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Die Hitzewelle sollte Anstoß zum Nachdenken sein

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

8Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:

Die gegenwärtige Hitzewelle mit sich beinahe täglich steigernden Rekordwerten beschäftigt nicht nur die betroffenen Menschen, sondern auch – wie zu erwarten war – eine Reihe von wirklichen und selbsternannten Experten. Ratschläge für das richtige Verhalten werden zuhauf in allen Medien erteilt. Die meisten davon sind durchaus nützlich und helfen, den Alltag einigermaßen zu meistern.

Jedoch wirft diese außergewöhnliche Wettererscheinung auch etliche Fragen auf, die von den vielen Experten weder gestellt noch beantwortet werden. Es liegt zum Beispiel irgendwo zwischen kurios und zynisch, wenn gefordert wird, man solle sich darum kümmern, daß Obdachlose ausreichend zu Trinken bekommen – ohne die interessante Frage aufzuwerfen, warum es überhaupt Obdachlose gibt…

Das ist eines der vielen Beispiele, bei denen Ursache und Wirkung entweder falsch dargestellt oder erst gar nicht thematisiert werden. Selbstverständlich ist es richtig, auf die – allmähliche – Klimaveränderung hinzuweisen, und auch darauf, daß mit einem besseren menschlichen Verhalten so manche Ursache für die nachteiligen Veränderungen in unserer Umwelt eingedämmt oder gar verhindert werden könnte. Aber bereits hier verheddern sich manche Leute in eigentlich offensichtlichen Widersprüchen.

Es ist zutiefst unlogisch, wenn in Luxemburg durch Warn-Apps auf die Gefahren der Hitze hingewiesen wird, aber dennoch großspurige Feuerspiele am Himmel über mehreren Städten des Landes entzündet werden.

Richtig ist auch, wenn davor gewarnt wird, sich zu lange im Freien aufzuhalten. Aber ist es wirklich erforderlich, in dieser Situation eine kostspielige und protzige Militärparade abzuhalten, um Luxemburgs Weg zur Kriegstüchtigkeit zu demonstrieren?

Warum eigentlich werden das Militär und die aktuellen Kriege unter Verschluß gehalten, wenn über die Ursachen des Klimawandels diskutiert wird? Sicher haben alle, die es sich leisten können, eine Urlaubsreise per Flugzeug anzutreten, einen Anteil an der Umweltverschmutzung, und auch die aktuelle Fußball-WM trägt einen gewaltigen Teil dazu bei.

Was aber ist mit den Kriegen? Wie ist es zu erklären, daß einerseits schädliche Abgase von Autos verdammt werden, während sich gewisse Leute in etlichen Medien darüber regelrecht freuen, wenn die ukrainische Armee meldet, man habe eine Ölraffinerie in Moskau in Brand geschossen und wenn sie dazu die riesige schwarze Wolke über der russischen Hauptstadt präsentieren? Warum ist es unbedenklich, wenn mehrere NATO-Armeen unter Führung der deutschen Bundeswehr ein großes Manöver in Litauen veranstalten, noch dazu rund 20 Kilometer entfernt von der Grenze zu Belarus? Wobei anzumerken ist, daß nicht Belarus näher an die Grenze zum NATO-Gebiet herangerückt ist…

Die Kriege, vor allem der in der Ukraine tobende und der im Nahen Osten schwelende sind eine der Hauptursachen für die nachhaltige Verschmutzung unserer Umwelt mit katastrophalen Folgen für das Klima. Ebenso schädlich sind die überbordenden Militärtransporte zur Versorgung der kriegführenden Truppen und die Manover zur Vorbereitung auf neue Kriege.

Es lohnt sich, gerade angesichts der Hitzewelle etwas gründlicher über Ursachen und Wirkungen nachzudenken und darüber, daß eine Reihe unserer heutigen Probleme nicht gelöst werden können, wenn wir deren Ursachen außer Acht lassen!

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

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