Übernommen von Unsere Zeit:

Vermutlich in der Nacht vom 21. auf den 22. August ist ein Anschlag auf das Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Sascha H. Wagner („Die Linke“) und das Linke Zentrum in der Dinslakener Fußgängerzone verübt worden. Mit einem Pflasterstein wurde eine Fensterscheibe im Café-Bereich eingeworfen und zerstört.
Der rechte Hintergrund des Anschlags wird durch eine Graffiti-Schmiererei auf einer Säule vor dem Eingang deutlich. Der Schriftzug „161er“ (161 steht für AFA, Antifaschistische Aktion) zeigt eindeutig, dass der Angriff erfolgte, um Antifaschisten einzuschüchtern und an ihrer Arbeit zu hindern.
Wagner selbst hatte den Anschlag am Samstagmorgen entdeckt, als er das Büro aufschließen wollte.
„Wer glaubt, dass sich ‚Die Linke‘ mit solchen Aktionen einschüchtern lässt, ist falsch gewickelt“, erklärte der Bundestagsabgeordnete und Kreissprecher Wagner in einer Pressemitteilung am Samstag. „Es bestätigt uns lediglich in unserer aufsuchenden Wahlkreis- und Quartiersarbeit, politische Bildung- und Beratungsangebote auszuweiten und fortzuführen.“
Angriffe auf Personen, Kultureinrichtungen und Parteibüros sowie faschistische Schmierereien gehören verstärkt zum Alltag linker Aktivisten in der BRD und sind gewalttätiger Ausdruck des Rechtsrucks. In den vergangenen Jahren habe es immer wieder kleinere Schmier- und Störaktionen auf frühere Büros der Linkspartei in der Stadt am Niederrhein gegeben, heißt es in der Mitteilung.
Man erlebe eine sich verändernde politische Zuspitzung im Kontext des Erstarkens rechter Kräfte. Bereits in den Tagen vor dem Anschlag waren Aufkleber mit Deutschland-Fahnen und dergleichen an den Scheiben der Räumlichkeiten angebracht worden.
Im Mitte Mai eröffneten LINKS(R)AUM! – Zentrum für politische Kultur und Perspektiven, in dem das Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten untergebracht ist, veranstaltet die Linkspartei regelmäßig Informations- und Bildungsveranstaltungen. Das Zentrum dient auch als Treffpunkt für außerparlamentarische Initiativen, Vereine und Verbände, und bietet Platz für deren Aktivitäten.
Der Anschlag wurde zur Anzeige gebracht und an den polizeilichen Staatsschutz übermittelt. Ob der ernsthafte Ermittlungen aufnimmt und die rechten Angreifer dingfest macht, bleibt abzuwarten.
Quelle: Unsere Zeit

