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Erneuter Piratenakt

Übernommen von Unsere Zeit:

Israel hat erneut einen Akt der Piraterie begangen. Am Montag und in der Nacht zum Dienstag dieser Woche überfielen israelische Sicherheitskräfte in internationalen Gewässern die „Global Sumud Flotilla“, kaperten die Boote und verschleppten die Crew-Mitglieder nach Israel. Am Montag sind 40 Boote der Aggression Israels zum Opfer gefallen, in der Nacht sollen weitere 28 gekapert worden sein. Nach israelischen Angaben wurden rund 250 Menschen festgenommen. Zehn Boote waren nach Angaben der „Global Sumud Flotilla“ bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe am Dienstag noch auf Kurs Richtung Gaza.

Zu den Entführten gehören mehrere deutsche Staatsbürger, unter ihnen Johannes Happel. Er wurde am Montag von der israelischen Armee nach Israel verschleppt. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern der Flotilla wollte er Hilfsgüter nach Gaza bringen – und ist damit als Humanitärer Helfer nach der Genfer Konvention besonders geschützt. Das interessiert jedoch weder Israel noch das Auswärtige Amt. Letzteres wäre verpflichtet, Johannes Happel als deutschen Staatsbürger gegen illegale Verhaftung zu schützen. Doch das Auswärtige Amt schweigt. Auf Nachfrage von UZ, ob Außenminister Wadephul das Vorgehen Israels verurteilt und was das Auswärtige Amt zu tun gedenke, um Johannes Happel vor illegaler Inhaftierung und Folter zu bewahren, gab es keine Antwort – angeblich habe die E-Mail mit der Anfrage das Amt nicht erreicht. Auch eine zweite E-Mail mit verlängerter Frist ließ das Auswärtige Amt unbeantwortet.

Bei dem Überfall auf die Flotilla wurde auch die Ärztin Margaret Connolly, die Schwester der irischen Präsidentin Catherine Connolly, festgenommen und verschleppt. „Es ist sehr beunruhigend, und ich mache mir große Sorgen um sie, und auch um ihre Kollegen an Bord“, so die Präsidentin gegenüber dem staatlichen irischen Fernsehen RTÉ.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu brüstete sich derweil mit dem Angriff auf die Flotilla. Die Soldaten hätten „einen böswilligen Plan“ vereitelt, die Blockade Gazas zu durchbrechen, verkündete er ganz im Sinne einer Propaganda der Täter-Opfer-Umkehr.

In Israel sind die Crew-Mitglieder der „Global Sumud Flotilla“ Gefahr ausgesetzt. Bisher verschleppte Teilnehmer der Hilfsflottillen berichteten über den Entzug von Wasser und Nahrung. Von den über 175 im April entführten Crew-Mitgliedern sind zwei erst am vergangenen Sonntag freigelassen worden. Sie wiesen Spuren von Folter und körperlicher Misshandlung auf.

Freiheit für Johannes Happel!
Verlangt vom Auswärtigen Amt, sich für die sofortige Freilassung von Johannes Happel einzusetzen, telefonisch, per Mail, über die Kontaktformulare oder in den sozialen Medien:
Tel.: 030 5000-0
auswaertiges-amt.de
Instagram: @aussenminister, @auswaertigesamt
X: @auswaertigesamt

Quelle: Unsere Zeit

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