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Zahl der Verweigerungen steigt deutlich an

Übernommen von Deutsche-Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen:

Starker Anstieg der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung im ersten Halbjahr 2026

Immer mehr Menschen machen von ihrem Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung Gebrauch. Wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf Zahlen des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) berichtet, wurden allein im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 5.862 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung gestellt.

Damit liegt die Zahl bereits zur Jahresmitte deutlich über den Gesamtwerten des Jahre 2024. Allerdings, anders als berichtet, noch nicht über den Zahlen des Jahres 2025. Hier wurden 7.691 Anträge eingereicht. Hierbei wurden nur die eingegangen Anträge beim BAFzA und nicht beim Personalamt der Bundeswehr gezählt. Trotzdem werden die KDV-Anträge aus 2026 den Rekordwert aus 2025 bis zum Ende des Jahres deutlich übersteigen.

Selbst der Wert aus dem Jahr 2011, als die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt wurde, ist mit 4.348 Anträgen inzwischen überschritten.

Die Entwicklung fällt in eine Zeit, in der die Bundesregierung den Ausbau der Bundeswehr vorantreibt und erneut intensiv einen neuen Kriegsdienst vorbereitet. Verteidigungsminister Boris Pistorius verfolgt das Ziel, die Bundeswehr personell deutlich zu vergrößern. Zugleich müssen seit diesem Jahr alle 18-jährigen Männer einen Fragebogen zu ihrer Bereitschaft zum Kriegsdienst ausfüllen.

Für die DFG-VK sind die steigenden Zahlen ein deutliches Signal: Viele Menschen setzen sich angesichts der aktuellen politischen Debatten bewusst mit ihrem Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung auseinander und entscheiden sich gegen den Dienst an der Waffe.

Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht und in Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes verankert. Gerade in Zeiten zunehmender Militarisierung ist es wichtig, dass dieses Recht bekannt bleibt und uneingeschränkt geschützt wird.

Die DFG-VK unterstützt Menschen, die den Kriegsdienst verweigern möchten. Wer Fragen zum Verfahren der Kriegsdienstverweigerung hat oder Unterstützung benötigt, findet auf den Internetseiten (www.verweigern.info) der DFG-VK umfangreiche Informationen sowie Ansprechpartner*innen.

Die DFG-VK wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung uneingeschränkt erhalten bleibt und alle Menschen ihr Recht ohne Hürden wahrnehmen können.

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

Yannick Kiesel (kom. Geschäftsführer der DFG-VK): kiesel@dfg-vk.de
+491578/3452092

Quelle: Deutsche-Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

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