Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:
Nach der Sichtung am 18. und 21. September von unbemannten Fluggeräten, die dazu führten, dass der Flughafen Findel innerhalb einer Woche gleich zweimal – das erste Mal für drei Stunden und ein weiteres Mal für knapp eine Stunde – gesperrt werden musste, gaben Premierminister Luc Frieden, Armee- und Mobilitätsministerin Yuriko Backes, Polizeiminister Léon Gloden sowie der Kommissar für die nationale Sicherheit, Guy Bley, am Donnerstag eine Pressekonferenz zu den Vorfällen.
Laut Premierminister Frieden habe es aus heutiger Sicht keine Gefahr für die Bevölkerung gegeben. Auch wolle die Regierung sich nicht an Spekulationen beteiligen, solange es keine gesicherten Erkenntnisse gebe.
Man wisse lediglich, dass es sich um unbemannte Fluggeräte gehandelt habe, die »größer« gewesen seien als Drohnen, die im Handel erhältlich sind.
Deren tatsächliche Größe sei aber ebenso wenig bekannt wie der Drohentyp, um den es sich gehandelt habe. Es sei auch nicht bekannt, wo sie herkamen, wohin sie entschwanden und wer sie steuerte. Die Flugsicherungsverwaltung am Flughafen bestätigte lediglich, dass man Sichtkontakt gehabt habe.
Bestätigt wurde, dass der Flughafen bis dato nicht mit professionellen technischen Systemen und Geräten ausgerüstet ist, um Drohnen zu erkennen oder den Luftraum nach typischen Funksignalen von Drohnen zu scannen. Aber man habe zu diesem Zweck auf mobile Ausrüstungen der Polizei sowie auf technisches Material und die Expertise unserer Nachbarländer Belgien und Frankreich zurückgreifen können. Die Zusammenarbeit der Behörden habe einwandfrei geklappt.
Verwiesen wurde darauf, dass es seit längerem eine interministerielle Bewertungszelle »Drohnen« gibt und man an einer umfassenden nationalen Drohnenstrategie arbeite, um gesetzliche und operative Verfahren, insbesondere bei der »Bedrohung von kritischer Infrastruktur«, arbeite, zu welcher der Flughafen gehört.
Für die Regierung erweisen sich die mysteriösen Drohnen allerdings als willkommene Gelegenheit, die zusätzlichen Mittel für Abwehr- und Ortungstechnologien, die im Staatshaushalt von 2027 festgeschrieben wurden, vorzuziehen, um dem neuen »potentiellen Sicherheitsrisiko« zu begegnen.
Hier folgt man offenbar der im Bereich Aufrüstung erprobten Methode, eine Bedrohung aus dem Hut zu zaubern, um massiver und schneller aufzurüsten, als das zuvor vorgesehen war.
Die Kommission für die nationale Sicherheit wurde inzwischen denn auch damit beauftragt, das entsprechende Material einzukaufen, um Drohnen in Zukunft schneller zu erkennen, zu identifizieren und zu neutralisieren. Finanzielle und technische Einzelheiten dazu wurden nicht genannt.
Man erinnert sich, dass während der vergangenen Tage in verschiedenen Presseorganen, die dafür bekannt sind, alle möglichen Ereignisse und ohne dass es dazu Beweise gibt, ungeklärten Vorfällen mit unbemannten Fluggeräten der »hybriden Kriegsführung Moskaus« zuzuschreiben und nach immer mehr Aufrüstung schreien, eine regelrechte Drohnenhysterie geschürt wurde. In zahlreichen Fällen führte das dazu, dass aufgeregte Bürger den Behörden Drohnensichtungen meldeten, bei denen es sich in der Regel um Navigationslichter von Flugzeugen handelte.
Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

