Am Morgen des vergangenen Donnerstages, dem 19. August, wurde ein Angriff auf den politischen Führer der ehemaligen FARC-EP, Mauricio Jaramillo, bekannt, der zugleich einer der Vorsitzenden der heutigen Partei COMUNES ist. Dieser Vorfall ereignete sich in der Nähe der Stadt Popayán, in der Provinz Cauca. Bei dem Angriff nutzen zwei unbekannte Männer ein Motorrad ohne Kennzeichen, näherten sich dem Fahrzeug von Jaramillo und seiner Schutzeskorte und feuerten mehrmals auf den Wagen, bei dem ein Sachschaden hinterbleib, aber keine verletzten Personen.

Auch wenn der Angriff bis auf den Sachschaden folgenlos blieb, so zeigt er deutlich, dass es derzeit keine Sicherheitsgarantien für ehemalige Kämpfer der FARC-EP gibt. Zwar wurde im Rahmen des Friedensabkommens auch der Schutz der Kämpfer festgeschrieben, doch dieser neuerliche Vorfall zeigt, dass weder die Sicherheit der ehemaligen Kämpfer garantiert ist, noch die Entwaffnung und Auflösung paramilitärischer Strukturen, die für einen Großteil der Angriffe und Morde verantwortlich sind.

Mauricio Jaramillo ist einer der Protagonisten in der legalen Partei, die sich vor kurzem als FARC-Nachfolger in COMUNES umbenannt hatte. Zudem war er wesentlich in den Fragen der Wiedereingliederung der ehemaligen Kämpfer beschäftigt. Die in der FARC-EP als Kommandierender des militärischen Ostblocks und auch als Arzt bekannte Person gehört zu den bekanntesten Personen der ehemaligen Guerilla. Er war zudem Teil des Sekretariats der FARC-EP, dem höchsten Gremium. Über ein Stipendium konnte er in der ehemaligen Sowjetunion Medizin studieren und erhielt damit seinen Spitznamen.

Quelle: Widerstand in Kolumbien – Angriff auf Mauricio Jaramillo