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Wehrhafte Revolution

Übernommen von Unsere Zeit:

Am kommenden Sonntag wird in Kuba der „Día de la Rebeldía Nacional“ gefeiert – die aktuelle Ölblockade und militärische Drohungen der Trump-Regierung verleihen dem Tag des Nationalen Aufstands, der an ein herausragendes Ereignis im Kampf für die Unabhängigkeit der Insel erinnert, in diesem Jahr eine besondere Bedeutung.

Am 26. Juli vor 73 Jahren hatte eine kleine Gruppe Freiheitskämpfer um den jungen Anwalt Fidel Castro zwei Kasernen des USA-freundlichen Diktators Fulgencio Batista angegriffen. Obwohl die Aktion militärisch scheiterte, wird sie heute als zündender Funke der kubanischen Revolution betrachtet, die das Land vom Diktat ausländischer Mächte befreite. Enteignete Großgrund- und Fabrikbesitzer, Anhänger des Diktators und ihre Unterstützer in den USA haben die Niederlage nie verwunden. Doch seit über 60 Jahren scheitern alle Versuche, die alten Zustände wieder herzustellen. Ermutigt von Donald Trump und seinem Außenminister Marco Rubio träumen Gegner des alternativen Gesellschaftsmodells nun jedoch wieder vom „Endsieg“. Während im Pentagon Pläne über Militärschläge geprüft werden und EU-Regierungen dazu schweigen oder sie gar unterstützen, wächst auch die internationale Solidarität mit Kubas Volk.

Diese Solidarität zeigte sich in den vergangenen Tagen auf verschiedene Weise. Mehr als 3.000 Teilnehmer demonstrierten auf der Fiesta de Solidaridad in Berlin ihre Unterstützung für das Land. Zur selben Zeit wurde in Havanna die Ankunft des Segelschiffs „Astral“ der spanischen Organisation „Open Arms“ erwartet – als Teil der Mission „Rumbo a Cuba“. An Bord: 110 Photovoltaik-Solarmodule, Wechselrichter und Batterien für die Energieversorgung des Kinderkrankenhauses Juan Manuel Márquez in der kubanischen Hauptstadt, um dort Inkubatoren und andere lebenswichtige Geräte trotz der Stromausfälle weiter betreiben zu können.

Auch in den USA wachse der Widerstand gegen Trumps Kurs, berichteten vier demokratische Kongressabgeordnete bei einem Besuch auf der Insel. Mark Pocan, Teresa Leger-Fernández, Maxine Dexter und Delia Catalina Ramírez verurteilten die Blockade scharf. Pocan bezeichnete die Lage in Kuba als „stilles Gaza“.

Da die Mehrheit der Kubaner nicht bereit ist, sich zu ergeben, haben „hochrangige Vertreter des Pentagons ihre Blicke auf Kuba gerichtet“, berichtete der US-Sender CBS in der vergangenen Woche. Zu den Planspielen gehöre ein Luftangriff der 101. US-Luftlandedivision mit Tausenden Soldaten. Kurz zuvor hatte Trump erklärt, seine Regierung untersuche, ob der Iran Drohnen in Kuba gelagert habe. „Wenn sie welche haben – und das ist sehr gut möglich – werden wir uns darum kümmern“, drohte Trump. In einem Interview mit Fox-News legte er nach: „In den nächsten zwei Monaten wird in Kuba viel passieren.“

„Das ist nicht nur Teil der psychologischen Kriegsführung. Mit angeblichen Indiskretionen über eine Invasion versucht die US-Regierung, die Meinung ihrer Bürger über ein militärisches Abenteuer auszuloten, das ein Blutbad zur Folge hätte“, warnte Kubas Außenminister Bruno Rodríguez auf X.

Rubio veröffentlichte am Montag einen „Report“, der Kuba im Titel zur „Hauptstadt des Kommunismus des 21. Jahrhunderts“ erklärt. Auf 100 Seiten soll der Krieg gegen Kuba begründet werden. Rubios Report phantasiert von einer „antiamerikanischen Internationale“, beschwert sich über die mächtigen kubanischen Geheimdienste und über die Unterwanderung absolut jeder Protestbewegung in den USA durch Havanna. In der Schlussfolgerung heißt es: „Kubas Angriff auf die Vereinigten Staaten war im Grunde genommen niemals ein Streit um Wirtschaftspolitik oder Souveränität oder gar um den Besitz eines bestimmten Gebiets. Es war eine Revolution gegen die westliche Zivilisation selbst … Das ist der Feldzug, den Castro 1959 startete, und es ist der Feldzug, den seine Erben bis heute führen.“

Selbst Rubio scheint erkannt zu haben, dass die Kubaner ihre Revolution nicht kampflos aufgeben werden.

Quelle: Unsere Zeit

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