflikts und der Debatten um einen europäischen Nuklearschirm bekräftigen die Teilnehmenden ihre Forderung nach einer vollständigen nuklearen Abrüstung. Dies schließt den Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbot sowie den Abzug der in Büchel stationierten US-Atombomben explizit ein.

Ein weiteres zentrales Anliegen der diesjährigen Proteste ist die strikte Ablehnung der Wehrpflicht, da die Zwangsverpflichtung junger Menschen zum Dienst an der Waffe als fataler Schritt hin zu einer weiteren Militarisierung der Gesellschaft betrachtet wird.

Pressekontakt
Das Büro des Netzwerk Friedenskooperative beantwortet gerne Presseanfragen zu einzelnen Terminen und vermittelt Interviewpartner*innen. Das Büro ist über Ostern durchgehend erreichbar.

Gerne können Sie uns mitteilen, wer aus Ihrer Redaktion Dienst hat, damit wir Sie gezielt mit allen Presseinfos rund um die Ostermärsche versorgen können.

Für weitere Informationen und Presseanfragen steht Ihnen zur Verfügung:

Kristian Golla, Netzwerk Friedenskooperative
Tel.: 0228 / 692904
E-Mail: info [at] friedenskooperative [dot] de

Quelle: Netzwerk Friedenskooperative

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