Die Deutsche Bank plant für Sommer 2021 die Schließung der Postbank in Hannover. Die aktuell ca. 500 Arbeitsplätze sollen an den Standort Hameln verlagert werden. Darüber wurden die Beschäftigten in der vergangenen Woche informiert. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Betriebsrat akzeptieren diesen Schritt nicht, riefen am Donnerstag zu einer ersten Protestaktion auf: „Hameln – nein, danke!“ stand auf den Plakaten, die Beschäftigte in die Höhe hielten.

„Anstatt nach dem Verkauf des Gebäudes an der Goseriede nach einem alternativen Standort in Hannover zu suchen, sollen die Beschäftigten zukünftig in Hameln arbeiten. Die Arbeitgeber scheinen sich keine Gedanken darüber zu machen, was das für die Beschäftigten bedeutet“, kritisiert Gewerkschaftssekretär Christian Thies.

„Wir erleben immer wieder, dass Arbeitsplätze aus Kostengründen verlagert werden. Die tägliche Pendelzeit von zwei oder drei Stunden fehlt bei Familie und Freizeit“, so der Gewerkschafter. Für eine Mutter in Teilzeitbeschäftigung sei ein so langer Arbeitsweg oft überhaupt nicht darstellbar.

Bei den Beschäftigten der Postbank handele es sich mit großer Mehrheit um Call-Center Beschäftigte, die in Teilzeit arbeiten. Ein Arbeitsplatz in Hameln sei für viele Beschäftigte nicht zumutbar. Thies: „Die Beschäftigten sind sauer und frustriert über dieses Vorhaben der Bank.“

„Kurz nach der Verlängerung des Tarifvertrags zur Beschäftigungssicherung sind diese Pläne eine Frechheit“, so Thies. Bei den Tarifverhandlungen im letzten Jahr war ein Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung, der auch die Versetzung auf einen räumlich unzumutbaren Arbeitsplatz ausschließt, zwischen der Bank und ver.di verlängert worden.

Quelle:

ver.di Landesbezirk Niedersachsen-Bremen