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„Die Gefahr ist heute größer denn je!“

Übernommen von Unsere Zeit:

Zum 85. Jahrestag des Überfalls Deutschlands auf die Sowjetunion hat der Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock eine Erklärung abgegeben, die wir an dieser Stelle dokumentieren.

Am 22. Juni vor 85 Jahren überfiel die deutsche Wehrmacht trotz eines bestehenden Nichtangriffspaktes die Sowjetunion.

Der 22. Juni 1941 steht für den Beginn der furchtbarsten Verbrechen, die an Menschen in der damaligen Sowjetunion verübt wurden. 27 Millionen Tote waren das Ergebnis dieses von Deutschland geplanten und durchgeführten Vernichtungskrieges. Dazu zählen auch die im Stalag 326 in der Stukenbrocker Senne zu Tode gequälten 65.000 sowjetischen Kriegsgefangenen. In 36 Massengräbern fanden sie auf dem nahegelegenen heutigen Sowjetischen Soldatenfriedhof ihre letzte Ruhestätte.

Diesem Krieg ging eine beispiellose Hetze gegen den „jüdisch- bolschewistischen“ Feind voraus, der zu vernichten sei. Das Ende war die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945, millionenfacher Tod, Elend, Not und die Zerstörung ganzer Städte und Gemeinden.

Erinnert werden muss an diesem Tag daran, dass es die Armee der Sowjetunion war, die den größten Blutzoll auch für die Befreiung unseres Landes von Hitlerfaschismus leistete.

Diese Tatsache wird bedauerlicherweise oft verschwiegen oder geleugnet und in unverantwortlicher Weise wird Russland wieder zum Feind erklärt.

Wenn heute, 85 Jahre danach, bei uns von der Regierung eine „Kriegstüchtigkeit“ statt Friedensfähigkeit gefordert wird und deren Politiker in völliger Verkennung der Realitäten erklären, Frieden sei nur gegen und nicht mit Russland möglich, erinnern wir an die Mahnung von Bertolt Brecht vom 26. September 1951, der angesichts der drohenden Remilitarisierung der jungen Bundesrepublik mahnte:

Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.“

Die Gefahr eines verheerenden dritten Weltkrieges ist heute größer denn je!

Wir sagen: Dauerhafter Frieden in Europa ist nur mit und nicht gegen Russland möglich!

Die Toten von Stukenbrock mahnen:

„Und sorget ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibt, Frieden zwischen den Menschen, Frieden zwischen den Völkern“.

Diese Mahnung muss getreu dem Friedensgebot des Grundgesetzes und dem darin enthaltenen Bekenntnis zum Völkerrecht Richtlinie allen politischen Handelns werden.

Jetzt ist es an der Zeit, „Nein“ zum Krieg und „Ja“ zum Frieden und zur Diplomatie zu sagen.

Wir laden ein zur Mahn- und Gedenkveranstaltung am Sonnabend, dem 5. September 2026 um 15.00 Uhr auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof in Stukenbrock um unser Ja zur Friedens- und unser Nein zur Kriegstüchtigkeit zu unterstreichen.

Auch damit erfüllen wir ein Vermächtnis der 65.000 Toten des Stalag in Stukenbrock.

Quelle: Unsere Zeit

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