FranceBei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich deutet sich ein Erfolg für den liberalen früheren Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und die Neofaschistin Marine Le Pen an. Wie aus Nachwahlbefragungen des belgischen Rundfunks RTBF hervorgeht, lag Macron am Nachmittag bei 24 Prozent der Stimmen, Le Pen erreichte demnach 22 Prozent. Es folgten der Konservative François Fillon mit 20,5 Prozent sowie der Kandidat der Linken, Lean-Luc Mélenchon mit 18 Prozent.

Ein solcher Ausgang würde im Kern den Umfragen im Vorfeld des Wahltages entsprechen. Auch der deutschsprachige Belgische Rundfunk (BRF) mahnt zur Vorsicht: Es sei nicht klar, wie viele Wähler befragt wurden. Zudem sind die Wahllokale in Frankreich noch bis 19 Uhe geöffnet, in großen Städten sogar bis 20 Uhr. Erst danach sind offizielle Prognosen zu erwarten.

In den französischen Kolonien konnte offenbar Mélenchon gewinnen. Wie eldiario.es unter Berufung auf RTBF berichtete, erreichte der Linke in Saint-Pierre und Miquelon – einem gut 6.000 Einwohner zählenden Gebiet vor der Küste Kanadas – 35,45 Prozent der Stimmen, gefolgt von Le Pen mit 18,16 Prozent. In Martinique kommt Mélenchon mit 27,36 Prozent auf den ersten Platz, gefolgt von Macron mit 25,53 Prozent. Protest wurde offenkundig in Französisch-Guayana gewählt, hier setzte sich Mélenchon mit 24,72 Prozent vor Le Pen durch, die auf 24,29 Prozent kam. Nur in Guadeloupe konnte sich Macron mit 30,32 Prozent durchsetzen, Mélenchon kam hier mit 24 Prozent auf den zweiten Platz.

In Frankreich selbst ist die Veröffentlichung von Umfragen untersagt, solange die Wahllokale noch geöffnet sind. Da das Gesetz im Ausland jedoch nicht gilt, haben schon in der Vergangenheit belgische oder Schweizer Rundfunkstationen schon am Nachmittag Prognosen verbreitet.

Quellen: RTBF, BRF, eldiario.es / RedGlobe