Aktionen zum 70. Geburtstag von Simón Trinidad

Zum 70. Geburtstag des Revolutionärs, ehemaligen Guerillakämpfers und politischen Gefangenen Simón Trinidad soll es internationale öffentlichwirksamkeite Aktionen geben, die in verschiedenen Ländern koordiniert werden. in Deutschland gibt es das Komitee zur Freilassung von Simón Trinidad, dass auf der Webseite unter anderem zu Aktionen bei Twitter aufruft. Die internationalen Kampagne für seine Freilassung plant weitere Aktivitäten, um seine Rückführung und Freilassung zu erwirken.

Simón Trinidad, mit bürgerlichem Namen Ricardo Palmera, ist ein Mann, der aus einer gutsituierten Familie aus der Stadt Valledupar, Cesar, im Norden von Kolumbien kommt. Infolgedessen konnte er auf die Hochschulbildung zugreifen und Wirtschaftswissenschaftler werden. Er war ein Universitätsprofessor und Bankdirektor. Aber das unruhige politische Leben in Kolumbien und die schwierige Situation der überwiegenden Mehrheit der Menschen, bewegten ihn sehr und er politisierte sich in verschiedenen Organisationen und später in der Unión Patriótica, einer aus der FARC herausentstandenen linken Partei.

Die Welle der Bedrohungen, Verfolgung und Morde traf die entstehende Unión Patriótica hart und in diesem Moment beschließt Simón Trinidad, wie viele andere Menschen auch, zu den Waffen zu greifen und der Guerilla der FARC-EP beizutreten. Dort nahm er den Namen Simón Trinidad an. In seinem aufständischen Leben stach Simón Trinidad als politischer Führer hervor und eher als Ideologe denn als Militär. Aufgrund dieser politischen Qualitäten war Teil des Verhandlungsteams im Friedensprozess von El Caguán, der zwischen der Guerilla und der Regierung von Andrés Pastrana in den Jahren 1998-2000 stattfand.

Im Jahr 2004 war er in Quito, Ecuador, um einen hochrangigen Kontakt zu den Vereinten Nationen zu suchen, was dann einen humanitären Austausch von Gefangenen zwischen der FARC-EP und dem kolumbianischen Staat münden sollte. Dort wurde Simón Trinidad gefangen genommen und von der ecuadorianischen Regierung an Kolumbien ausgeliefert. Es erfolgte die Auslieferung in die USA und mehrere Prozesse, wobei vier dieser Prozesse wegen Drogenhandels stattfanden und er jedes Mal freigesprochen wurde. Später sah er sich neuen manipulierten Prozessen mit gekauften Zeugen gegenüber und es erfolgte eine Anklage wegen Verschwörung und Geiselnahme, die zur Verurteilung von 60 Jahren Gefängnis führte.

Simón Trinidad ist seit 15 Jahren im Hochsicherheitsgefängnis ADX Colorado inhaftiert, obwohl er Teil des Friedensprozesses der FARC-EP und der kolumbianischen Regierung war. Eigentlich hätte er Anspruch auf Amnestie und das Mitwirken in der Aufarbeitung des Konfliktes, doch die USA behalten ihn wie eine Trophäe. Umso wichtiger ist nun die Kampagne anlässlich seines 70. Geburtstages am 30. Juli, um der Welt seinen Fall aufzuzeigen, aber auch seine Würde und Standhaftigkeit als politischer Gefangener.

Weitere Informationen hier: Internationale Kampagne zur Freilassung von Simón Trinidad

Quelle:

Kolumbieninfo – Widerstand in Kolumbien

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