Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:
Frankfurt/Main – Der Berggorilla (Gorilla beringei beringei) zählt zu den am stärksten bedrohten Menschenaffen weltweit – doch jetzt gibt es eine gute Nachricht: Der Bestand der in Zentral- und Ostafrika beheimateten Tiere ist nach Erkenntnissen von Experten in den letzten Jahren wieder gewachsen. Das ist das Ergebnis einer ersten »Green Status«-Bewertung für den übergeordneten Östlichen Gorilla (Gorilla beringei), den die Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) veröffentlicht hat.
Wie die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung im deutschen Frankfurt am Main mitgeteilt hat, war die Berggorillapopulation in den 80er Jahren auf weniger als 620 Exemplare geschrumpft. Heute leben in den Nationalparks um das Virunga-Massiv und den Bwindi-Regenwald demnach wieder mehr als 1.000 Berggorillas. »Die Erholung der Berggorillapopulation ist eine der weltweit größten Erfolgsgeschichten im Naturschutz«, freute sich Felix Ndagijimana, Landesdirektor für Ruanda beim Dian Fossey Gorilla Fund International.
Jessi Junker von der Senckenberg Gesellschaft führt die Entwicklung vor allem auf intensive Schutzmaßnahmen zurück. »Im Fall der Berggorillas hat langfristiger, intensiver Artenschutz sogar ein meßbares Populationswachstum ermöglicht«, erklärt die Wissenschaftlerin, die den Bewertungsausschuß geleitet hat.
Ganz anders sieht es bei dem nach dem österreichischen Afrikaforscher Rudolf Grauer benannten Grauergorilla oder Östlichen Flachlandgorilla (Gorilla beringei graueri) aus. Die Bestände dieser Unterart des Östlichen Gorillas seien in weiten Teilen seines natürlichen Verbreitungsgebiets ganz erheblich zurückgegangen. Schätzungen zufolge sei die Gesamtpopulation in den letzten zwei Jahrzehnten um 60 Prozent gesunken. Heute gebe es nur noch weniger als 7.000 Tiere.
Die Bewertung zeige aber gleichzeitig, daß der Artenschutz hier noch schwerwiegendere Verluste verhindert habe. So seien die Gorillapopulationen in einigen Gebieten der Demokratischen Republik Kongo in den letzten zwei Jahrzehnten trotz der Kriege im Kongobecken relativ stabil geblieben.
Laut der deutschen Forschungsgesellschaft handelt es sich beim Östlichen Gorilla um die größte noch lebende Menschenaffenart, die ausschließlich in den tropischen Wäldern Zentral- und Ostafrikas vorkommt. Lebensraumverlust, Wilderei und bewaffnete Konflikte setzen den Beständen seit langem zu.
Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

