Demonstration in Torgau. Foto: SNAm 30. Jahrestag der Annexion der DDR ist es bundesweit zu Demonstrationen und Kundgebungen gekommen, auf denen Tausende Position gegen Faschismus, Rassismus und Kapitalismus bezogen haben. In Berlin richteten sich die Aktionen dabei vor allem gegen Provokationen von Neofaschisten, die sich unter dem Schutz der Polizei unter anderem in Hohenschönhausen zusammenrotten durften. Ungestört blieben die Nazis jedoch nicht, Hunderte AntifaschistInnen blockierten die von den Behörden genehmigte Route. Erst mit mehrstündiger Verspätung konnten sich die Neofaschisten auf einer Alternativroute in Bewegung setzen.

Sowohl von Seiten der Polizei als auch der Neonazis kam es immer wieder zu brutalen Übergriffen auf Gegendemonstranten. Journalisten dokumentierten, wie sich Beamte bei Festnahmen mit vollem Gewicht auf die Köpfe von wehrlosen Menschen knieten. Mindestens ein Polizist hatte zudem das Berliner Wappen durch rechte Abzeichen überdeckt. ver.di-Gewerkschaftssekretär Jörg Reichel berichtete auf Twitter, dass er selbst Opfer eines Angriffs durch einen Nazisympathisanten geworden ist.

Mehrere Kundgebungen von Rechsbürgern und Corona-Leugnern im Zentrum der Hauptstadt wurden ebenfalls von Protesten begleitet.

Ein anderes Bild zeigte sich am frühen Nachmittag auf dem Alexanderplatz. Dort versammelten sich rund 200 Menschen unter roten Fahnen, um gegen die Verleumdung der DDR zu protestieren. Viele TeilnehmerInnen trugen die Blauhemden der Freien Deutschen Jugend (FDJ), die in den Wochen zuvor in zahlreichen Städten Aktionen durchgeführt hatte.

Großtransparent auf dem Berliner Alexanderplatz. Foto: RedGlobe

Demonstration in Torgau. Foto: SNAuch in anderen Städten gab es Aktionen. In Torgau erinnerten rund 400 Menschen an das Zusammentreffen sowjetischer und US-amerikanischer Truppen an der Elbe vor 75 Jahren. Die Demonstration, zu der unter anderem die DKP, die SDAJ, DFG-VK und andere Organisationen aufgerufen hatten, war ursprünglich bereits für April geplant gewesen, musste aber aufgrund der Coronavirus-Pandemie verschoben werden. Nun sprachen unter anderem der Naturfreunde-Vorsitzende Michael Müller und der DKP-Vorsitzende Patrik Köbele.