In der Nacht zu Samstag ist die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano im Alter von 96 Jahren in Hamburg gestorben. Die Ehrenpräsidentin der VVN-BdA sprach und sang gegen das Vergessen – in Schulen, Veranstaltungen, Demonstrationen und auf zahlreichen UZ-Pressefesten. An die Jugend gewandt, sagte sie: „Ihr tragt keine Schuld für das was passiert ist, aber ihr macht euch schuldig, wenn es euch nicht interessiert.“

Zuletzt machte sich Esther Bejarano stark dafür, dass der 8. Mai in der Bundesrepublik ein Feiertag wird. In einer Petition sagte sie: Die militärische Zerschlagung des Faschismus durch die Alliierten, Partisaninnen und Partisanen und Widerstandskämpfer als Befreiung zu begreifen, bedeute, die richtigen Schlüsse zu ziehen und auch so zu handeln. Es sei nicht hinnehmbar, dass 75 Jahre danach extreme Rechte in allen deutschen Parlamenten sitzen und in immer rascherer Folge Mord auf Mord folge. Sonntagsreden, die Betroffenheit zeigen, reichten nicht. Es müsse gestritten werden für die neue Welt des Friedens und der Freiheit, die die befreiten Häftlinge im Schwur von Buchenwald als Auftrag hinterlassen haben, so Bejarano.

Sie wird allen Antifaschistinnen und Antifaschisten fehlen.

Quelle: UZ – Unsere Zeit – Esther Bejarano gestorben