Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:
Ein irgendwie arbeitsmarkttaugliches Hochschulstudium galt lange Zeit als sichere Bank zum Karrieremachen. Mittlerweile aber versauern immer mehr Uniabsolventen auf der langen Bank. Laut einer Presseerklärung der Adem (»Agence pour le développement de l’emploi«) waren Ende Mai 19.674 Männer und Frauen mit Wohnsitz in Luxemburg, die dem Arbeitsmarkt am Stichtag zur Verfügung standen, bei ihr eingeschrieben. Das waren zwar 466 offizielle Arbeitslose oder 2,3 Prozent weniger als im April, aber zugleich 1.205 Betroffene oder 6,5 Prozent mehr als im Mai des Vorjahres.
Die Arbeitslosenquote, die vom nationalen Statistikamt wie gehabt um »saisonale Effekte bereinigt« wurde, habe im Mai bei 6,2 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Von Mitte der 80er Jahre bis zum Beginn der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 betrug das hiesige Verhältnis der registrierten Arbeitslosen zum Arbeitskräftepotential circa drei Prozent, die Arbeitslosenquote war also nur halb so hoch wie heute.
Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit im Laufe der vergangenen zwölf Monate, so die Adem in ihrem Kommuniqué weiter, seien vor allem Höherqualifizierte betroffen. Unter ihnen betrage der Zuwachs in einem Jahr sogar 15,1 Prozent. Zwar seien alle Alterskategorien von höherqualifizierten Schaffenden betroffen, vor allem aber Lohnabhängige unter 30 Jahren. Aufgeschlüsselt nach Berufsgruppen sei die Arbeitslosigkeit vor allem im Finanzsektor und unter Informatikern sowie im Bereich Sekretariat und Assistenz gestiegen.
Wie es weiter hieß, gab es im Mai mit 2.239 Neueinschreibungen etwas weniger (-1,4 Prozent) als vor einem Jahr. Wie viele Neueinschreibungen von Flüchtlingen aus der Ukraine waren, wird nicht mehr mitgeteilt.
Die Zahl der in Luxemburg wohnenden Arbeitslosen, die eine Entschädigung in voller Höhe erhalten, sei verglichen mit dem Vorjahresmonat um weitere 6,8 Prozent auf nun 9.842 Männer und Frauen gefallen. Hingegen sei die Zahl der Arbeitslosen in einer beruflichen Wiedereingliederung (Reclassement professionnel) um 1,3 Prozent auf nun 1.551 Personen gestiegen. Schließlich sei die Zahl derer, die vorübergehend aus der Statistik geflogen sind, weil sie an einer Beschäftigungsmaßnahme teilgenommen haben, um 3,8 Prozent auf 4.627 Personen gestiegen.
Zwar sei die Zahl der neu angebotenen freien Stellen im Mai um 7,6 Prozent auf 3.049 gestiegen, dabei handele es sich jedoch erstens vor allem um saisonal befristete Stellenausschreibungen eines einzigen Unternehmens aus dem verarbeitenden Gewerbe und zweitens sei die Gesamtzahl der unbesetzten Posten in den vergangenen zwölf Monaten dennoch auf nur noch 6.928 gefallen. Gegenüber dem Mai 2025 sei das ein 3,8-prozentiger Rückgang gewesen, den weiteren Angaben zufolge in erster Linie Schaffende aus den vier Bereichen paramedizinische Pflegeberufe, industrielle Reinigung, Konstruktion und Studien/Planung sowie Lagerwirtschaft, Warenumschlag und Umzug zu spüren bekamen.
Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

